Bertelsmann-Konzern gründet Content Alliance

28.02.2019 •

Der Bertelsmann-Konzern hat in Deutschland zum 1. Februar die Produktion von Inhalten in den verschiedenen Medienbereichen stärker miteinander verknüpft. Dazu sei die ‘Bertelsmann Content Alliance’ gegründet worden, teilte der in Gütersloh ansässige Konzern mit. Teil dieser ‘Content Alliance’ sind die Mediengruppe RTL Deutschland, RTL Radio, die TV-Produktionsfirma Ufa, die Buchgruppe Random House, das Verlagshaus Gruner+Jahr und das Musikunternehmen BMG. Ziel sei es, „bereichsübergreifend gemeinsame Formate zu entwickeln und zu vermarkten und damit umfassende Angebote für Kreative zu schaffen“, hieß es weiter. Mit dieser besseren Zusammenarbeit will Bertelsmann auch seine Position im Wettbewerb mit den weltweit agierenden US-amerikanischen Online-Plattformen stärken.

Vorbild für die ‘Content Alliance’ sei die Anfang 2017 ins Leben gerufene ‘Ad Alliance’, die seitdem gegenüber Firmen und Agenturen Werbeplätze in zu Bertelsmann gehörenden Medienunternehmen vermarktet und dabei Werbemöglichkeiten in Fernsehen, Print, Internet und auf mobilen Endgeräten anbietet. Der ‘Ad Alliance’ gehörten anfangs nur der RTL-Werbevermarkter IP Deutschland und die G+J Electronic Media Sales GmbH an, inzwischen sind jedoch auch die Vermarktungsunternehmen Spiegel Media, Ligatus und Smartclip dabei. Ligatus, eine Tochterfirma von Gruner+Jahr, ist spezialisiert auf sogenanntes Native Advertising, bei dem bezahlte Artikel von Unternehmen wie redaktionelle Inhalte aufgemacht sind. Smartclip gehört zur deutschen RTL-Gruppe und bietet seinen Kunden unter anderem Bewegtbildwerbung bei Online-Videos an.

Vernetzung der Inhalteproduktion

Innerhalb des Bertelsmann-Konzerns gibt es schon heute in puncto Inhalteproduktion zahlreiche Vernetzungen und Kooperationen zwischen den einzelnen Unternehmenseinheiten. Bertelsmann verweist darauf, dass beispielsweise die vom Fernsehsender Vox eigenproduzierte Serie „Club der roten Bänder“ auf einem Buch des spanischen Autors Albert Espinosa basiere, das in Deutschland bei der Verlagsgruppe Random House erschienen sei. Der Serie „München“, die von den Firmen Ufa und Fremantle produziert werde, liege der Roman „München“ von Robert Harris zugrunde, der ebenfalls bei Random House veröffentlicht worden sei. Außerdem hat Gruner+Jahr zum Start der fünften Staffel der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ im September 2018 ein Gründermagazin auf den Markt gebracht.

Die neue ‘Content Alliance’ bei Bertelsmann soll letztlich dazu dienen, dass von nun an bei der Produktion von Inhalten systematisch miteinander zusammengearbeitet wird. Die Steuerung übernimmt dabei ein Board, dessen Vorsitz Julia Jäkel nun zusätzlich zu ihrer Position als Chief Executive Officer (CEO) von Gruner+Jahr innehat. Dem Gremium gehören darüber hinaus alle Geschäftsführer an, die innerhalb des Bertelsmann-Konzernverbunds die Produktion von Inhalten verantworten. Dabei handelt es sich im Einzelnen um Bernd Reichart (Mediengruppe RTL Deutschland), Nico Hofmann (Ufa), Stephan Schmitter (RTL Radio Deutschland), Thomas Rathnow (Random House), Stephan Schäfer (Gruner+Jahr) sowie Hartwig Masuch und Dominique Kulling (beide BMG). Auch wenn nun die ‘Bertelsmann Content Alliance’ gegründet wurde, bleiben bei dem Konzern „die unternehmerische Eigenständigkeit der jeweiligen Geschäfte sowie die journalistische und verlegerische Unabhängigkeit“ erhalten.

Der Bertelsmann-Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe verwies anlässlich des Starts der ‘Content Alliance’ darauf, dass der Konzern im Jahr 2019 weltweit fast 6 Mrd Euro in Kreativ-Inhalte investieren werde. Durch die neue Form der Zusammenarbeit lasse sich bei der Produktion von Inhalten „das volle Potenzial“ ausschöpfen, so Rabe. Dabei gehe es um „Inhalteangebote über alle Mediengattungen hinweg“ und um neue Vermarktungsmöglichkeiten. Die ‘Content Alliance’ werde die Position von Bertelsmann „im Wettbewerb mit den US-Techplattformen“ stärken, so die Prognose des Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden.

28.02.2019 – MK

Print-Ausgabe 17/2019

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