Bert-Donnepp-Preis für MK‑Redakteur Volker Nünning und Moderator Philipp Walulis

22.01.2019 •

Der Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik geht 2019 an „Medienkorrespondenz“-Redakteur Volker Nünning und den Moderator Philipp Walulis. Leonhard Dobusch, Mitglied im ZDF-Fernsehrat, erhält die „Besondere Ehrung“ für „sein Engagement für Transparenz im öffentlich-rechtlichen Gremiendickicht“. Das gab der ‘Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises’, der die Auszeichnungen vergibt, am 22. Januar bekannt.

Volker Nünning, 42, erhält den Bert-Donnepp-Preis für seine langjährigen, hartnäckigen und tiefschürfenden Recherchen als Redakteur der „Medienkorrespondenz“ (MK). „Niemand arbeitet sich so konsequent und kompetent durch Gremienvorlagen und Rundfunkänderungsstaatsverträge wie Nünning“, so die Jury: „Dabei gelingen ihm Dank seines Netzwerks und seiner Kontakte immer wieder Scoops – von der Offenlegung der Rechtekosten für die Fußball-Bundesliga bis zur Berichten über medienpolitische Hinterzimmergeschäfte.“ Volker Nünning arbeitet seit 2005 als Redakteur für die „Medienkorrespondenz“ (Bonn), dem Medienfachblatt der katholischen Kirche, das am 2. Dezember 1953 erstmals erschien. Die Zeitschrift hieß bis Ende 2014 „Funkkorrespondenz“, im Januar 2015 erfolgte die Umbenennung in „Medienkorrespondenz“.

Philipp Walulis, 38, hat sich in diversen Hörfunk- und Fernsehformaten kritisch-satirisch mit Medien auseinandergesetzt, so etwa in der Reihe „Walulis sieht fern“ (damals Tele 5), für die er 2012 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Seit 2017 moderiert er auf YouTube seine neue Reihe „Walulis“; hier beschäftigt er sich in meist satirischer Form mit dem Fernsehprogramm sowie mit YouTubern und deren Angeboten. „Philipp Walulis setzt so ironisch wie zielgruppengerecht auf seinen Kanälen medienjournalistische Themen für ein junges Publikum um. Dabei beackert er auch sperrige Themen wie die Ursachen für den rückschrittlichen Netzausbau in Deutschland, Werberegulierung im TV oder das deutsche Filmfördersystem“, so die Jury zur Begründung: „ Mit seinem Team macht er aus solchem ‘Schwarzbrot’ gut konsumierbare Videos, die für Durchblick sorgen, ohne mit der pädagogischen Erklär-Keule zu winken.“

Der Blogger aus dem ZDF-Fernsehrat

Leonhard Dobusch, an den in diesem Jahr eine „Besondere Ehrung“ geht, ist seit Juli 2016 als Vertreter des Bundeslandes Berlin für den Bereich ‘Internet’ Mitglied im ZDF-Fernsehrat. Entsandt ist von den vier Verbänden media:net, eco-Verband, Initiative D21 und Chaos Computer Club in das Gremium. Dobusch berichtet in seinem Blog „Neues aus dem Fernsehrat“ – auch gegen Widerstände – aus den Sitzungen des Gremiums und sorgt so für mehr Transparenz. Dobusch, 38, schreibt in seinem Blog unter anderem über geheime Vorwahlen in den sogenannten Freundeskreisen, außerdem macht er auszugsweise Vorlagen öffentlich, die das Gremium eigentlich nicht publizieren will. „Als eines der neueren und jüngeren Mitglieder des Fernsehrats sorgt Leonhard Dobusch damit für das vom Bundesverfassungsgericht geforderte ‘Mindestmaß an Transparenz’ im öffentlich-rechtlichen Gremiengefüge“, so die Donnepp-Preis-Jury.

Der Bert-Donnepp-Preis ist benannt nach dem Gründer des Grimme-Instituts in Marl und wurde 1991 vom Förderverein ‘Freunde des Adolf-Grimme-Preises’ als Deutscher Preis für Medienpublizistik gestiftet. Den diesjährigen Preisträgern werden die Auszeichnungen am 30. Januar (Mittwoch) beim Bergfest während der Jury-Woche des Grimme-Preises in Marl verliehen. Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Bert-Donnepp-Preis zeichnet herausragende Leistungen im Bereich des Medienjournalismus und darüber hinaus persönliches Engagement im Umgang mit der gesellschaftspolitischen Rolle von Medien und Medienkritik im Allgemeinen aus. (Die „Besondere Ehrung“ ist nicht dotiert.)

22.01.2019 – MK