Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik geht an Portal „Übermedien“ und an Georg Seeßlen

12.02.2018 • Mit dem Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik wurden in diesem Jahr das Internet-Portal „Übermedien“ und der Publizist Georg Seeßlen ausgezeichnet. Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali erhielt eine „Besondere Ehrung“ für „ihr Engagement gegen Hatespeech und Diskriminierung“. Die Auszeichnungen wurden den Preisträgern am 31. Januar beim „Bergfest“ der Jurywoche des Grimme-Preises 2018 in Marl überreicht. Der Bert-Donnepp-Preis war 1991 vom Förderverein ‘Freunde des Grimme-Preises’ als Deutscher Preis für Medienpublizistik gestiftet worden. Er ist benannt nach dem Gründer des Marler Grimme-Instituts. Der mit insgesamt 5000 Euro dotierte Preis zeichnet herausragende Leistungen im Bereich des Medienjournalismus und darüber hinaus persönliches Engagement im Umgang mit der gesellschaftspolitischen Rolle von Medien und Medienkritik im Allgemeinen aus. (Die „Besondere Ehrung“ ist nicht dotiert.)

Zur Auszeichnung des Blogs „Übermedien“, das vor zwei Jahren von den beiden Journalisten Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz gegründet wurde, schrieb die Jury des Donnepp-Preises unter anderem: „Das Portal beleuchtet so konsequent wie unabhängig das gesamte Mediengeschehen in einem gekonnten Genre-Mix und zeigt, wie innovativ Medienjournalismus bei konsequenter Nutzung der neuen digitalen Möglichkeiten sein kann. ‘Übermedien’ vereint kluge Kommentare, tiefgreifend-hintergründige Recherchen und satirische Ansätze – stets mit klarer Haltung und dem unverbrüchlichen Optimismus: ‘Das geht besser!’.“

Besondere Ehrung für Dunja Hayali

Georg Seeßlen wurde für sein langjähriges medienpublizistisches Schaffen geehrt. Dazu die Jury: „Wie haben sich in den Medien die Grenzen des Sagbaren verschoben? Wie benutzen rechte Provokationsstrategen Journalisten und wie lassen diese sich benutzen? Mit solchen weiterhin hochaktuellen Fragen hat sich Georg Seeßlen, Jahrgang 1948, schon früher beschäftigt als andere Publizisten und er tut es jetzt noch umfänglicher und kenntnisreicher als die Konkurrenz. Seeßlen ist ein sehr genauer Beobachter, er ist in der Lage, TV-Comedy-Formaten oder dem Eurovision Song Contest Einsichten abgewinnen, die für den Leser gesellschaftspolitisch erhellend sein können. Nicht zuletzt fühlt sich Georg Seeßlen weiterhin der Aufklärung verpflichtet fühlt – was für viele seiner Kollegen ja aus unterschiedlich guten Gründen nicht mehr gilt.“

Zur Ehrung Dunja Hayalis für ihre klare und anhaltende Positionierung im Kampf gegen Hatespeech, Diskriminierung und die Verharmlosung rechter Gesinnung schrieb die Jury: „Sie nennt die Auswüchse der Demokratiefeindlichkeit und Menschenverachtung beim Namen und verdeutlicht uns allen, was es heißt, wenn die Grundwerte unseres Miteinanders und die Demokratie den Vernichtungsbestrebungen rechter Kräfte überlassen werden. Obwohl sie beleidigt, herabgewürdigt und bedroht wird, bleibt sie sich und ihren Werten treu und tritt täglich an, die Demokratie und die Menschlichkeit zu verteidigen.“

12.02.2018 – MK

Print-Ausgabe 23/2018

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