Deutscher Radiopreis 2018: Eine Auszeichnung für Flux FM und zwei Rekorde

10.09.2018 • In Hamburg wurde am 6. September der Deutsche Radiopreis 2018 verliehen, die Gala im Schuppen 52 im Hamburger Hafen wurde wieder von Barbara Schöneberger moderiert. Und man hatte gefühlt den Eindruck, sie moderiere die Veranstaltung bereits zum 25. Mal, obwohl der Wettbewerb um den Deutschen Radiopreis jetzt doch erst zum 9. Mal ausgerichtet wurde.

Zitieren wir also Barbara Schöneberger, die zum Beginn der Gala und zur Einstimmung auf die Preisverleihungen sagte: „Vier Stunden lang – und das beruht auf einer Forschung, die gerade rauskommt – hören durchschnittlich die Deutschen Radio am Tag. Vier Stunden lang, das sind zwei Spielfilme, drei Fußballspiele oder meine Maskenzeit. Das ist sehr, sehr lange. Und deswegen sind wir so erfolgreich. Und deswegen wollen wir hier heute Abend euch wieder feiern, dass es wirklich kracht, kann man sagen. Und: Alle wollen dabei sein, die Karten, ausverkauft im Nu. Und: 69 Stationen – das ist absoluter Rekord – wollen heute Abend übertragen, dafür ’n Riesenapplaus, weil alle wollen uns senden, das ist doch toll! Und: Man scheut sogar nicht davor, uns auch bildlich zu übertragen: Die Dritten Programme der ARD hatten Lust, uns auch tatsächlich zu zeigen. Jetzt macht die ganze Sache mit der Klamotte auch Sinn: Bauch einziehen, man guckt auf uns heute Abend. Und: 385 Einreichungen gab’s, auch das ein absoluter Rekord.“

Der Preis für die beste Sendung des Jahres 2018 ging an das sechsstündige Feature „Im Untergrund“, in dem es um drei bis heute untergetauchte RAF-Terroristen geht. Das Stück von Patrizia Schlosser und Tim Kehl wurde vom Privatsender Flux FM (Berlin) ausgestrahlt, dessen Programm per Livestream über das Internet und in Berlin auch über UKW empfangen werden kann. Insgesamt wurden Preise in elf Kategorien vergeben; in jeder Kategorie gab es drei Nominierungen.

Barbaradio

Und vielleicht wird ja im nächsten Jahr auch Barbara Schöneberger nominiert. Möglich wäre es, denn die Radiopreis- und „NDR-Talkshow“-Moderatorin, RTL-Entertainerin, Eurovision-Song-Contest-Präsentatorin und Zeitschriftenmacherin („Barbara“) gründet nun auch einen eigenen Hörfunksender: „Barbaradio“ wird er heißen und soll im Oktober 2018 starten. Hörbar sein wird der Sender nicht über UKW, sondern über eine digitale Audioplattform. Barbara Schöneberger könnte dann beim Deutschen Radiopreis 2019 für ihr neues Projekt zum Beispiel in der Kategorie „Bester Newcomer“ nominiert werden. Oder, wenn sie auf ihrem Sender ein tolles Gespräch führte, in der Kategorie „Bestes Interview“.

Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, das Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen das Grimme-Institut, die Stadt Hamburg, die Vermarkter AS&S Radio und RMS sowie die Radiozentrale, eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks. Die Federführung der Veranstaltung liegt beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg. Das Grimme-Institut (Marl) ist für die Jury-Arbeit des Wettbewerbs zuständig. Die Jury hat elf Mitglieder. Mit dem Deutschen Radiopreis sollen die besten Leistungen eines Jahres im Medium Hörfunk gewürdigt werden. Der Radiopreis ist wie der Grimme-Fernsehpreis nicht dotiert.

• Die Jury des Deutschen Radiopreises 2018 vergab die folgenden 11 Preise:

Beste Sendung

Im Untergrund (Flux FM)

Der Preis geht an die Journalistin Patrizia Schlosser und den Redakteur Tim Kehl.


Beste Morgensendung

Unser Team für Berlin (Berliner Rundfunk 91,4)

Der Preis geht an die Moderatorin Simone Panteleit und den Programmchef Ron Perduss.


Beste Reportage

Paradise Papers (NDR Info), Investigativ-Reihe

Der Preis geht an die NDR-Reporter Benedikt Strunz und Philipp Eckstein.

Bestes Interview

Interview mit Dominik Bloh, geführt im Rahmen der Sendereihe Zwei nach Eins (Bremen Zwei)

Der Preis geht an Kristin Hunfeld (Interviewerin/Moderatorin).

Beste Comedy

Die Radio Hamburg News Show (Radio Hamburg)

Der Preis geht an das Comedy-Duo Buddy Ogün und Dietmar Simon (Head of Comedy bei Radio Hamburg).

Beste Innovation

N-Joy Night Lab (N‑Joy/NDR)

Der Preis geht an Norbert Grundei (Wellenchef von N‑Joy) und Mirko Marquardt (Redakteur bei N‑Joy).

Beste Programmaktion

Umweltaktion „Fritz Abbechern: Kampf den Pappbechern“ (Radio Fritz/RBB)

Der Preis geht an Fritz-Moderatorin Momo Faltlhauser und Fritz-Wellenchefin Karen Schmied.


Bestes Nachrichten-/Informationsformat

Der Gong 96,3 Erste Hilfe Crashkurs (Radio Gong 96,3)

Der Preis geht an Radio-Gong-Geschäftsführer Johannes Ott.

Beste Moderatorin

Kaya Laß (Antenne Niedersachsen) für die Moderation ihrer Sendereihe Mit Kaya Laß am Vormittag

Bester Moderator

Philipp Schmid (NDR Kultur) für die Moderation der Sendereihe Klassisch in den Tag.

Bester Newcomer

Helena Daehler (Berliner Rundfunk 91,4) für ihre Leistungen als Reporterin.

10.09.2018 – da/MK

Print-Ausgabe 23/2018

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