USA: Netflix-Expansion nach Deutschland und Frankreich

31.01.2014 •

„Im Lauf dieses Jahres wollen wir uns einer umfangreichen Expansion in Europa widmen.“ Dieser Satz von Netflix-Vorstandschef Reed Hastings in einem Brief an seine Aktionäre hat im amerikanischen Blätterwald neugierige Spekulationen ausgelöst, welche europäischen Länder gemeint sein könnten. Der Videostreaming-Service von Netflix ist heute schon in sieben europäischen Ländern verbreitet, in Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland. Die meisten Analysten sind sich darüber einig, dass Hastings vor allem Deutschland und Frankreich als nächste Ziele gemeint hat.

Der Zeitpunkt für eine weitere Ausdehnung von Netflix auf dem europäischen Markt ist gut gewählt. Soeben erst hat das Unternehmen nämlich anhaltendes Wachstum in den USA und einen deutlichen Rückgang der Verluste aus dem internationalen Geschäft verkünden können. Im vierten Quartal des Jahres 2013 legte der Streaming-Provider laut Angaben der Fachzeitschrift „Variety“ noch einmal um 2,3 Mio Kunden zu und erreichte in den Vereinigten Staaten eine Gesamtabonnentenzahl von 33,4 Mio. Außerhalb der USA kamen weitere 1,7 Mio hinzu, was dort zu einer Gesamtzahl von 10,9 Mio führte.

Weltweit 44,3 Mio Abonnenten

Am Ende des vergangenen Jahres präsentierte sich Netflix also weltweit mit 44,3 Mio Abonnenten. Der Umsatz des Unternehmens ist im Vergleich zum vierten Quartal 2012 in den Vereinigten Staaten um 15 Prozent auf 1,18 Mrd Dollar und das Nettogewinn von 8 Mio auf 48 Mio Dollar gestiegen. Damit gelang es Netflix, die Prognosen der Experten deutlich zu übertreffen. Auf dem außeramerikanischen Markt hat sich der Umsatz ebenfalls beträchtlich erhöht, und zwar von 101 Mio Dollar im vierten Quartal 2012 auf jetzt 221 Mio Dollar, während netto der Verlust von 105 Mio auf 57 Mio Dollar gefallen ist.

In den USA wird sich Netflix in diesem Jahr verstärkter Konkurrenz jenseits der etablierten Kabel- und Streaming-Angebote ausgesetzt sehen. In vorderster Reihe steht der Internet-Versandhändler Amazon, der die Absicht hat, einen Online-Pay-TV-Service zu gründen, der mit den vorhandenen Kabel- und Satellitenanbietern, aber auch mit Netflix den Wettbewerb aufnehmen würde. Ähnliche Initiativen verfolgen Google, Sony und Verizon. Solche Aktivitäten könnten ebenfalls ein Grund dafür sein, dass Netflix nun seine Bemühungen intensiviert, vermehrt auf den außeramerikanischen Markt vorzudringen. (Zum Thema Netflix vgl. auch FK-Hefte Nr.  21/13, 26/13, 38/13 und 45/13).

• Text aus Heft Nr. 5-6/2014 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

31.01.2014 – Ev/FK