USA: Netflix erweitert Serien- und Filmangebot

31.03.2018 • In den USA schreitet die Abwendung zahlreicher Kabel-TV-Abonnenten von den teuren traditionellen Paketangeboten munter fort. Immer mehr Fernsehzuschauer kommen zu der Erkenntnis, dass sie eine ausreichende TV-Basisversorgung auch ohne großen Kostenaufwand per Antenne erzielen können. Das gesparte Geld investieren sie lieber dafür, bei einem oder mehreren Streaming-Anbietern wie Netflix, Amazon und Hulu ein Abonnement abzuschließen, oder sie legen sich ein auf ihre persönlichen Interessen zugeschnittenes Abo-Paket zu wie zum Beispiel „FilmStruck“, das Internet-Angebot des renommierten Filmedition „The Criterion Collection“.

Angesichts dieser immer rascher fortschreitenden Entwicklung hat es kaum überrascht, dass David Wells, der Finanzchef von Netflix, Ende Februar eine weitere Ausdehnung des weltweiten Angebots seines Unternehmens ankündigte. Bekannt geworden war bereits, dass der eifrig expandierende Streaming-Anbieter angesichts der wachsenden Konkurrenz immer größere Summen in die Herstellung eigener und den Erwerb von Originalproduktionen investieren will. Schon vor Monaten war von einem Gesamtaufwand in einer Größenordnung von 8 Mrd Dollar für das Kalenderjahr 2018 die Rede. Wells bestätigte diese Summe nun und kündigte als Zielvorstellung einen Fundus von rund 700 originalen TV-Serien, Filmen und Specials an, darunter zahlreiche Produktionen aus dem Ausland, wie zum Beispiel auch die in Deutschland hergestellte Serie „Dark“ (vgl. MK-Kritik), die seit Anfang Dezember 2017 auch in den USA zum Streaming-Empfang angeboten wird.

Wie die US-Fachzeitschrift „Variety“ berichtet, soll Wells auf der in San Francisco veranstalteten ‘Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference’ (26. Februar bis 1. März 2018) betont haben, es gebe für die Herkunft des Netflix-Programms „keine Religion“, die vorschreibe, wo das Produkt hergestellt werde. „Den Zuschauern ist es gleichgültig, wo die Geschichten herkommen“, sagte Wells, „wir müssen nicht notwendigerweise alles selber machen.“ Netflix hatte zum Jahresende 2017 weltweit 117,6 Mio Abonnenten. Außer dem für 2018 erhöhten Produktionsaufwand will das Unternehmen während der nächsten zwölf Monate auch sein Marketing-Budget um über 50 Prozent aufstocken, von 1,3 Mrd Dollar im vergangenen Jahr auf 2 Mrd Dollar in diesem Jahr.

31.03.2018 – Ev/MK

Print-Ausgabe 13/2018

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