USA: CBS plant Verkauf seiner Radiostationen

15.04.2016 •

Die wachsende Konkurrenz durch Satellitenradio und Audiostreaming übt nun auch Druck auf das Radiogeschäft der CBS Corporation aus. Im März gab jedenfalls CBS-Chef Leslie Moonves auf einer Versammlung der Investoren in New York bekannt, dass sich der Medienkonzern darum bemühe, einen Käufer für die 117 Radiostationen von CBS zu finden. Schon seit dem Jahr 1928 ist CBS im Hörfunkgeschäft tätig. Damals kaufte William S. Paley, der Gründer des Unternehmens, die Radiostationen des Columbia Broadcasting Systems, die zum Kernstück eines rasch wachsenden Rundfunkgeschäfts wurden. Doch in jüngster Zeit spürt CBS zunehmend die Konkurrenz der neuen Übertragungsmethoden. Allein im vierten Quartal des vorigen Jahres sah sich CBS genötigt, eine Abschreibung von 484 Mio Dollar auf dem Radiosektor vorzunehmen.

CBS Radio ist die fünftgrößte Hörfunkkette auf dem US-Markt. Ihre 117 Stationen erreichen USA-weit jede Woche 70 Mio Zuhörer. Größte Konkurrenten sind iHeartMedia (früher Clear Channel Communications) mit nahezu 900 Stationen und Cumulus Media mit 570 Stationen. Diese beiden Konzerne sind wohl auch die naheliegendsten Käufer für die Radiostationen von CBS, obwohl Schwierigkeiten bei der Einholung einer staatlichen Genehmigung eines so großen Deals voraussehbar sind.

Als Hauptgrund für einen Verkauf seiner Radiostationen gab CBS an, den Shareholder-Value erhöhen zu wollen, was auch schon der Grund für den Verkauf der CBS-Werbeabteilung im Jahr 2014 war. Eine Entscheidung bezüglich der Verkaufspläne ist jedoch erst nach der am 8. November stattfindenden US-Präsidentenwahl zu erwarten, da im Vorfeld der Wahl regelmäßig hohe Einnahmen aus dem Verkauf von Werbezeiten für politische Werbespots zu erzielen sind, die sich CBS nicht entgehen lassen will.

15.04.2016 – Ev/MK

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