„Wir verhaften keine Journalisten“

04.09.2018 • Dialog aus Folge 17 („Der neunte Sitz“) der ersten Staffel der ABC-Serie „Designated Survivor“, in der Kiefer Sutherland den US-Präsidenten Tom Kirkman spielt:

FBI-Direktor John Forstell: Abe Leonard weiß, dass Agent Wells versucht hat, die Bestätigung von MacLeish hinauszuzögern. [Abe Leonard ist Journalist.]

US-Präsident Tom Kirkman: Hat Hookstraten Ihnen das gesagt?

FBI-Direktor: Laut Aaron Shore wollte Leonard sie dazu bringen, es zu bestätigen.

US-Präsident: Und – hat sie?

FBI-Direktor: Sie hat einen Kommentar verweigert. Mr. President, wir dürfen nicht zulassen, dass Leonard damit an die Öffentlichkeit geht, denn das würde die Ermittlungen gefährden.

US-Präsident: Was schlagen Sie vor?

FBI-Direktor: Ich schlage vor, wir nehmen ihn fest.

US-Präsident: Mit welcher Begründung?

FBI-Direktor: Irgendjemand liefert ihm geheime Informationen. Und wir müssen herausfinden, wer. Wenn er sich weigert, die Quelle preiszugeben, ist das Missachtung. Einen Beamten zu belügen, ist strafbar.

US-Präsident: Auf keinen Fall, wir verhaften keine Journalisten, weil sie ihre Arbeit tun.

FBI-Direktor: Es geht nicht um die Pressefreiheit. Hier geht’s um die nationale Sicherheit. Wenn Leonard das veröffentlicht, tauchen die Leute, die hinter der Verschwörung stecken, unter und wir kriegen sie nie. Mr. President, wir haben keine Wahl, wir müssen ihn festnehmen.

US-Präsident: Direktor Forstell, wir haben immer eine Wahl. Ich fürchte, wir müssen es in diesem Fall aussitzen. Warten wir ab, was er sich einfallen lässt. Das ist der Preis für eine freie Gesellschaft.

(Die Serie „Designated Survivor“ startete im US‑Fernsehen Ende September 2016. In Deutschland ist sie beim Streaming-Anbeiter Netflix zu sehen.)

04.09.2018 – MK

Print-Ausgabe 22/2018

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