Ein Regime kontrolliert die Medien

18.09.2019 •

«Offene Diktaturen sind in Europa eigentlich Geschichte. Doch in Serbien fürchtet die politische Opposition derzeit, dass ihr Land mehr und mehr zur „Autokratie“ verkommen könnte. Medien würden verstärkt gleichgeschaltet werden, die Pressefreiheit immer stärker eingeschränkt, heißt es von Seiten der Opposition.

Das Regime kontrolliere alle TV-Sender mit nationaler Reichweite, die gesamte Boulevardpresse und fast alle lokalen Medien. Immer häufiger werden Medien als Plattform instrumentalisiert, um Staatspräsident Aleksandar Vučić als allmächtigen Herrscher zu glorifizieren oder mit Andersdenkenden abzurechnen.

Aus Protest haben nun die serbischen Oppositionsparteien, die sich seit Beginn des Jahres in dem Bündnis „Allianz für Serbien“ organisieren, deshalb angekündigt, die im Frühjahr stattfindenden Parlaments- und Kommunalwahlen zu boykottieren. „Wir fordern, dass sich Informationsprogramme von Sendern mit nationaler Frequenz, vor allem des Staatsfernsehens, für Andersdenkende öffnen“, sagt Oppositionspolitiker Borko Stefanović.»

Andrej Ivanji in der „taz“ vom 17. September 2019 in einem längeren Artikel zur Situation der Medien in Serbien unter Präsident Aleksandar Vučić, der das Amt am 31. Mai 2017 übernommen hat

18.09.2019 – MK