Das Wasser, in dem Leitmedien am liebsten schwimmen

02.09.2019 •

«Bei „Wer wird Millionär?“ gehört es sogar zu den Besonderheiten des Lizenzvertrages, dass die Sendungen in den verschiedenen Ländern mehr oder weniger gleich auszusehen haben, das Studio, die Einspielungen von Musik, die Fahrten der Kamera oder auch das Licht. Das macht diese Show zu einer „Marke“ mit dem immer gleichen, wieder erkennbaren, vertrauten Kern. Bis auf die Gewinner ist schier alles berechenbar, vorhersehbar, solide und unkompliziert. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Angenehm mittelwertig und mittelständisch. Quizshows sind genau von dem Wasser, in dem Leitmedien am liebsten schwimmen. […]

So klar wie der Titel ist auch die Dramaturgie der Sendung: verständlich und unkompliziert. Jeder, der ein- oder zweimal zugeschaut hat, versteht die Regeln. Zu raten gibt es, was man im Zweifel auch wissen könnte: kaum Exotica, die man gar nicht wissen, die man nur raten kann (und die in den aktuellen Quizformaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks dominieren).»

Norbert Schneider, 78, früher u.a. Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), in einem Artikel im „Tagesspiegel“ (Ausgabe vom 1.9.2019) zum 20-jährigen Bestehen der von Günther Jauch moderierten deutschen Version der international erfolgreichen Show „Wer wird Millionär?“ (hierzulande zu sehen beim Privatsender RTL)

02.09.2019 – MK