„Easy Rider“ und die Angst vor der Freiheit

12.08.2019 •

Dialog aus dem US-Spielfilm „Easy Rider“ aus dem Jahr 1969:

George: Wisst ihr, das war mal ein ganz herrliches Land. Ich kann nicht verstehen, was auf einmal damit los ist.

Billy: Tja, meine Ansicht ist, das ist, was los ist – ja, wir können noch nicht mal in ’n zweitklassiges Hotel rein, ich mein, ’n zweitklassiges Motel, verstehst du? Die denken wir schneiden ihnen die Kehle durch oder sowas, Mann. Sie haben Angst vor uns, ja.

George: Sie haben keine Angst vor dir. Sie haben Angst vor dem, was du für sie repräsentierst.

Billy: Ach Mann, alles was wir für die repräsentieren, ist nur jemand, der sich nicht die Haare schneidet.

George: Oh nein, was du für sie repräsentierst, ist Freiheit.

Billy: Was haben sie denn gegen Freiheit? Darum dreht sich doch alles.

George: Ja, ja, das ist richtig, darum dreht sich wirklich alles. Aber von Freiheit reden und wirklich frei sein, das ist nicht dasselbe. Ich finde, es ist wirklich schwer, frei zu sein, wenn man verladen und verkauft wird wie eine Ware. Aber wehe, du sagst jemand, er sei nicht frei, dann ist er sofort bereit, dich zu töten oder dich zum Krüppel zu schlagen, um zu beweisen, dass er frei ist. Oh ja, sie reden und reden und reden über individuelle Freiheit. Aber sehen sie dann ein freies Individuum, kriegen sie’s mit der Angst. Sie werden vor Angst nicht gerade weglaufen, nein, aber es macht sie gefährlich.

Im Spielfilm „Easy Rider“ spielen Dennis Hopper und Peter Fonda die Protagonisten Billy und Wyatt, die auf ihren Chopper-Motorrädern den amerikanischen Westen durchkreuzen. Das legendäre Road-Movie strahlte Arte am 28. Juli um 22.20 Uhr im Rahmen seines Programmschwerpunkts „Summer of Freedom“ noch einmal aus. Der hier zitierte Dialog zwischen George (Jack Nicholson) und Billy (Dennis Hopper) findet nachts in der Natur am Lagerfeuer statt, Zuhörer des Dialogs ist Wyatt (Peter Fonda). Kurz darauf werden die drei Campierenden überfallen und George wird dabei getötet.

12.08.2019 – MK