Die Journalisten, die Berliner Blase und ein Angebot von Helmut Kohl

17.08.2017 •

«Wenn die „Tagesschau“ eine Meldung von uns exklusiv rausblasen wollte, dann sprach sie etwas geniert: „Wie unser Bonner Büro meldet“. Heute geht es ja nicht unter „Hauptstadtstudio“. Und die dort arbeitenden Menschen sind „Hauptstadtkorrespondenten“. Und ich nehme an, wenn sie zur Toilette müssen, gehen sie auf die „Hauptstadttoilette“. Berlin – eine tolle Stadt. Die Politik hat sich dort aufgeblasen und hat jedes Maß und jedes Ziel im Umgang mit sich selbst verloren. Das ist eine andere Welt und die Journalisten sind mit in die Blase eingestiegen.»

Äußerung des früheren WDR-Journalisten und -Intendanten Friedrich Nowottny, 88, in einem Porträt über ihn in der Sendung „@mediasres“ am 16. August 2017 im Deutschlandfunk. Von 1973 bis 1985 moderierte Nowottny das freitags abends im Ersten ausgestrahlte politische Magazin „Bericht aus Bonn“, dessen Leiter er während dieser Zeit auch war. Das Magazin entstand im WDR-Studio in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn. Und dann erzählte Nowottny in der Deutschlandfunk-Sendung unter anderem auch noch etwas über Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU):

«Ein solides Angebot hat mir Helmut Kohl damals gemacht: Ich sollte sein Staatssekretär und Regierungssprecher werden. Ich hab gedacht: ‘Das ist wohl nichts für mich’ – und hab ihm abgesagt. Das war eine sehr kritische Situation für mich, denn so ein Amt lehnt man normalerweise nicht ab.»

17.08.2017 – MK

Print-Ausgabe 23/2019

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