Das Überflüssigste: Fernsehhauptstadtjournalismus

30.10.2016 •

«Meiner Meinung nach ist dieser Berliner Fernsehjournalismus das Überflüssigste, was es im ganzen deutschen Fernsehen gibt. Wenn man den komplett abschalten würde, würde sich an den politischen Verhältnissen, am Aufgeklärtsein der Bevölkerung nichts ändern [...] Ich mein’ schon diesen Hauptstadt-, diesen Fernsehhauptstadtjournalismus, der die immergleichen Gesprächspartner – jetzt haben wir wieder Volker Kauder da, der erklärt, dass in der CDU alles in Ordnung ist –, das heißt, dieses vorhersehbare Abfragen mit einem pseudokritischen Unterton – „Nun sagen Sie aber mal, die Frau Kanzlerin ist doch aber in Wirklichkeit im Augenblick doch in Bedrängnis!“, und dann sagt er wieder: „Nein, stimmt nicht, tschüss“ –, also, da meine ich, wenn man das komplett streichen würde im Programm, würde sich an der politischen Befindlichkeit in diesem Land nichts ändern. [...] Diese statuarischen Formate haben sich überlebt.»

Der Medienforscher Lutz Hachmeister in der am 9. Oktober 2016 ausgestrahlten Ausgabe der Sendereihe „WDR 3 Forum“ (19.05 bis 20.00 Uhr), in der an diesem Abend live über das laufende Fernsehprogramm diskutiert wurde

30.10.2016 – MK

Print-Ausgabe 23/2019

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