Die deutsche Medienindustrie löst sich auf

Das Ranking der größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt

Von Lutz Hachmeister und Till Wäscher

24.4.17 Ende Januar erschien in der 5. Ausgabe das Buch „Wer beherrscht die Medien?“, herausgegeben von den Kommunikationsforschern Lutz Hachmeister und Till Wäscher. Das Branchenstandardwerk bietet einen Überblick zu Geschichte, Management und Mentalität der 50 größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt, im Ranking gelistet nach Umsatzvolumen. Das Buch ist bislang viermal publiziert worden (1997, 2000, 2003 und 2005, mit Günther Rager als Mitherausgeber); seit 2007 gibt es eine entsprechende und regelmäßig aktualisierte Online-Datenbank (www.mediadb.eu) des Kölner Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM). In der jetzigen Neuauflage des Buchs wird vom IfM besonderes Augenmerk auf die neue Rolle von US-amerikanischen Wissens- und Datenkonzernen wie Google, Facebook, Amazon und Apple gelegt wie auch auf die Stellung der deutschen Medienindustrie im internationalen Kontext. Die MK publiziert im Folgenden mit freundlicher Genehmigung der Beteiligten das Einleitungskapitel des aktuellen Buchs ab, das im Verlag Herbert von Halem (Köln) erschienen ist. (Der hier nun auch online publizierte Text von Lutz Hachmeister und Till Wäscher ist zuvor am 27. Januar in Heft Nr. 2-3/2017 der „Medienkorrespondenz“ gedruckt erschienen.) • MK

 - - - - - - - - - - - - - - - - - -

Beim schrillen Zirkus der Republican National Convention in Cleveland (Ohio), als im Juli 2016 gegen alle ursprünglichen Prognosen der Gaga-Rhetoriker Donald Trump als Präsidentschaftskandidat der einstigen Partei Abraham Lincolns nominiert wurde, gewannen die Republikaner, untereinander hoffnungslos zerfallen, einen ungewöhnlichen Unterstützer-Star aus den höchsten Höhen der Hightech-Welt: Peter Thiel. Der deutschstämmige Multimilliardär aus dem Silicon Valley, PayPal-Mitbegründer, erster „Outside Investor“ bei Facebook, früh engagiert bei Unternehmen wie Spotify, AirBnB, SpaceX und Palantir Technologies, ist mittlerweile Ende 40 – und wie viele Frontfiguren des digitalen Evangeliums an Forschungen zur Unsterblichkeit interessiert (kürzlich kamen Storys auf den Markt, dass sich Thiel Blut jüngerer Artgenossen injizieren lasse). Den „Vampir“ Thiel beschrieben die Bloomberg-Reporter Max Chafkin und Lizette Chapman in einer aufschlussreichen, leicht erschreckten Reportage als „the Republican Party’s new trade-loving, free-thinking, gay, Christian, antiwar, rich-as-hell, naturalized citizen, Silicon Valley hero“.

Thiel, der luziferische Schachspieler, ist in politicis ungefähr so widersprüchlich und sprunghaft wie Trump und deshalb passen die beiden doch ganz gut zusammen. Aber Thiel, der Radikal-Libertäre, hat wie nahezu das gesamte Führungspersonal der dominierenden internetbasierten kalifornischen Unternehmen, einen klaren Fokus: eine spirituell unterfütterte, anarcho-kapitalistische technologische Weltherrschaft der USA. „Make America Great Again!“, der zündende Trump-Slogan, wird in dieser Perspektive als unbedingte Durchsetzung digitaler Distributions- und Berechnungstechnologien interpretiert – bis in den letzten Winkel Afrikas, aber vielleicht auch bis zum Mars und in bisher unbekannte Galaxien. Der nordamerikanische Gründungsmythos, „Go West!“ und dann immer weiter, fundiert von den okkupierenden europäischen Emigranten, medial formatiert im Hollywood der osteuropäisch-deutsch-jüdischen Einwanderer, wird im 21. Jahrhundert techno-logisch entgrenzt durch Digital-Entrepreneure aus dem Silicon Valley oder dem Großraum Seattle (Microsoft, Amazon).

Hollywood und Silicon Valley gelten im politischen Koordinatenfeld der US allgemein als liberal – was allerdings, verglichen mit den deutschen Verhältnissen nur so viel heißt wie: irgendwo links von der AfD – und so waren viele Unternehmerkollegen von Peter Thiel verstört angesichts seines Auftritts bei der Trump-Krönungsmesse. „Jedes Mal, wenn ich von Peters Unterstützung für Trump lese, checke ich meinen Kalender, um sicherzugehen, dass nicht der 1. April ist“, so Max Levchin, einer der Mitbegründer des Bezahlsystems PayPal. Aber „The Donald“ war es gelungen, vor allem mit Hilfe des rabiaten Nachrichten- und Talkshow-Senders Fox News aus Rupert Murdochs Medienreich (und dessen Kampfblatt „New York Post“), rechtslastiger Blogs und vor allem einer Dauerkanonade in den sogenannten „sozialen Medien“, die demokratische Kandidatin Hillary Clinton als Symbol eines korrupten US-Establishments der älteren Sorte (mit den Bankstern von Goldman Sachs und der Wall Street allgemein) hinzustellen – „crooked Hillary“, und so ganz falsch war das ja auch nicht.

Im immer noch größten Medienlaboratorium der Welt, den USA, waren die Wochen der Nominierungsparteitage der Demokraten und Republikaner jedenfalls ein gutes Beobachtungsfeld für eine politökonomische Analyse der Medienkonzerne: Michael Bloomberg, Gründer eines Finanzmedienimperiums und einstiger Bürgermeister von New York City, der eine Zeitlang damit geliebäugelt hatte, selbst als unabhängiger Präsidentschaftskandidat anzutreten, sprach sich auf der Democratic National Convention im Wells Fargo Center in Philadelphia (Pennsylvania) dann doch für Hillary Clinton aus; zwischendurch wurde Roger Ailes, 76 und früheres Mastermind bei Fox News, von den Murdochs entlassen (nach Vorwürfen, er habe Fox-Moderatorinnen sexuell belästigt), traf sich die feministische Ikone Laurie Penny in Cleveland nicht ganz unfreiwillig mit dem populistischen Twitter-Pöbler und Posterboy Milo Yiannopoulos (sein Account war gerade von Twitter Inc. suspendiert worden) und veröffentlichte Wikileaks – angeblich von russischen Hackern erbeutete – Mails aus der demokratischen Parteiführung, die eine systematische Benachteiligung des parteiinternen Clinton-Gegenkandidaten Bernie Sanders indizierten. Und Pulitzer-Preisträger Glenn Greenwald („The Intercept“) warnte die Kolleginnen und Kollegen der älteren Medienorganisationen eindringlich davor, sich in ihren elitistischen Netzwerken und in einem simplen Anti-Trump-Modus zu verfangen.

Zur Verblüffung der Mainstream-Medien (und zur Blamage der Umfrage-Institute) wurde am 8. November 2016 dann tatsächlich mit Donald Trump ein Sexist, Konkursstratege und Reality-TV-Star zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Noch verblüffender war aber vielleicht, mit welchem Flagellantentum Journalisten und Intellektuelle auf die Wahl reagierten. Der Journalismus-Professor Jeff Jarvis („What would Google do?“) beklagte sich bitter: „My profession failed to inform the public about the fascist they are electing.“ Der Medienxperte Brian Stelter vom Nachrichtensender CNN meinte enttäuscht: „This is one of the biggest media failures of our lifetime.“ Und selbst Judith Butler, die Marie Antoinette des akademischen Feminismus, sorgte sich: „Schirmt uns unsere weltentrückte Art des linksliberalen Denkens von der Wahrheit ab?“

Nicht mehr ohne Facebook, Twitter, Instagram

Nun hatte die Wahl Donald Trumps vielleicht weniger mit den Medien zu tun als mit dem merkwürdigen amerikanischen Mehrheitswahlsystem („electoral college“), einer nicht besonders überzeugenden Gegenkandidatin und einer Reaktion der „white protestant nation“ (Allan Lichtman) auf die Jahre mit einem schwarzen Präsidenten. Signifikant ist allerdings der Einfluss radikalisierter Online-Portale wie „Breitbart“ oder „Infowars“, denen selbst Fox News zu zahm und zu etabliert erscheint. „Breitbart“-Polemiker Steven Bannon wurde zum Dank von Trump zum Chefstrategen im Weißen Haus ernannt; Peter Thiel kam ins „Transition Team“ – eine seltsame und neue Melange aus Nativismus und Futurismus.

In dieser Szenerie mit kalkulierten Provokationen, Tohuwabohu und politfolkloristischem Larifari wurde klar, dass das eine ohne das andere nicht mehr geht: revolvierendes Nachrichtenfernsehen und klassische Journalistik nicht mehr ohne Facebook, Twitter, Instagram und Snapchat, Telekommunikationsindustrie nicht mehr ohne Kabel- bzw. Pay-TV und Internet-Streaming, die gedruckte Presse nicht mehr ohne alle möglichen Online-Dienste und Newsletter, die Automobilindustrie nicht mehr ohne verfeinerte Satellitentechnologien und Entertainment-Pakete. Auf die Frage, ob die großen Automarken von morgen Apple und Tesla hießen, antwortete in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ Audi-Chef Rupert Stadler: „Ich bin fest überzeugt, dass gerade Audi zu den Marken von morgen zählen wird. Unsere Aufgabe ist es, auch in zehn Jahren sexy Autos zu entwickeln und zu fertigen. Sie werden umfassend vernetzt sein und unseren Kunden das Leben erleichtern. Das Auto wird zum größten Mobile Device.“

Das heißt aber nicht, dass die große Vernetzung der Vernetzung sich in einer unkenntlichen Konvergenzsuppe auflöst; es gelten nach wie vor die politökonomischen, warenästhetischen und dramaturgischen Regeln der „Bewusstseinsindustrie“ (Enzensberger), durchaus mit erkennbaren Resistenzen auf der Nutzerseite, etwa, wenn sich das verwirrte und technologisch überlastete Publikum in Deutschland zu Magazinen wie „Landlust“ oder zum Heimatfernsehen der öffentlich-rechtlichen Dritten Programme flüchtet. Es bietet sich daher an, mit einem präziseren und dialektisch geschulten Zugriff den technologisch-publizistischen Komplex auf die einzelnen Unternehmen und Konglomerate herunterzubrechen, um Mentalitäten und Intentionen, auch die medienökonomische Faktenlage, kenntlicher zu machen. Das ist die Zielsetzung der Publikation „Wer beherrscht die Medien?“, die nunmehr in der 5. Ausgabe erscheint und sich inzwischen auf die Online-Datenbank des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM, Köln) stützen kann. Und es ist signifikant, dass im Umsatz-Ranking der weltgrößten Medien-, Kommunikations- und Wissenskonzerne nun ein Medienkonzern neuen Typs an erster Stelle steht, den es beim Erscheinen der Erstausgabe von „Wer beherrscht die Medien?“ noch gar nicht gab: die Alphabet-Holding, zu der die im September 1998 von Sergey Brin und Larry Page gegründet Google Inc. Mitte 2015 umfirmiert wurde.

Alte Medienkonzerne, neue Wissens- und Datenimperien

Ende der 2000er Jahre fasste Larry Page den Entschluss, die internationale Werbeagenturindustrie zu zerstören. Nach der Übernahme von Online-Marketing-Marktführer DoubleClick im Jahr 2007 war Google zum erfolgreichsten Werbeimperium aufgestiegen und für Page waren Agenturen hochgradig ineffiziente Überbleibsel aus der analogen Vergangenheit. Google mit seiner technischen Expertise und seinem gigantischen Reservoir an persönlichen Nutzerdaten wäre dagegen weitaus besser in der Lage, zielgruppen-orientierte Werbekampagnen („Targeting“) zu realisieren.

Doch die Idee von Page wurde in einer Sitzung des Operating Committee des Suchgiganten systematisch ignoriert. CEO Eric Schmidt und seine damaligen Werbechefs Sheryl Sandberg (heute Facebook) und Tim Armstrong (heute AOL) waren entsetzt über den Plan. Wie „Business-Insider“-Journalist Nicholas Carlson in seinem Porträt über Larry Page schreibt, veranlasste Schmidt im Anschluss an die Sitzung, dass Werbepartner und Medienkonzerne zumindest niemals Wind von der Idee bekommen würden. Der Aufstieg von Google sollte leise und sanft vonstatten gehen, nach dem putzigen Motto „Don’t be evil“. Und so gibt es weiterhin den nur Brancheninsidern bekannten britischen Media- und Werbetrust WPP Group, mit über 160.000 Mitarbeitern in 108 Ländern die größte Werbeholding der Welt. Allerdings warnen Fachleute seit geraumer Zeit vor der unkontrollierten Drift von Werbegeldern in Richtung Facebook und Google: „Madison Avenue fell asleep, direct response Marketing ate its brain, and it woke up as an alien replica of itself“, so etwa der Harvard-Ökonom Doc Searls.

Die Google-Anekdote beschreibt nicht nur, wie verzahnt die traditionelle Medienindustrie mit den Wissens- und Datenkonzernen wie Google ist. Sie ist auch ein Schnappschuss aus einer Zeit, als Google noch mehr Rücksicht auf seine Medienpartner nehmen musste und einen Bruchteil seiner heutigen Größe hatte. Der Umsatz von Google hat sich zwischen 2006, dem Jahr der Übernahme der Videoplattform YouTube, und 2015 von 10,6 Mrd auf 74,9 Mrd US-Dollar mehr als versiebenfacht. Der als kauzig und emotionslos geltende Page hat inzwischen wieder die Leitung des Mutterkonzerns Alphabet übernommen, der mittlerweile auch im Gesundheitsbereich aktiv ist („Life Sciences“) und vorübergehend in Robotertechnologie investierte.

Doch Google ist noch immer vor allem ein Medienunternehmen. Das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik nahm Google im Jahr 2012 in sein Ranking der größten Medienkonzerne auf, weil das Unternehmen 96 Prozent seiner Umsätze mit Werbung generierte. Obwohl Google inzwischen auch selbstfahrende Autos und intelligente Thermostate produziert, ist der Werbeanteil mittlerweile auf 98 Prozent angestiegen. Google hat 2016 damit den langjährigen Spitzenreiter Comcast erstmals von der Spitzenposition des Medienkonzern-Rankings abgelöst. Die Medien- und Meinungsmacht von Google ist enorm: YouTube, das zunehmend auf kostenpflichtige, selbstproduzierte Inhalte setzt, ist die mit Abstand größte Videoplattform der Welt; Diskussionen, welche Inhalte in welcher Reihenfolge auf der ersten Seite der Google-Suchergebnisse zu sehen sind, stehen vergangenen Kontroversen über die Meinungsmacht von Zeitungen und Nachrichtensendungen in nichts nach; und mit seiner Kampagne, das weltweite Glasfasernetz auszubauen („Google Fiber“) plant der Konzern, die über Jahrzehnte etablierten Kabelkonzerne und Internet-Service-Provider herauszufordern.

Einer der erbittertsten ehemaligen Rivalen von Google ist derweil in eine wirtschaftliche und personelle Krise gestürzt. Der Aktienkurs von Viacom, des TV- und Filmgiganten, der sich vor knapp zehn Jahren als erster traditioneller Medienkonzern dazu entschied, juristisch gegen massive Urheberrechtsverletzungen seiner Inhalte auf YouTube vorzugehen, ist allein 2015 um 50 Prozent gefallen. Der Erfolg von Online-Konzernen wie Google hat damit unmittelbar zu tun: Die Zuschauer der Jugend- und Kindersender von Viacom (MTV, VH-1, Nickelodeon) wandern zunehmend ins Netz ab. Hinzu kommen lähmende Querelen an der Führungsspitze des Konzerns, die jegliche Innovation blockieren. Denn der ehemalige Viacom-CEO Philippe Dauman, dessen Vergütung inklusive Boni sich 2015 trotz der katastrophalen Bilanz auf mehr als 54 Mio Dollar belief, konnte sich lange auf die Unterstützung des greisen und dementen Mehrheitsaktionärs Sumner Redstone verlassen. Der 93-Jährige kontrolliert über seine Holding National Amusements außerdem auch das TV-Network CBS. Doch der seit Jahren schwelende Streit um Redstones Erbe glich zwischenzeitlich Seifenopern wie „The Young and the Restless“ oder „The Bold and the Beautiful“, die im Vormittagsprogramm von CBS laufen: ein greiser Patriarch, der sich Frauen in sein Anwesen bestellt, um mit ihnen Sex zu simulieren, Jahrzehnte jüngere Partnerinnen, die mit Millionenbeträgen ruhig gestellt werden, eine entfremdete Tochter, die auf einmal Ansprüche auf das Erbe stellt, ein Krankenpfleger, der Redstones unverständliches Gemurmel in Direktiven übersetzt und ein Rechtstreit über die Frage, ob Redstone noch Herr seiner Sinne ist. Es ist ein Kontrast zu den Wissenskonzernen aus Silicon Valley, wie er größer nicht sein könnte.

Medienunternehmen und „Wissenskonzerne“

Wir definieren Medienkonzerne als Unternehmen, die publizistische Inhalte in Massenmedien verantwortlich erstellen und/oder verbreiten sowie maßgebliche Teile ihres Umsatzes mit Erlösen aus Rechten/Lizenzen und/oder Werbung erzielen und nicht als reine Telekom- oder Technik-Provider auftreten. Ferner werden Konzerne berücksichtigt, die durch Produktion und/oder Distribution maßgeblichen Einfluss auf die kommunikative Umwelt eines breiten Publikums haben. Die Geschäftsfelder und Branchen, in denen diese Konzerne im Wesentlichen aktiv sind, umfassen Film- und Fernsehproduktion und -distribution, Streaming- und Social-Media-Dienste, Bücher-, Zeitungs- und Magazinverlage, Radiostationen und Musiklabels sowie Games Publishing und Fachinformationsdienste. Es gibt keine mathematisch trennscharfe Definition von Medienkonzernen, auch die Abgrenzung zur Telekommunikationsindustrie ist mitunter schwierig, aber unser Kategoriensystem hat sich über die Jahre doch als recht brauchbar erwiesen.

Zu den großen traditionellen, vertikal integrierten Medienkonzernen, die üblicherweise Fernsehsender, Radiostationen, ein Hollywood-Studio, Themenparks und einen Games Publisher verbinden (zum Beispiel Walt Disney, Time Warner oder Viacom/CBS) sind in den vergangenen Jahren neue Wissens- und Datenkonzerne hinzugekommen. Die „Big Four“ der Online-Industrie, heute gern als GAFA bezeichnet (Abkürzung für: Google, Apple, Facebook, Amazon), machen den legacy media nicht nur durch das Sammeln von Nutzerdaten Marktanteile auf dem Werbemarkt streitig, sondern sie haben massiv in die Produktion von eigenen Inhalten investiert. Es ist zu einem Revival der in der Vergangenheit überstrapazierten Phrase „Content is King“ gekommen, die bezeichnenderweise auch in einem Artikel von Bill Gates im Jahr 1996 auftaucht, in dem der Microsoft-Gründer prognostizierte, das Internet werde sich langfristig zu einer neuen Form von kommerziellen Rundfunk entwickeln.

Facebook kontrolliert nun nicht nur ein übergeordnetes Ökosystem, in dem Zeitungsartikel und Online-News konsumiert werden; das Unternehmen hat bereits eine aggressive Video-Streaming-Offensive gestartet. Facebook Live könnte sich auch dank der Hilfe von Celebrities und professionell hergestelltem Content mittel- bis langfristig zum wichtigsten Nachrichten- und Sportsender entwickeln. Apple, wie in regelmäßigen Abständen spekuliert wird, könnte seine enormen Cash-Reserven dazu benutzen, ein Hollywood-Studio zu übernehmen, um den iTunes Store oder sein Streaming-Angebot Apple TV mit Exklusivinhalten anzureichern. Denn Hollywood ist noch immer ein Sehnsuchtsort für Glamour und Drehbuchtalent. Selbst ein Unternehmen wie Amazon ist zum Medienkonzern geworden und produziert Content, um die Premiumversion seines E-Commerce-Dienstes zu promoten. Amazon dominiert den E-Book-Markt sowohl durch den wachsenden Einfluss seiner Eigenverlage als auch durch eine Preispolitik, die von vielen als erpresserisch empfunden wird, und hat in den letzten Jahren Milliarden in die Entwicklung von hochwertigen Fernsehserien und Kinofilmen investiert. Mit Netflix ist zudem ein neuer Player auf der Bildfläche erschienen, der mit einer aggressiven, globalen Content-Offensive das seit Jahrzehnten etablierte Kabel- und Pay-TV-Geschäftsmodell bedroht.

Hinzu kommt, dass diese Online-Medienkonzerne inzwischen enge Kontakte zur politischen Elite in Washington pflegen. Dank der Snowden-Leaks wissen wir, dass Google, Facebook und Microsoft – willentlich oder nicht – unverzichtbare Komplizen in der Massenüberwachung sämtlicher Internet-User sind. Eric Schmidt, der einstige CEO von Google, und Jigsaw-Chef Jared Cohen (ehemals „Google Ideas“) waren Hillary-Clinton-Unterstützer mit engen Verbindungen zur Demokratischen Partei. Apple hat dem FBI in der Affäre um gehackte iPhones zwar jüngst die Stirn geboten, schafft es jedoch durch eine Kombination von geschicktem Lobbying und Bilanztricks ungestraft, so gut wie keine Steuern auf seine enormen Gewinne zu zahlen. Facebook ist durch seine Free-Basics-Initiative zu einem geostrategischen Player geworden und von der Mission beseelt, ein von US-Konzernen dominiertes Web zu promoten. Und die letzten großen medienpolitischen Entscheidungen – vom überraschend starken Bekenntnis der Obama-Administration zum Netzneutralitätsprinzip bis hin zur untersagten Übernahme von Time Warner Cable durch Comcast – sind auch von Lobbying-Anstrengungen im Sinne von Netflix ausgegangen, das in einer quasi-monopolisierten, im internationalen Vergleich technisch zurückgebliebenen Internet-Infrastruktur nicht weiter wachsen könnte. Diese Daten- und Wissenskonzerne sind neben Hollywood-Filmen zum wichtigsten Exportprodukt der USA geworden und auch deren zukünftige Regierungen (selbst mit Donald Trump) werden alles daran setzen, ihre herausragende Stellung in der internationalen Medien- und Online-Landschaft aufrechtzuerhalten.

Neue Konkurrenz aus China

In der letzten Dekade lässt sich auch der Aufstieg von Medienkonzernen aus der BRIC-Gruppe beobachten. Parallel zum wirtschaftlichen Aufschwung sind in Brasilien (wo Globo bereits seit 1965 den Mediensektor dominiert), in Russland (Gazprom Media) und in Indien (Essel-Group) Konzerne in Erscheinung getreten, die den wachsenden Hunger der neuen Mittelschicht nach TV- und Film-Entertainment stillen wollen. Medien- und Online-Konzerne aus China nehmen hierbei eine Sonderstellung ein. Auch durch Zukäufe und Partnerschaften mit westlichen Firmen sind chinesische Unternehmen wie Tencent, Baidu und die Shanghai Media Group zu globalen Playern geworden. Das Social-Media- und Gaming-Imperium Tencent und der häufig als Google-Klon bezeichnete Wissenskonzern Baidu haben es dank enger Beziehungen zur Kommunistischen Partei geschafft, Google & Co. aus China fernzuhalten. Das Land wird in Kürze als wichtigster Kinomarkt die USA ablösen und die Shanghai Media Group oder Investoren wie China Media Capital haben längst Partnerschaften mit Hollywood-Studios eingefädelt, um auf den chinesischen Massengeschmack abgestimmte Blockbuster zu produzieren. Ob ein Film an den US-Kinokassen floppt, wird zunehmend unwichtiger, wenn ein von westlichen Zuschauern weitgehend ignorierter Film wie „World of Warcraft“ in China am ersten Tag 46 Mio Dollar einspielen kann. Shanghai ist neben Silicon Valley, New York und London zum neuen Epizentrum der Medienkonzernwelt geworden.

„Cord Cutters“ und „Cord Nevers“

Obwohl vor allem in den USA immer mehr Kunden ihre Kabelverträge kündigen, haben sich Kabel- und Satellitenkonzerne bzw. Internet-Service-Provider wie Comcast, Cox, Dish, Rogers, Shaw und Carter seit Jahren im Ranking der größten Medienkonzerne festgesetzt. Daran wird sich wohl auch in den nächsten Dekaden wenig ändern: Ältere Fernsehzuschauer werden wohl kaum auf Netflix umsteigen und sie weiterhin ihre horrenden Kabelgebühren bezahlen (das Basispaket an Kabelsendern plus Internet-Zugang kostet bei Comcast in etwa 130 Dollar pro Monat). Hinzu kommt, dass auf dem nordamerikanischen Kabelmarkt so gut wie keine Konkurrenz herrscht. Comcast, Cox, DirecTV, Verizon und Charter haben den Markt unter sich aufgeteilt. Während man in Europa oder Lateinamerika häufig die Wahl zwischen 25 bis 50 Anbietern hat, läuft es beispielsweise im Großraum Philadelphia darauf hinaus, dass man sich nur zwischen Comcast oder gar keinem W-Lan in seinem Apartment entscheiden kann.

Die US-Medienpolitik hat nichts getan, um diese kartellrechtlich bedenkliche Situation zu entschärfen. Im Gegenteil: Comcast durfte 2011 nach einer höchst umstrittenen Entscheidung der Federal Communications Commission (FCC) NBC Universal übernehmen und kontrolliert seither nicht nur die Übertragungswege, sondern auch eine der größten Senderketten und eines der vier großen Filmstudios. Zwar blockierte die Obama-Administration danach den Versuch von Comcast, durch die Übernahme von Time Warner Cable weiter zu wachsen; die FCC erlaubte es jedoch im selben Jahr, dass Konkurrent Charter Communication den Zuschlag für Time Warner Cable erhielt und genehmigte den Kauf von DirecTV durch den Telekommunikationsriesen AT&T. Den vorerst letzten Beitrag zur Merger-Manie leistete wiederum AT&T mit einem 85 Mrd Dollar schweren Übernahmeangebot für Time Warner, das im Oktober 2016 abgegeben wurde.

Langfristig werden die veränderten Nutzergewohnheiten für die Kabelunternehmen jedoch zu einem Problem. Ihre Beziehungen zu den großen TV-Sendern haben sich in den vergangenen Jahren verschlechtert. Regelmäßig entstehen sogenannte „carriage disputes“ über die Frage, wie viel Geld die Kabelkonzerne an die Sender entrichten sollen. Aufgrund sinkender Einschaltquoten sind die Kabelanbieter zunehmend nicht mehr bereit, hohe Summen zu bezahlen. Die Fernsehsender sind jedoch wegen sinkender Werbeerlöse auf die Übertragungsgebühren angewiesen. Um die auch als „Cord Cutting“ bekannte Migration zu Streaming-Plattformen zu stoppen (jüngere Rezipienten, die keine Absicht haben, jemals lineares Fernsehen zu empfangen, gelten im Kabeljargon mittlerweile als „Cord Nevers“), haben Comcast & Co. damit begonnen, die Programmpakete zu entbündeln und mehr À-la-carte-Optionen anzubieten. Über Jahrzehnte mussten Kabelkunden auch für Sender aus ihrem Programmpaket bezahlen, die sie so gut wie nie gesehen haben. Nun können sie teilweise bestimmen, welche Sender sie empfangen wollen und welche nicht. Doch selbst die Kunden, die komplett auf Kabelfernsehen verzichten, bleiben in der Regel Internet-Kunden, was vor allem kleinere Unternehmen dazu gebracht hat, ganz auf die Kabelübertragung zu verzichten.

Sollten die großen Unternehmen, die aufgrund ihrer Marktmacht die Lizenzkosten bisher klein halten konnten, nachziehen, würde das dramatische Folgen für die TV-Landschaft und die großen Medienkonzerne haben. Die Aktie von Walt Disney, das aufgrund seiner enorm erfolgreichen Marvel- und Star Wars-Filmserien eigentlich exzellent da steht, wurde im vergangenen Jahr enorm von der ungewissen Entwicklung seines Sportsender-Kette ESPN belastet. Selbst Live-Sportübertragungen, von denen Experten davon ausgingen, dass sie der letzte heilige Gral des TV-Business seien, halten Zuschauer nicht mehr davon ab, ihre Kabel zu kappen.

Journalistische „failed states“

Medienkonzerne könnten mittelfristig damit beginnen, ihr Kabelgeschäft vom restlichen Kerngeschäft abzuspalten. Eine strukturell vergleichbare Entwicklung lässt sich bei den Zeitungs- und Magazinverlagen beobachten. News Corp., Time Warner und Pearson haben ihre Printsparten längst ausgegliedert oder verkauft. Von den in den Top 50 des Rankings vertretenen Konzernen haben nur noch Bertelsmann, Lagardère und Advance Publications nennenswerte Printhäuser in ihrem Portfolio. Einst große Zeitungshäuser wie die New York Times Company, Gannett, Tribune Publishing, Graham Holdings (ehemals Washington Post Company), Daily Mail & General Trust oder Bonnier sind längst nicht mehr Teil der Rangliste. Zwar ist es gelungen, einige der Magazintitel erfolgreich in Online-Marken zu überführen; doch mit Ausweitung der publizistischen Zone sind neue Player wie Gawker, TMZ, Buzzfeed und Huffington Post auf der Bildfläche erschienen, die schon jetzt in Bezug auf Klickzahlen und Breaking News neue Maßstäbe setzen.

Traditionelle Verlagshäuser wie etwa Time Inc., das in Insiderkrisen bereits als journalistischer „failed state“ gilt, haben es nach Jahren des Missmanagements nicht geschafft, ihre Inhalte online nennenswert zu monetarisieren. Die über Jahrzehnte zumindest öffentlich verkündete strikte Trennung zwischen Redaktionen und Anzeigenabteilung gehört längst der Vergangenheit an. Die bereits vor zehn Jahren getätigte Prognose, Zeitungen würden zu Trophäen der Superreichen, hat sich zumindest in den USA bewahrheitet. Mit der „Washington Post“ (Jeff Bezos), dem „Boston Globe“ (John Henry) und der „New York Daily News“ (Mortimer Zuckerman) befinden sich drei der auflagenstärksten Blätter in den Händen von Multimilliardären. Wie „Forbes“ jüngst vorrechnete, werden die größten Nachrichtenmedien Nordamerikas im Prinzip von 15 Milliardären kontrolliert.

Es deutet einiges darauf hin, dass legacy media, aber auch Blog-Seiten nur noch Zulieferer für ein von Social-Media-Firmen dominiertes Online-Ökosystem werden. Journalismus wird so zum Unterfall der Konvergenzökonomie. Droht Online-Magazinen und News-Seiten das gleiche Schicksal wie Zeitungen zur Jahrtausendwende? Jüngste Berichte über Umsatzrückgänge und Entlassungen bei zwei der populärsten Nachrichtenplattformen, Buzzfeed und Mashable, deuten darauf hin. Dank des wachsenden Einflusses von Facebooks News Feed werden Artikel mehrheitlich über Smartphones und vor allem nicht mehr auf den eigenen Webseiten der jeweiligen Anbieter gelesen. Von der Vergrößerung der Leserschaft durch „Instant Articles“ profitieren in erster Linie Facebook & Co.; für die Homepage der jeweiligen Publikation gehen in der Konsequenz der Traffic und damit auch die Werbeeinnahmen zurück.

Die Bereitschaft der News-Seiten mit Plattformen wie Facebook zu kooperieren, könnte langfristig gravierende Konsequenzen haben. Facebook könnte zunächst hochwertige Inhalte Dritter, wie zuletzt Videoreportagen der „New York Times“, dazu benutzen, weitere Nutzer anzulocken, ehe das Unternehmen beginnt, selber Filme und Serien zu produzieren. Die jüngst gestarteten Facebook-Livestreams, die unternehmensintern höchste Priorität haben, und der Einstieg in das VR-Games-Geschäft deuten darauf hin, dass Facebook in Zukunft mehr Broadcaster als bloßes Social Network sein will.

Öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten unter Druck

Eine Sonderstellung im Ranking der größten Medienkonzerne der Welt nehmen öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten ein. BBC und ARD liegen mit ihren Etats von jährlich rund 6,5 Mrd Euro noch vor Herausforderern wie Netflix oder etablierten internationalen Medienkonzernen wie Discovery. Man fragt sich nur, wie lange noch. Die britische BBC steht seit geraumer Zeit enorm unter Druck, ihre aufgeblähte Organisationsstruktur zu verschlanken, ihre Aufsichtsmethoden zu reformieren und die Gebührenzahler zu entlasten. In Japan steht die Rundfunkanstalt NHK wegen enger Verbindungen zur Regierungspartei spätestens seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima enorm in der Kritik. Während die BBC immerhin noch Serien-Formate von internationalem Renommee produziert, haben sich in Deutschland ARD und ZDF trotz ihrer enormen Ressourcen (rechnet man ARD und ZDF zusammen, so verfügt Deutschland über das größte öffentlich-rechtliche Rundfunksystem der Welt) von dieser Prestige-Sphäre weitgehend abgekoppelt – für das bisher teuerste Serien-Projekt, Tom Tykwers Produktion „Babylon Berlin“, die derzeit gerade realisiert wird, musste die ARD mit dem Pay-TV-Sender Sky kooperieren.

Es ist weiterhin unklar, wie viel der deutschen Rundfunkbeitragsgelder ins Programm fließen und wie viel in Verwaltung und Pensionsrückstellungen, wie viele Millionen Euro die Experten bei Sportübertragungen für wenige Stunden Arbeit erhalten und warum rechercheintensive Dokumentationen nicht ins Schaufenster der Primetime gestellt werden. Während ältere Generationen den öffentlich-rechtlichen Sendern weiterhin treu bleiben werden, ist es nur schwer möglich, ein jüngeres, zunehmend der englischen Sprache mächtiges Publikum dauerhaft zu binden – trotz Versuchen, digitale „Jugendkanäle“ ins Leben zu rufen. Ein Szenario für die die kommenden Dekaden könnte ein auf politische Berichterstattung und Regionalsendungen beschränkter öffentlich-rechtlicher Rundfunksektor sein, der akzeptiert hat, dass er es mit den Produktionskapazitäten von Netflix, YouTube und Amazon nicht mehr aufnehmen kann.

Bildung und Fachinformationen als lukratives Geschäft

Während Print und TV Krisensymptome zeigen, setzen immer mehr Konzerne auf das Geschäft mit Bildungsmedien und Fachinformationen. Unternehmen wie die RELX Group, S&P, Pearson, Nielsen, Bloomberg und Wolters Kluwer erwirtschaften Milliarden mit dem Verkauf von Schulbüchern und dem Erstellen von standardisierten Tests, dem Ermitteln von TV-Einschaltquoten oder der Bereitstellung von Informationen für Juristen und Versicherungen, der Vermietung von Terminal-Computern für Broker und dem Rating von börsennotierten Unternehmen. Selbst klassische Medienunternehmen wie News Corp., Bertelsmann oder Discovery Communications sind mittlerweile auf dem erweiterten „Bildungsmarkt“ aktiv, stets verbunden mit dem Sammeln von Nutzerdaten. Thomas Thiel, Redakteur der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, hat diesbezüglich in einer bemerkenswerten Analyse von Schülern und Studenten als „Bildungshamstern“ gesprochen, die im Netz großer Medien- und Wissenskonzerne Credit Points und Module ansammeln, unter dem formalen Deckmantel von Universitäten und Fachhochschulen.

Die Marktmacht solcher auf Informationsdienste spezialisierten Datenkonzerne ist dabei noch problematischer als die von traditionellen Medienunternehmen: Reed Elsevier, der zur RELX Group gehörende Verlag für wissenschaftliche Zeitschriften, macht auf dem Rücken von Universitäten und Bibliotheken mit der Publikation von überwiegend durch öffentliche Mittel finanzierte Forschung enorme Gewinne. Pearson kontrolliert durch seine dominierende Stellung auf dem Markt für Tests, was und wie in Klassenräumen unterrichtet wird. Und S&P (ehemals McGraw-Hill), ein eng mit der Bush-Dynastie verbundener Konzern, trug mit optimistischen Bewertungen von Finanzprodukten erheblich zur weltweiten Rezession 2008 bei. Da der Schwerpunkt dieser Konzerne auf dem Sammeln und der Auswertung persönlicher Daten liegt, stellt sich jedoch die Frage, wie lange sie noch neben den neuen Daten- und Wissenskonzernen bestehen können. Google, Facebook, Amazon und Netflix wissen schon jetzt mehr über ihre User, als es Nielsen & Co. jemals können.

Wachsende Bedeutung des Games-Marktes

Einen wachsenden Markt stellen schließlich die Produktion und der Vertrieb von Videospielen dar. Sony, Time Warner, Facebook, Vivendi, Tencent, Microsoft und Amazon haben mittlerweile erfolgreiche Games-Geschäftsbereiche etabliert. Mit Activision, Electronic Arts und Nintendo sind zudem drei reine Games Publisher im Ranking der größten Medienkonzerne vertreten. Das wichtigste Produkt von Sony ist – nach der schrittweise erfolgten Abspaltung seines TV- und Mobil-Hardware-Segments – die Playstation 4. Die Konsole, die durch die Verzahnung mit YouTube, Netflix, Amazon Video und der Sony-eigenen Streaming-Plattform Crackle mehr Multimedia-Set-Top-Box als reine Spielkonsole ist, hat sich weltweit mehr als 40 Mio Mal verkauft, das Microsoft-Pendant Xbox One 20 Mio Mal. Der erfolgreichste Entertainment-Launch des Jahres 2015 war nicht etwa ein Kino-Blockbuster, sondern das Videospiel „Fallout 4“, das innerhalb von 24 Stunden 750 Mio Dollar umsetzen konnte.

Während Zeitungshäuser nach wie vor nicht wissen, wie sie ihre Online-Leser zum Bezahlen bringen können, machen Games Publisher mit kostenpflichtigen Zusatzinhalten vor allem auf mobilen Geräten Milliardengewinne. Zudem werden Games-Firmen, deren weltweiter Umsatz bis 2017 auf über 100 Mrd Dollar ansteigen wird, zunehmend zu Filmstudios: Activision, Nintendo und Ubisoft sind mittlerweile in die Filmproduktion eingestiegen, um die Popularität ihrer Titel und Charaktere für Kinofilme und Fernsehserien zu nutzen.

Wer trifft die Entscheidungen an der Spitze der größten Medienkonzerne? Der durchschnittliche Medienmanager ist über 50 Jahre alt, weiß und extrem wohlhabend. Von den 50 im Ranking vertretenen Unternehmen werden gegenwärtig nur vier von einer Frau geleitet (ARD, Shanghai Media Group, Yahoo und Wolters Kluwer). Medienmanager gehören branchenübergreifend zu den Bestverdienern. Wie der Branchenblog „Deadline“ vorrechnete, erhielten die CEOs der sieben größten US-Medienkonzerne 2015 insgesamt mehr als 280 Mio Dollar an Gehalt und Boni ausgezahlt. In Zeiten, in denen seit den Occupy-Protesten eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die Folgen sozialer Ungleichheit entbrannt ist, genehmigen vom Rest der Gesellschaft offenbar entfremdete Aufsichtsräte Jahr für Jahr solche Summen, die oftmals in keiner direkten Relation zur wirtschaftlichen Performance stehen. Neben dem bereits erwähnten Viacom-Chef Dauman gehören Leslie Moonves (CBS), Robert Iger (Walt Disney) und David Zaslav (Discovery Communications) zu den Topverdienern. Letzterer kam im Jahr 2014 mit Gehalt, Aktienanteilen und Boni gar auf die astronomische Summe von 156 Mio. Dollar.

Mogule und Nerds

Die Szenerie der Eigentümer und des Managements hat sich jedoch in den letzten zehn Jahren vor allem durch den Aufstieg der Online-Konzerne deutlich verändert. Mit Googles Sundar Pichai, Facebooks Mark Zuckerberg oder Yahoos Marissa Mayer sind mittlerweile an die Spitze der Medienkonzernwelt ausgebildete Programmierer und Computer-Ingenieure gelangt, deren Aufgabe es nicht mehr primär ist, ein Unternehmen unter Anwendung bestimmter Management-Techniken zu führen, sondern in erster Linie die technische Grundlage der products zu verstehen und visionäre Prognosen über deren Realisierung abzugeben. Dynastien wie die Roberts-Familie (Comcast), die Newhouse-Brüder (Advance Publications) oder der Kennedy-Klan (Cox) sind inzwischen eher die Ausnahme. Rupert Murdoch, in der Tradition von Hearst, Bennett und Kirch neben Sumner Redstone der letzte echte in der Rangliste vertretene Medienmogul, scheint nach jahrelangen familieninternen Grabenkämpfen bereit, sein Zepter an Sohn James abzugeben; die restlichen traditionellen Medienunternehmen sehen sich jedoch schon längst bei Internet-Firmen nach neuen Führungspersonal um – nicht umsonst wird etwa Facebook-COO Sheryl Sandberg als heißeste Anwärterin auf die Chefposition von Walt Disney gehandelt, sobald dort Robert Iger abtritt.

Bedeutender sind jedoch Investoren und Private-Equity-Gruppen, die in den vergangenen Jahren ihre Aktivitäten auf die Medienbranche ausgeweitet haben. Neben Warren Buffett, dessen Holding Berkshire Hathaway 2013 überraschend in US-Regionalzeitungen investierte, und Carlos Slim, der unter anderem fast den gesamten lateinamerikanischen Telekommunikationssektor kontrolliert und nebenbei zum größten Anteilseigner der New York Times Company wurde, ist der momentan wohl einflussreichste Investor John Malone. Der Kabelbaron herrscht nicht nur über sein Liberty-Media-Imperium und hält Anteile an Discovery Communications, sondern er fädelte durch weitere Beteiligungen auch die besagte Übernahme von Time Warner Cable durch Konkurrent Charter und die jüngste Fusion des Pay-TV-Senders Starz mit dem Hollywood-Studio Lionsgate ein.

Neben der Kommunistischen Partei Chinas, der de facto wohl größten Medienholding der Welt, sind seit längerem die Scheichs aus dem mittleren Osten in die internationale Medienindustrie eingestiegen. Al-Waleed bin Talal, einst größter individueller Anteilseigner am Murdoch-Imperium, ist inzwischen von Hamad bin Chalifa Al Thani als prominentester Investor abgelöst worden. Al Thanis Qatar Investment Authority hält dank exzellenter Beziehungen zum französischen Staat Anteile an Lagardère, Vivendi und France Télécom (Orange S.A.); ein weiteres katarisches Konglomerat, beIN Media, kaufte jüngst das Independent-Hollywood-­Studio Miramax.

Doch während nationale Gesetze in der Regel verhindern, dass ausländische Investoren die Kontrolle über Medienkonzerne übernehmen, konnten Private-Equity-Gruppen sich in der letzten Dekade weiter ausbreiten. Ihre Vertreter sitzen inzwischen in den meisten Aufsichtsräten, wo sie mittelbar die Geschicke der Unternehmen beeinflussen können. In manchen Fällen, wie etwa im Fall von iHeartMedia, der größten Radiosenderkette der USA, übernehmen sie komplett die Kontrolle. In einem hochgradig konzentrierten Medienmarkt wie den USA schaffen solche Konstellationen weitere Probleme: Thomas H. Lee Partners (bekannt durch ihre Beteiligung an der Übernahme von Pro Sieben Sat 1 Media durch Haim Saban) und Bain Capital, gegründet vom republikanischen Ex-Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, haben beide zeitweise auch in die Konkurrenten Cumulus und den spanischsprachigen Rundfunkbetreiber Univision sowie die drittgrößte Plattenfirma, Warner Music, investiert. Die „Heuschrecken“-Praxis, den Kaufpreis durch Schulden zu finanzieren und diese dem „gekauften“ Unternehmen aufzuhalsen, hat für iHeart katastrophale Folgen. Während der Pro-Sieben-Sat-1-Konzern den Ausstieg von KKR und Permira im Jahr 2014 vergleichsweise gut überstanden hat, sind andere Medienunternehmen wie etwa EMI (nach dem Engagement von Terra Firma Capital Partners) oder Tribune (Equity Group Investment) unter ihrer Schuldenlast zusammengebrochen. Beispiele wie diese und die aktuelle Krise bei iHeart Media scheinen vorerst das Ende von weiteren leveraged buyouts in der Medienindustrie eingeläutet zu haben.

Lobbyisten und Think Tanks

„Super-PACs mögen zwar schlecht sein für Amerika, aber sie sind sehr gut für CBS.“ Mit diesem Satz brachte Leslie Moonves, der CEO des Network CBS, einst die Bedeutung des politisch-medialen Komplexes auf den Punkt. Dank der Citizens-United-Entscheidung des amerikanischen Obersten Gerichtshofs fließen Milliarden von Parteien, Kandidaten und deren Unterstützern an die TV-Sender. Im Gegenzug versuchen die Lobbyisten der Medienkonzerne, in diesem Fall in Form der National Association of Broadcasters, hinter den Kulissen sämtliche Gesetzesvorhaben zu torpedieren, die den Werbezeitenverkauf an Super-PACs limitieren wollen. Größte Nutznießerin im Superwahljahr 2016 war hier ohne Zweifel Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Lobbyisten von Comcast und Time Warner gehörten zu den größten Geldbeschaffern für die Clinton-Wahlkampagne. Dies hatte selbstverständlich Folgen für die Berichterstattung in den Mainstream-Medien. Der als liberal geltende Nachrichtensender MSNBC (Comcast) und der bereits als „Clinton News Network“ kritisierte Nachrichtenkanal CNN (Time Warner) entwickelten sich während der Vorwahlen im Frühjahr 2016 zu Sprachrohren von „Hillary“ – Munition wiederum für die vorgebliche Anti-Establishment-Kampagne von Donald Trump.

Neben der TV-Lobby versuchen die Medienkonzerne über die Verbände Motion Picture Association of America, American Cable Association und Entertainment Software Association den politischen Prozess zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Laut Angaben der Monitoring-Website „Open Secrets“ wurden allein 2015 371 Lobbyisten der Film- und Musikindustrie im Capitol gesichtet, die insgesamt mehr als 62 Mio Dollar an Abgeordnete ausschütteten. Die Telekommunikations- und Internet-Branche war mit 90 Mio noch großzügiger, wobei 15 Mio Dollar allein auf Comcast entfielen. Die Online-Konzerne gaben im Vergleich dazu rund 56 Mio aus, mehr als die Hälfte entfielen dabei auf Alphabet (Google), Facebook und Amazon. Eines der wichtigsten Ziele ist dabei, Gesetzesinitiativen zum Schutz persönlicher Daten – wie etwa zuletzt im Bereich biometrischer Gesichtserkennungssoftware – zu verhindern.

Subtiler erfolgt die Interessenvertretung durch Stiftungen, Lehrstühle und Think Tanks. Die größten Konferenzen zu den Themen „Digital Rights“ und „Internet Freedom“ werden von Konzernen wie Google und Facebook gesponsert, deren Vertreter in der Vergangenheit öffentlich ihre Abneigung für Konzepte wie „Privatsphäre“ bekundet haben. Mit seinem weltweiten „Policy Fellowship Program“ oder etwa dem Aufbau des „Alexander-von-Humboldt-Instituts für Internet und Gesellschaft“ in Deutschland versucht sich Google den gleichen Stellenwert in Berlin und Brüssel zu erarbeiten wie die viel stärker kritisierte Bertelsmann-Stiftung. Dass Lobbying von Google insbesondere in Europa nicht automatisch zum Ziel führt, zeigte sich allerdings in der Verabschiedung diverser nationaler „Leistungsschutzrechte“ der Zeitungsverlage und im laufenden Verfahren ‘EU vs. Google’.

Die Europäische Kommission unter Federführung von Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager – hier unterstützt durch Lobbyisten der Google-Konkurrenten Microsoft und Nokia – hat der Vormachtstellung von Google in Bezug auf mobile Betriebssysteme und Internet-Suche den Krieg erklärt. Das vom EU-Parlament beschlossene „Recht auf Vergessenwerden“ war eine weitere Niederlage für das US-Unternehmen und seine Präsenz in Europa. Dennoch ist davon auszugehen, dass sich der Einfluss von Google in Europa langfristig erhöhen wird. Die politischen Drehtür-Effekte zwischen Google und der amerikanischen Regierung bekommen etwa EU-Parlamentarier schon jetzt zu spüren: Wie der „Guardian“ Ende 2015 enthüllte, üben die 128 von Google finanzierten Kongressabgeordnete enormen Druck auf ihre EU-Pendants auf, die Kartellverfahren zu beenden.

Medienpolitische Reaktionen

Möglichkeiten der Regulierung dieser komplexen, erweiterten Medienkonzernstrukturen und insbesondere der großen Online-Konzerne stoßen zunehmend an ihre Grenzen. In letzter Konsequenz könnte eine drastische medienpolitische Reaktion darin bestehen, Google und Facebook zu zerschlagen, wie es das EU-Parlament im November 2014 bereits in einer nicht-bindenden Resolution entschieden hat. Schon jetzt hat Google eine kritische Größe erreicht, die an AT&T erinnert, bevor es 1984 von amerikanischen Kartellbehörden entflochten wurde. Aufgrund der geostrategischen Bedeutung der Konzerne für die US-Wirtschaft und der wachsenden Konkurrenz aus Asien erscheint das jedoch illusorisch. Ein realistischeres Szenario ist eher eine kontinentale Fragmentierung des Internets mit einem von Google und Facebook dominierten Nord- und Lateinamerika, einem stärker regulierten Europa, in dem womöglich öffentlich-rechtliche Suchmaschinen mit privaten Anbietern konkurrieren, wie vom deutschen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bereits mehrfach ins Spiel gebracht wurde, einem von chinesischen, quasi-staatlichen Internet-Unternehmen dominierten Asien und dem als letztem Wachstumsmarkt sowohl von den USA wie auch von China digital kolonialisierten afrikanischen Kontinent.

In der Einleitung zu „Wer beherrscht die Medien?“ im Jahr 2005 (damals erschienen bei C.H. Beck) hieß es: „Medienkonzerne agieren heute im Grunde ohne jede politische Opposition, sie können sich nur gegenseitig im Weg stehen oder werden von Konjunkturkrisen durchgeschüttelt. Eine vernünftige Medienpolitik außerhalb der Konzernsphäre, die sich konsequent um die Sicherung der publizistischen Vielfalt, die Rechte der Autoren und unabhängigen Produzenten, die Pflege des Mittelstandes im publizistisch-technologischen Komplex kümmerte, wäre in Deutschland und Europa erst aufzubauen.“

Der Abstand zwischen der normativen, politökonomischen Kraft der globalkapitalistischen Medienindustrie und den hilflosen alteuropäischen Regulierungsversuchen ist seitdem allerdings noch größer geworden. Die wenig übriggebliebenen Medienpolitiker in Deutschland versuchen es mit netten Appellen wie „Digitale Mittler tragen gesellschaftliche Verantwortung“, so die SPD-Politiker Marc Jan Eumann (Nordrhein-Westfalen) und Carsten Brosda (Hamburg) im Sommer 2016 in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

20 Konzerne, die noch vor zehn Jahren Teil der Top 50 waren, sind in der aktuellen Rangliste nicht mehr vertreten, darunter auch die fünf deutschen Vertreter Axel Springer, Pro Sieben Sat 1, Holtzbrinck, Burda und die Funke-Mediengruppe. US-Konzerne wie der langjährige Spitzenreiter Time Warner (1995 bis 2009), wie Walt Disney und News Corp. können ihre Stellung noch halten. 30 der 50 größten Medienkonzerne kommen aus Nordamerika, zehn aus Europa und sechs aus Asien. Mit dem Einzug von Google und Apple in die Top Ten mussten europäische Konzerne wie Vivendi, Lagardère, die ARD und Bertelsmann den Medien- und Datenkonzernen in den oberen Plätzen weichen.

Nostalgisches und Futurologisches

Insbesondere Bertelsmann, 1995 noch auf dem besten Weg zum weltgrößten Medienkonzern (Rang 2) und 2005 immerhin noch auf Platz 5, hat es irgendwann aufgegeben, seine internationale Vormachtstellung auszubauen. Unter anderem durch Rekordgewinne seiner RTL Group im Jahr 2015, dem internationalen Musikrechtehandel und der Beteiligung am Buchverlag Random House Penguin hält sich das deutsche Unternehmen noch in der Nähe zur Top Ten; Facebook erwirtschaftet jedoch jetzt bereits fast genauso viel Umsatz und chinesische Konzerne wie Tencent oder Baidu werden den Konzern aus Gütersloh wohl in absehbarer Zeit überholen. Die deutsche Medienindustrie, so kann man empirisch feststellen, löst sich langsam, aber sicher auf – jedenfalls was ihr internationales Standing anlangt. Als Bertelsmann 2013 mit schwachem Umsatzwachstum zu kämpfen hatte, war es dem Erfolg eines einzigen Buchtitels, „50 Shades of Gray“, zu verdanken, dass die Bilanz noch halbwegs erträglich ausfiel.

Man sieht, dass mitunter auch totgesagte Medien wie das gedruckte Buch eine Renaissance erleben können. Mit den Digitaltechnologien sind neue Nischenmärkte eröffnet worden, auch Chancen für neuen unabhängigen Journalismus; insgesamt aber haben die vertikalen und horizontalen Medienkonzentrationsbewegungen an Dynamik zugelegt. Fast schon nostalgisch blickt man auf die alten Medienzaren des 19. und 20. Jahrhunderts, von Hearst bis Berlusconi, von Leo Kirch bis zu Axel Springer. Heute dominiert der Typus des futurologischen Investors à la Peter Thiel, von Zukunftstechnologie-Managern wie PayPal-Mitbegründer Elon Musk oder eines digitalen Chefevangelisten wie Ray Kurzweil bei Google. Hightech-Unternehmen können sich alte Medien als Propaganda-Instrumente oder Glamour-Spielzeuge leisten, tech journalism erscheint attraktiver als Medienjournalismus – die warenästhetische Präsentation des jeweils neuen iPhones oder der rätselhafte Erfolg von Snapchat erscheinen, auch mit Blick auf eine jüngeres Publikum, attraktiver als mühselige medienökonomische Analysen. Und zukünftig werden sich gesellschaftskritische Debatten noch mehr um Fragen der artificial intelligence und Robotik fokussieren. In einem geschlossenen kybernetisch-algorithmischen System könnte sich ein Buch wie „Wer beherrscht die Medien?“ (und die dazugehörige Datenbank) in geraumer Zeit posthumanistisch selbst schreiben – abgesehen davon, ob es dann noch ein Buch oder eine Datenbank sein würde und wie dann die Rezipienten aussehen. Bis dahin bleibt noch ein wenig Reflexionszeit.

* * * * *

Die Top Ten der Medien- und Wissenskonzerne

nach Umsatz in Milliarden Euro im Jahr 2015

1. Alphabet/Google (USA) 67,588 Mrd

2. Comcast (USA) 67,156 Mrd

3. Walt Disney (USA) 47,287 Mrd

4. News Corp. (USA) 33,907 Mrd

5. AT&T (USA) 31,811 Mrd

6. Time Warner (USA) 25,343 Mrd

7. Viacom (USA) 24,474 Mrd

8. Sony  (Japan) 22,917 Mrd

9. Apple (USA) 17,944 Mrd

10. Altice Group (Niederl.) 17,495 Mrd

Die Platzierungen deutscher Unternehmen  in der Top 100 der
Medien- und Wissenskonzerne

11. Bertelsmann 17,141 Mrd

29. ARD 6,485 Mrd

52. Springer 3,295 Mrd

53. Pro Sieben Sat 1 3,261 Mrd

71. Bauer Media Group  2,300 Mrd

72. Burda Media Holding 2,211 Mrd

74. ZDF 2,114 Mrd 

83. Holtzbrinck 1,727 Mrd

Quelle jeweils: Buch „Wer beherrscht die Medien“ (2017)

24.04.2017/MK
„Wer beherrscht die Medien? Die 50 größten Medien- und Wissenskonzerne der Welt“, herausgegeben von Lutz Hachmeister und Till Wäscher, Verlag Herbert von Halem, Köln 2017, 23 Euro. In dem Buch (560 Seiten) gibt es zu jedem der 50 Medien- und Wissenskonzerne ein eigenes Kapitel mit einer ökonomischen Analyse und einem Porträt des jeweiligen Unternehmens.

Print-Ausgabe 20/2017

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren