Peter Limbourg wird neuer Intendant der Deutschen Welle

22.03.2013 •

22.03.2013 • Peter Limbourg, Informationsdirektor der Pro Sieben Sat 1 Media AG, wird neuer Intendant der Deutschen Welle (DW). Der Rundfunkrat des Senders wählte auf seiner Sitzung am 15. März in Berlin Limbourg zum Nachfolger von Erik Bettermann (SPD), der die Auslandsrundfunkanstalt seit Oktober 2001 leitet und Ende September im Alter von dann 69 Jahren in den Ruhestand tritt. Die Deutsche Welle wird aus Steuergeldern finanziert.

Wie der DW-Rundfunkratsvorsitzende Valentin Schmidt bekannt gab, sei Limbourg auf Vorschlag der Findungskommission mit großer Mehrheit gewählt worden; er habe im 17-köpfigen Rundfunkrat im ersten Wahlgang insgesamt 14 Ja-Stimmen erhalten. Zudem habe es eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen gegeben, so Schmidt. Limbourg wird das Intendantenamt am 1. Oktober dieses Jahres übernehmen. Der 52-jährige Journalist wurde vom Rundfunkrat für eine Dauer von sechs Jahren zum DW-Intendanten gewählt.

Peter Limbourg, der dem konservativen Lager zugerechnet wird, ist seit Sommer 2010 Informationsdirektor der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe. Zuvor war er ab 2008 alleiniger Chefredakteur des Nachrichtensenders N24, der bis Sommer 2010 zur Pro Sieben Sat 1 Media AG gehörte. Dann verkaufte der börsennotierte Medienkonzern N24. Limbourg begann seine berufliche Laufbahn nach einem Jura-Studium in Bonn mit einem Volontariat bei der Deutschen Fernsehnachrichten Agentur (DFA). Er arbeitete später für Sat 1 als Korrespondent in Brüssel und leitete ab 1996 das Pro-Sieben-Studio in Bonn. Im Jahr 1999 wurde er dann einer der beiden Chefredakteure des damals gegründeten Nachrichtenkanals N24 (der zweite Chefredakteur war Florian Martius). Neben seiner N24-Funktion war Limbourg damals außerdem Politikchef von Pro Sieben und später auch von Sat 1 (ab 2001). Seit 2008 ist Limbourg überdies Hauptmoderator der Sat-1-Nachrichten um 20.00 Uhr.

Journalisten statt Politiker

Für die Intendantenwahl bei der Deutschen Welle hatte der DW-Rundfunkrat eine Findungskommission eingesetzt, der acht Rundfunkratsmitglieder angehörten. Die Kommission hatte neben Limbourg zuletzt noch zwei weitere Personen in die engere Wahl einbezogen. Dabei handelte es sich um die WDR-Hörfunkchefredakteurin Angelica Netz und um Stephan-Andreas Casdorff, den Chefredakteur der Berliner Zeitung „Der Tagesspiegel“. Die Findungskommission hielt Limbourg am geeignetsten für das Amt und schlug ihn daher mit einstimmigem Votum dem Rundfunkrat als einzigen Kandidaten zur Wahl vor.

Bei der Neubesetzung des DW-Intendantenamts im Jahr 2001 hatte die damalige Findungskommission dem Rundfunkrat noch drei Kandidaten zur Wahl präsentiert: neben Erik Bettermann, damals in der Bremer Senatsregierung Bevollmächtigter für Bundesangelegenheiten, Europa und Entwicklungszusammenarbeit sowie DW-Verwaltungsratsmitglied, noch den SPD-Medienpolitiker Jürgen Büssow und Sabine Rollberg, seinerzeit Arte-Beauftragte beim WDR (vgl. FK-Heft Nr. 19/01). Während vor zwölf Jahren von den drei Kandidaten noch zwei Politiker waren, von denen dann Bettermann das Rennen machte, waren nun in der Schlussrunde keine Politiker vertreten, sondern ausschließlich ausgebildete Journalisten.

• Text aus Heft Nr. 12/2003 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

22.03.2013 – FK

` `