Am 22. Juni 2015 startet der neue TV‑Informationskanal DW

19.06.2015 •

Die Deutsche Welle (DW) wird am 22. Juni 2015 ihren neuen englischsprachigen Informationskanal starten. Das Fernsehprogramm mit dem Namen DW (englische Aussprache) wird seinen Sendebetrieb im Rahmen des Global Media Forums aufnehmen, dem von der Auslandsrundfunkanstalt veranstalteten Medienkongress in Bonn. DW-Intendant Peter Limbourg und Kultur- und Medienstaatsministerin Monika Grütters (CDU) werden am 22. Juni, dem Eröffnungstag des Global Media Forums, gemeinsam symbolisch den Startknopf für DW drücken. Der Sendestart für das Programm war von der Deutschen Welle zunächst für den 27. April 2015 angekündigt, dann aber um rund zwei Monate nach hinten verschoben worden. Beim diesjährigen Global Media Forum geht es um den Themenbereich „Medien und Außenpolitik im digitalen Zeitalter“ (vgl. MK-Meldung).

Der neue Informationskanal tritt an die Stelle des bisherigen englischen TV-Programms der Deutschen Welle, bei dem Nachrichtenberichterstattung nicht im Mittelpunkt stand. In dem Nachfolgeprogramm wird es zu jeder vollen Stunde Nachrichten zum Weltgeschehen geben, die dann unter dem Namen „DW News“ (bisher: „Journal“) ausgestrahlt werden. Die Nachrichtenblöcke sind entweder 60, 30 oder 15 Minuten lang. Zudem werden Magazine und Dokumentationen aus den Bereichen Sport, Kultur und Wirtschaft gesendet. Hintergrundberichte soll es bei DW vor allem aus Afrika und Asien geben. Die sozialen Medien wollen die Verantwortlichen in die Berichterstattung einbinden. Wie dies genau vonstattengehen soll, dazu dürfte sich Intendant Limbourg am 22. Juni näher äußern. An diesem Tag hat die Deutschen Welle anlässlich des Starts von DW eine Pressekonferenz angesetzt.

Einbindung sozialer Medien

Dadurch, dass in dem neuen englischen Programm die Nachrichtenformate ausgeweitet werden, fallen Mehrkosten an, die die Deutsche Welle zum jetzigen Zeitpunkt mit 7,7 Mio Euro pro Jahr veranschlagt. Der neue Sender, den die Auslandsrundfunkanstalt nun als ihr „Flaggschiff“ betrachtet, ist der zentrale Bestandteil der von Intendant Limbourg entworfenen ehrgeizigen Strategie, die Deutsche Welle zum „globalen Informationsanbieter aus Deutschland“ umzubauen. Dies mit dem Ziel, dass die Deutsche Welle bis zum Jahr 2017 in die Top 3 der Auslandssender aufrücken soll – das heißt, dass sie auf Augenhöhe mit CNN International und mit BBC World kommen soll (vgl. hierzu auch FK-Hefte Nr. 49/13 und 4/14). Die Bundesregierung, der Bundestag und die Aufsichtsgremien der Deutschen Welle hatten die überarbeitete Strategie gebilligt, die in der DW-Aufgabenplanung bis 2017 festgeschrieben wurde. Die Deutsche Welle wird vom Bund aus Steuergeldern finanziert.

Im Februar hatte sich die Regierung von CDU/CSU und SPD grundsätzlich darauf verständigt, den jährlichen Bundeszuschuss an den Sender in den Jahren 2016 und 2017 um jeweils 12 Mio Euro (im Vergleich zu 2015) anzuheben. Damit waren zuvor von DW-Intendant Limbourg erwogene drastische Einsparszenarien vom Tisch, die auf heftige Kritik in der Belegschaft gestoßen waren und im Sender große Unruhe ausgelöst hatten (vgl. MK-Meldung und FK-Heft Nr. 50/14). Wenn der Bundestag im Herbst dieses Jahres den Haushalt für 2016 beschließt, wird die Deutsche Welle im nächsten Jahr aus dem Etat von Staatsministerin Grütters rund 298 Mio erhalten. 2015 sind zirka 286 Mio Euro vorgesehen (in beiden Beträgen ist die Finanzierung der Miete für das Funkhaus in Bonn in Höhe von rund 7 Mio Euro enthalten). Neben der Grundfinanzierung erhält die Deutsche Welle – beispielsweise vom Auswärtigen Amt und vom Entwicklungshilfeministerium – außerdem noch Gelder für bestimmte Projekte. Unter anderem wird auf diese Weise die Deutsche-Welle-Akademie vom Entwicklungshilfeministerium finanziell unterstützt.

19.06.2015 – vn/MK

Das Sendegebäude der Deutschen Welle in Bonn (hinten rechts im Bild der Post Tower)

Foto: Flavi/MK

„Globaler Informationsanbieter aus Deutschland“: Nachrichtensendung „DW News“

Foto: Screenshot


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