Ulrich Bassenges Hörspiel „Rauschunterdrückung“ in Bukarest mit Grand Prix Nova ausgezeichnet

21.06.2019 •

Das Stück „Rauschunterdrückung. Ein Aufnahmezustand“ von Ulrich Bassenge wurde am 7. Juni in Bukarest mit dem mit 4000 Euro dotierten Grand Prix Nova in der Hörspielkategorie ausgezeichnet. Die Koproduktion des Schweizer Rundfunks (SRF) mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) ist die Fortsetzung von Bassenges Stück „Bier auf dem Teppich. Ein Menschenexperiment“ (WDR; vgl. FK-Kritik) und handelt von den Mühen einer Amateurband, die endlich einen Plattenvertrag bekommen hat. Doch die Aufnahmen in einem Hörspielstudio, das demnächst abgerissen werden soll, gestalten sich anders als erwartet. Wie schon im Vorgängerstück basiert Bassenges neues Hörspiel auf improvisierten Szenen ohne Skript. Der Titel spielt auf einen Klassiker des Neuen Hörspiels von Mauricio Kagel aus dem Jahr 1969 an: „(Hörspiel) Ein Aufnahmezustand“.

Für Ulrich Bassenge, geboren 1956 in München, ist die jetzige Auszeichnung bereits der zweite Grand Prix Nova. 2016 war der Hörspielmacher, Komponist und Autor in Bukarest bereits für seine Nietzsche-Dramödie „So fern vom Leben“ (vgl. FK-Kritik) ausgezeichnet worden, auch das eine Produktion des Schweizer Rundfunks. Das Stück „Rauschunterdrückung. Ein Aufnahmezustand“ wurde bei WDR 3 am 20. Januar 2019 ausgestrahlt. 

Der vom öffentlich-rechtlichen rumänischen Hörfunk Radio România veranstaltete Hörspielwettbewerb Gran Prix Nova fand jetzt zum siebten Mal statt. Dabei wurden außer in der Kategorie Hörspiel, für die es insgesamt 22 Einreichungen gab, zwei weitere Auszeichnungen vergeben: eine in der Kategorie Kurzhörspiel und erstmals auch eine in der Kategorie „Binaurales Hörspiel“ (Kopfhörer-Stereophonie).

Den mit 2000 Euro dotierten Kurzhörspielpreis gewann die Produktion „Der furchtbare Reiz des Herbstes“ von Natália Deáková, eine Produktion des tschechischen Hörfunks. Der ebenfalls mit 2000 Euro dotierte Preis für „Binaurales Hörspiel“ ging an das Stück „Lili Marlene – Serbische Schnitte“, das Snežana Ristic und Radonja Leposavic für den serbischen Rundfunk realisiert haben. Beim Gran Prix Nova werden laut Statut neuartige Erzählformen ausgezeichnet, die in dramaturgischer, technischer und ästhetischer Hinsicht Maßstäbe setzen.

21.06.2019 – jm/MK

Print-Ausgabe 19/2019

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