ARD und Deutschlandradio betreiben 70 Radioprogramme

14.07.2015 •

Die neun ARD-Landesrundfunkanstalten und das Deutschlandradio veranstalten derzeit insgesamt 67 Hörfunkprogramme, die terrestrisch zu empfangen sind (UKW und/oder Digitalradio). Hinzu kommen noch drei terrestrische Kanäle mit Verkehrsnachrichten; je einen betreiben der Bayerische Rundfunk (BR), der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und der Westdeutsche Rundfunk (WDR). Das geht aus einer Auflistung der ARD und des Deutschlandradios über ihre Radioprogramme hervor. Den Überblick müssen die Anstalten laut dem Rundfunkstaatsvertrag seit 2010 jährlich erstellen (§ 11c Abs. 4). Die Liste ist in den amtlichen Verkündungsblättern der Bundesländer zu veröffentlichen. Die jüngsten Angaben der Sender wurden beispielsweise am 11. Juni im „Ministerialblatt für das Land Nordrhein-Westfalen“ publiziert.

Die meisten (terrestrisch ausgestrahlten) Programme hat der Auflistung zufolge der NDR, die Vier-Länder-Anstalt für Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Inklusive des Verkehrsnachrichtenkanals sind es insgesamt elf Hörfunkangebote. Neben den NDR-1-Landesprogrammen für die vier zu versorgenden Länder betreibt die Rundfunkanstalt noch die Programme NDR 2, NDR Kultur, NDR Info und N-Joy. Hinzu kommen die Zusatzkanäle NDR Blue, NDR Info Spezial und NDR Traffic, die allesamt digital-terrestrisch über DAB plus und mit Ausnahme von NDR Traffic auch über Satellit und via Internet zu empfangen sind. Die drei Zusatzkanäle sind durch den NDR-Digitalradio-Staatsvertrag legitimiert, der am 1. Juli 2012 in Kraft getreten war.

Zusätzlich noch 52 Webchannel

Der BR veranstaltet inklusive seines Verkehrsnachrichtenkanals zehn terrestrische Radioprogramme. Dabei handelt es sich neben den fünf Hauptwellen (Bayern 1, Bayern 2, Bayern 3, BR Klassik, B5 aktuell) noch um das Jugendradio Puls, um BR Heimat, Bayern plus, B5 plus und um BR Verkehr. Der WDR betreibt inklusive seines Verkehrsnachrichtenkanals neun Wellen: 1Live, WDR 2, WDR 3, WDR 4, WDR 5 und Funkhaus Europa sowie 1Live Diggi, Kiraka (Kinderradio) und Vera, so der Name des Verkehrsradios. Bei Funkhaus Europa sind als Kooperationspartner Radio Bremen und der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mit im Boot. Bei Kiraka arbeitet der WDR ebenfalls mit Radio Bremen und außerdem mit dem Saarländischen Rundfunk (SR) zusammen.

Der Südwestrundfunk (SWR), die Sendeanstalt für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, hat insgesamt acht Programme: SWR 1 Baden-Württemberg, SWR 1 Rheinland-Pfalz, SWR 2, SWR 3, SWR 4 Baden-Württemberg, SWR 4 Rheinland-Pfalz, SWR Info und Das Ding. Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), die Drei-Länder-Anstalt für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, veranstaltet ebenfalls acht Radioprogramme. Neben den drei MDR-1-Landesprogrammen für die drei Senderegionen sind dies noch MDR Jump, MDR Sputnik, MDR Figaro, MDR Klassik und MDR Info.

Beim RBB gibt es für Berlin und Brandenburg sechs Programme: Radio Berlin 88,8, Antenne Brandenburg, Radio Eins, Fritz, Kulturradio und Inforadio. Der Hessische Rundfunk veranstaltet ebenfalls sechs Wellen, und zwar HR 1, HR 2 Kultur, HR 3, HR 4, You FM und HR Info. Beim SR sind es die fünf Programme SR 1 Europawelle, SR 2 Kulturradio, SR 3 Saarlandwelle, Unser Ding und Antenne Saar. Radio Bremen veranstaltet die vier Wellen Bremen Eins, Nordwestradio (zum Teil mit dem NDR), Bremen Vier, Bremen Next. Das Deutschlandradio betreibt mit dem Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen drei Programme. In der Auflistung der öffentlich-rechtlichen Radiosender sind ausschließlich über das Internet empfangbare Webchannel (Loopstreams) nicht enthalten. Sechs der neun ARD-Anstalten betreiben solche Angebote. Sie bieten etwa in mehrstündigen Schleifen Musik verschiedener Genres oder es gibt dort schwerpunktmäßig bestimmte Wortsendungen bzw. Wortbeiträge zu hören. Die meisten Webchannel betreibt der NDR mit insgesamt 21. Er folgt der MDR mit 13 Angeboten; darunter ist auch Figarino, das von der Rundfunkanstalt produzierte Webradio für Kinder. In der Hörfunkliste, die die ARD und das Deutschlandradio veröffentlichen müssen, weist nur der MDR die Anzahl seiner Webchannel aus.

Die übrigen fünf ARD-Sender – NDR, SWR, WDR, SR und Radio Bremen – verzichten auf eine Nennung. Sie verwiesen auf MK-Nachfrage jeweils darauf, Webchannel bzw. Loopstreams seien keine Radioprogramme im Sinne der rundfunkrechtlichen Bestimmungen. Es handele sich um Telemedien-Angebote, die im Zuge früherer Drei-Stufen-Tests genehmigt worden seien. Radio Bremen betreibt neun Webchannel. Der Saarländische Rundfunk und der WDR bieten jeweils vier Webchannel an. Hinzu kommt noch beim Südwestrundfunk das SWR 2 Archivradio. Insgesamt gibt es somit bei diesen sechs ARD-Anstalten 52 Webchannel. Der BR, der RBB und der HR betreiben keine solchen Angebote. Gleiches gilt für das Deutschlandradio.

14.07.2015 – vn/MK