Blaue Panther zum 30. Mal vergeben: Beim Bayerischen Fernsehpreis 2018 wird Hape Kerkeling mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet

10.08.2018 •

Nun, wir sind diesmal a bisserl spät dran damit, aber wir liefern sie hiermit noch nach: die Preisträger des Bayerischen Fernsehpreises 2018. Verliehen wurden die Auszeichnungen am Abend des 18. Mai (Freitag) im traditionellen Rahmen einer feierlichen Fernsehgala im Prinzregententheater in München. Den Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten erhielt dabei der 53-jährige TV-Komiker, -Moderator und Schauspieler Hape Kerkeling. Ein Sonderpreis ging an die Serie „Babylon Berlin“ (Sky/ARD/Degeto). Die Fernsehübertragung von der Verleihung des Bayerischen Fernsehpreises wurde in diesem Jahr von RTL produziert, Moderatorin war Barbara Schöneberger. RTL zeigte die Aufzeichnung von der Preisverleihung am 20. Mai (Pfingstsonntag) von 22.40 bis 0.10 Uhr (die Sendung hatte 530.000 Zuschauer, Marktanteil: 3,3 Prozent). Die Produktionen, die von der Jury mit Preisen ausgezeichnet wurden, stammten in acht Fällen von öffentlich-rechtlichen und in sechs Fällen von privaten Programmen. Am erfolgreichsten war mit insgesamt sechs Preisen die ARD (darunter zweimal das Dritte Programm BR Fernsehen). Der Bayerische Fernsehpreis wird seit 1989 von der bayerischen Staatsregierung „für herausragende Leistungen im deutschen Fernsehen“ vergeben und ist der höchstdotierte TV-Wettbewerb in Deutschland. Der Preis wurde jetzt zum 30. Mal verliehen, die Preissumme betrug in diesem Jahr insgesamt 110.000 Euro (inklusive Nachwuchsförderpreis). Die Gewinner werden neben der Geldprämie mit einem aus Porzellan bestehenden „Blauen Panther“ ausgezeichnet, dem Symbol des Bayerischen Fernsehpreises. • MK

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Der Bayerische Fernsehpreis 2018: Blaue Panther zum 30. Mal vergeben

Im Folgenden alle Entscheidungen des Bayerischen Fernsehpreises 2018 und die Begründungen im Überblick:

Der Ehrenpreis des bayerischen Ministerpräsidenten geht an Hape Kerkeling für herausragende Leistungen im deutschen Fernsehschaffen.

Begründung:

Ob als Komiker, Moderator, Buchautor oder Filmemacher: Seit 35 Jahren begeistert Hape Kerkeling mit herausragendem Entertainment. Mit seinem urkomischen und gleichzeitig liebenswerten Humor steht er in einer Reihe mit Legenden wie Heinz Erhardt oder Loriot. Denn Hape Kerkeling bringt uns zum Lachen, ohne andere zu verletzen. Humor und Menschlichkeit – eine ebenso seltene wie wunderbare Mischung.

Sein Instinkt für die kleinen Tücken unseres Alltags ist einzigartig. Und diese führt er uns vor, indem er Charaktere erschafft, die so wunderbar, unvollkommen und wahrhaftig sind, dass wir sie einfach lieben müssen: Hannilein, Uschi Blum und Horst Schlämmer sind wie gute alte Freunde: Man schüttelt immer wieder den Kopf über sie, hat sie aber trotzdem gern. Und mit seinem legendären „Hurz“ hat Kerkeling die deutsche Sprache sogar um eine eigene Vokabel bereichert.

Dass Hape Kerkeling einer der wenigen Künstler ist, die uns nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken animieren, zeigt der große Erfolg seines Bestsellers „Ich bin dann mal weg“, der sich über drei Millionen Mal verkauft hat. Die Beschreibung seiner Erfahrungen auf dem Jakobsweg hat Zehntausende seiner Leser dazu angeregt, ebenfalls die Reise zu sich selbst anzutreten – der daraus resultierende sprunghafte Anstieg der Pilgerzahlen trägt darum völlig zu Recht den Namen „Kerkeling-Effekt“.

Hape Kerkeling – ein Entertainer, der sich generationen- und genreübergreifend einen Platz im Unterhaltungs-Olymp gesichert hat.

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Der mit 10.000 Euro dotierte Nachwuchsförderpreis der LfA Förderbank Bayern geht an die Produktionsfirma Neuesuper GmbH von Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente.

Begründung:

Wer die Serientitel „Blockbustaz“, „Hindafing“, „Acht Tage“ oder internationale Filmtitel wie „Eastalgia“, „Ada“ oder „Totes Land“ hört, könnte glauben, dass es sich um das Lebenswerk einer gut eingeführten alten Firma handelt. Der irrt sich aber, denn diese Produktionen, die in den vergangenen Jahren Furore gemacht haben, sind alle von der blutjungen Coming-of-Age-Company ‘Neuesuper’ realisiert worden. Und die ist erst ein paar Jahre am Markt! Die Gründer haben sich, als sie „gestern“ von der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) kamen, gar nicht erst in die lange Reihe der Anbieter kleiner Fernsehspiele angestellt, sondern den Markt studiert mit dem Ergebnis, dass der international ist, der sich im Netz realisiert, und sie nur noch ein oder zwei mutige Sender finden müssten wie den BR oder Sky. Für diese haben sie dann gezielt fiktionale Serien entwickelt und produziert. Simon Amberger, Korbinian Dufter, und Rafael Parente arbeiten sich nicht nur funktional in ihren jeweiligen Gewerken – fiktionale Entwicklung, Produktion und Werbung – zu, sondern sie produzieren intermedial, trimedial und sowieso international, also optimal. Der Erfolg gibt ihnen Recht. Wo früher nichts war, vor allem nichts aus deutschem Hause, da ist heute die ‘Neuesuper’. Und die ist nicht nur neu, sondern in der Tat super!

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Ein Sonderpreis des Bayerischen Fernsehpreises geht an die Serie Babylon Berlin (Sky/ARD/Degeto).

Begründung der Jury:

„Fernsehserien sind das neue Erzählkino“, so Wim Wenders im Jahr 2015. Mit „Babylon Berlin“ erblickte nach mehr als 180 Drehtagen Deutschlands größtes Serienprojekt das Licht der Fernsehwelt. Die Konstellation war dabei ein echtes Novum – einzigartig und mutig zugleich: Auf Initiative von X Filme Creative Pool sind ARD-Degeto, Sky und Beta Film zur Realisierung von „Babylon Berlin“ eine Partnerschaft eingegangen mit keinem geringeren Ziel, als das Seriengenre in Deutschland und Österreich auf ein neues Level zu heben. Die Zuschauer tauchen in nie dagewesener Weise in die pulsierende Zeit des Berlin der 20er Jahre mit seinen gesellschaftlichen Umbrüchen ein.

„Babylon Berlin“ wurde kongenial von den drei Kreativen hinter der Serie – Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries – geschrieben und in Szene gesetzt. Dem Trio gelang es, basierend auf den erfolgreichen Kriminalromanen von Volker Kutscher, ein Stück deutscher Zeitgeschichte mit einem hohen Maß an spannender Unterhaltung zu verbinden, das den Zuschauer nicht mehr loslässt. Wesentliche Faktoren sind dabei der mitreißende Soundtrack, die eindringlichen Bilder und die exzellenten Schauspieler, allen voran Liv Lisa Fries und Volker Bruch. „Babylon Berlin“ hat nicht nur auf Sky ein Millionenpublikum erreicht und ist nach der 7. Staffel von „Game of Thrones“ die zweitstärkste Serie aller Zeiten auf einem Sky-Sender, sondern feiert auch weltweit riesige Erfolge und setzt qualitative Maßstäbe. Die Serie ist dabei ebenso außergewöhnlich wie zukunftsweisend.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Stefanie Albrecht als Autorin und Reporterin für Faktenverdreher und Fake News: Undercover bei alternativen Medien (RTL).

Begründung der Jury:

Sie brüsten sich damit, „unzensiert“ zu berichten: Hunderte sogenannter alternative Medien sind in den vergangenen Jahren im Internet entstanden. Und verblüffend viele Nutzer bekennen inzwischen, dass sie dem, was sie im Internet lesen, mehr vertrauen als den klassischen Medien.

Die Journalistin Stefanie Albrecht hat sich bei drei besonders erfolgreichen alternativen Online-Medien undercover umgesehen. Ihre überzeugenden Recherchen sind erschütternd, denn sämtliche handwerklichen Grundregeln und journalistischen Standards werden in diesen Publikationen absichtsvoll mit Füßen getreten. Stefanie Albrecht deckt auf: Das Ziel dieser Plattformen heißt nicht Information, sondern plumpe Stimmungsmache. Eine ebenso wichtige wie herausragend gemachte Dokumentation!

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Stephan Lamby als Journalist für seine politischen Dokumentationen Nervöse Republik – Ein Jahr Deutschland (ARD/NDR/RBB), Das Duell – Merkel gegen Schulz (ARD/SWR) und Bimbes – Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl (ARD/SWR/NDR/RBB; Koautor: Egmont R. Koch).

Begründung der Jury:

„Ich stehe eher am Rande und beobachte.“ Das sagt Stephan Lamby, wenn man ihn nach seinem Selbstverständnis als Journalist fragt. Aber Stephan Lamby ist als Dokumentarfilmer nicht nur besonders aufmerksam, sondern auch besonders fleißig: Mit „Nervöse Republik“, „Das Duell – Merkel gegen Schulz“ und „Bimbes – Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl“ hat er im vergangenen Jahr gleich drei politische Stücke abgeliefert, die allesamt sehenswert sind. Stephan Lamby ist Dokumentarfilmer von Beruf. Er betrachtet aufmerksam, was um ihn herum passiert und fängt es für seine Filme ein. Nach Flüchtlingskrise und AfD-Erfolgen spürte er: Wir erleben einen Umbruch, Politiker und Bevölkerung driften auseinander, auch Journalisten werden angefeindet. Ein Jahr lang beobachtete Lamby deshalb Politiker und Journalisten und die Menschen, die sich von ihnen betrogen fühlen. Herausgekommen ist ein großartiges Werk über unsere „Nervöse Republik“. Und wer den Film gesehen hat, weiß, dass es gute Gründe gibt, nervös zu sein. Wenn Qualität und Quantität gleichermaßen so stimmen wie bei dem Journalisten Stephan Lamby, dann gibt es dafür den Bayerischen Fernsehpreis!

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Claudia Garde als Regisseurin der Fernsehfilme Eine gute Mutter (ARD/NDR) und Das Nebelhaus (Sat 1).

Begründung der Jury:

Die Regisseurin Claudia Garde überzeugte die Jury in diesem Jahr durch zwei thematisch unterschiedliche, aber in ihrem qualitativen Anspruch ähnliche Filme: „Eine gute Mutter“ vom NDR für die ARD und „Das Nebelhaus“ für Sat 1.

In „Eine gute Mutter“ erzählt Claudia Garde (Buch: Christian Jeltsch) von der Überforderung der jungen Mutter Mona Doermer (Petra Schmidt-Schaller), ihre beiden Kinder verantwortungsvoll und fürsorglich großzuziehen. Sie flieht vor den Konsequenzen durch das Jugendamt und bringt dadurch ihre Kinder erst recht in größte Gefahr. Die junge Polizistin Greta Burmeester (Mina Tander) bemüht sich, den Kindern, aber auch der psychisch labilen Mutter zu helfen. Ein psychologisch feinfühlig erzählter Film, der zugleich mit vielen Spannungselementen immer wieder Überraschungen für den Zuschauer bereithält – und das bis zum Schluss.

„Das Nebelhaus“ ist klassisch erzähltes Genre mit allen Spannungselementen, die ein Thriller anbieten sollte. Unvorhergesehenes passiert der jungen Journalistin Dorothee (Felicitas Woll) immer häufiger, je tiefer sie in die Recherchen um eine Mordnacht im Nebelhaus von vor zwei Jahren eintaucht. Ein heiteres Freundestreffen wurde Tod und Verderben für die meisten. Die, die überlebt haben, bleiben traumatisiert zurück. In diesem Genre-Thriller gibt Claudia Garde der Psychologie ihrer Figuren nur so viel Raum wie nötig, dafür wird die Spannung immer weiter in die Höhe geschraubt. Man spürt, wie gerne Claudia Garde nicht nur mit ihren Figuren spielt, sondern Räume, Licht, Schatten und Töne zu einem perfekten Netz filmischer Mittel verwebt, das den Zuschauer gefangen hält.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Daniel Hartung, Anne Morgan und Amai Haukamp als Autoren der Spiegel-TV-Reportage Mann oder Frau? – Leben im falschen Körper (Vox).

Begründung der Jury:

Noch vor wenigen Jahren war Transsexualität ein gesellschaftliches Tabu. Heute ist es ein brandaktuelles Thema, das viele Menschen bewegt. Den Autoren Daniel Hartung, Anne Morgan und Amai Haukamp gelingt es in der fast vierstündigen Reportage, Nähe zu den zahlreichen Protagonisten herzustellen und damit den Zuschauern ein unverstelltes Bild davon zu vermitteln, was es bedeutet, im „falschen“ Körper zu leben und oft auch leiden zu müssen. Dabei kommen aber nicht nur die Betroffenen selbst sowie medizinische Fachleute zu Wort, sondern auch Partner und Angehörige. Insgesamt eine sehr gelungene Balance aus emotionaler Nähe und journalistischer Distanz, angereichert mit medizinischen und psychologischen Hintergrundinformationen, aber vor allem stets empathisch mit den Protagonisten. Die Reportage von „Spiegel TV“ für den Sender Vox wird sicher dazu beitragen, das Verständnis für Transsexualität zu verbessern und Betroffenen Information und Stütze zu bieten. Im besten Sinne Qualitätsfernsehen.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Christian Schwochow als Regisseur der Serie Bad Banks (ZDF/Arte).

Begründung der Jury:

Dass dieser Regisseur Filme inszenieren kann, hat er in den letzten Jahren auf vielfältigste Art unter Beweis gestellt. Dass er auch Serie kann, zeigt er uns in „Bad Banks“. Eine Serie im eher trockenen, aber erfrischend kühl gedrehten Bankermilieu. Im Zentrum stehen zwei starke Frauenfiguren (herausragend Paula Beer als Jana Liekam und eine Wiederentdeckung Désirée Nosbusch als Christelle Leblanc), an ihrer Seite sehenswert spielfreudige männliche Partner. Diese Serie ist in ihrer Dynamik eine Sensation im deutschen Fernsehen. Sie fasziniert, ist raffiniert, vielschichtig, skrupellos und dabei immer dem wahren Kern ihrer Protagonisten auf der Spur. Gibt es im knallharten Investmentbanking ein Gewissen und kann man hier überhaupt auf der richtigen Seite stehen? Christian Schwochow vorverurteilt keine seiner Protagonisten. Die auf die Figuren fokussierte Inszenierung spielt mit schnellen Reaktionsgeschwindigkeiten. Schwochow findet und erfindet Bilder, die im Gedächtnis bleiben (Kamera: Frank Lamm). Die Energie, die Schwochow in diese gut geschriebene Serie hineingibt (Headautor: Oliver Kienle, Writers Room: Jana Burbach, Jan Galli), steckt an. Nach der ersten Staffel von sechs Folgen gibt es nur einen Wunsch: Mehr davon!

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Robert Löhr als Drehbuchautor für die Serie Das Institut – Oase des Scheiterns (Drittes Programm BR Fernsehen, Koproduktion mit NDR, WDR, BR Puls und ARD-alpha).

Begründung der Jury:

Wie wird deutsche Sprache und Kulturgeschichte in Ländern vermittelt, die ihrerseits eigentlich wenig Interesse daran haben? Auf keinen Fall wie im „Deutschen Sprach- und Kulturinstitut“ der herrlich lakonisch von Robert Löhr geschriebenen Serie „Das Institut“ im hintersten Winkel der Welt, im Phantasiestaat Kisbekistan und der Hauptstadt Kallalabad. Denn das ist tatsächlich eine Oase des Scheiterns. Seine Mitarbeiter aus dem Westen und dem Osten Deutschlands, die schon mit ihren eigenen Unterschieden zu kämpfen haben, sind mit ihren Aufgaben völlig überfordert. Der „Tag der Deutschen Einheit“ wird zum Reinfall; ein Fußballturnier mit den holländischen Kollegen endet im Einsatz eines Minenräumkommandos; Terroristen, die nicht davor zurückschrecken, das hohe Kulturgut des deutschen Kasperletheaters mit Terror zu überziehen – all das erklärt, warum das Institut immer kurz vor der Katastrophe steht oder vor der Schließung.

Robert Löhr gelingt es in bestem Sinne des schwarzen Humors, urkomische Dialoge mit großem Wortwitz in schneller Folge abzufeuern. Seine Pointen leben von der Überspitzung aller Klischees, die es von der islamischen und der deutschen Welt überhaupt geben kann. Und sie sind so aberwitzig in Szene gesetzt, dass kein Auge trocken bleibt. Gleichzeitig regen sie zum Nachdenken über diese Klischees angeblich „fremder“ Kulturen an.

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Thomas Hermanns als Moderator der Unterhaltungssendung 25 Jahre Quatsch Comedy Club (Sky).

Begründung der Jury:

Stand-up ist für jeden Comedian die spannendste, weil schwierigste Übung seiner Kunst. Eine Person, eine Bühne und ein Publikum – das hoffentlich lacht, und zwar jetzt und in diesem Moment. Thomas Hermanns hat mit seinem „Quatsch Comedy Club“ der Stand-up-Comedy ihren Platz im Fernsehen gegeben und damit vielen jungen, noch weithin unbekannten Künstlern erstmals ein großes Publikum erschlossen. Das Who’s Who schon weit mehr als einer Generation der heutigen Top-Comedians hat auf seiner Bühne gestanden. Ein Glück, dass die Sendung zum 25-jährigen Jubiläum zurückgekehrt ist – mit einem sehr lustig gestalteten Rückblick und neuem Programm mit neuen Talenten! So frisch wie eh und je und in jeder Beziehung ein reines Vergnügen – unvergleichlich charmant präsentiert von einem großen Moderator: Thomas Hermanns!

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis geht an Mark Land als Executive Producer der Unterhaltungsshow (2. Staffel) Ninja Warrior Germany (RTL).

Begründung der Jury:

Mit „Ninja Warrior Germany“ (Produktion: Norddeich TV) hat RTL eine neue Art der Primetime-Unterhaltung inszeniert. Nun ist das Konzept der Show nicht neu, aber es erfordert besonderen Mut, einen Hindernislauf nach japanischem Vorbild auf allerhöchstem Niveau zu produzieren und in der besten Primetime zu programmieren.

Insgesamt traten in der Sportshow 350 Athleten in sieben Vorrunden an, um den härtesten Sportparcours Deutschlands zu meistern. Die Spannung – „Schafft er’s oder schafft er es nicht“? – hat sich auf einzigartige Weise in die Wohnzimmer der Zuschauer übertragen. Atemlos fiebern sie mit, ob die Heldinnen und Helden der Show das nächste Hindernis schaffen, und leiden mit jedem Scheitern ihrer Favoriten. Dabei hilft die unkonventionell lockere Moderation von Frank „Buschi“ Buschmann, Jan Köppen und Laura Wontorra, diesen Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten.

Das ist beste Unterhaltung für die ganze Familie. Mark Land, Executive Producer bei RTL, hat entscheidend dazu beigetragen, „Ninja Warrior“ nach Deutschland zu bringen und hier zu einem großen, dauerhaften Erfolg zu machen.

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Im Gegensatz zu den bisher genannten Preisträgerinnen und Preisträgern ermittelte die Jury des Bayerischen Fernsehpreises die beste Schauspielerin und den besten Schauspieler jeweils in den Kategorien „Fernsehfilme/Serien und Reihen“ aus dem Kreis von jeweils drei Nominierten. Hier gab es die folgenden Entscheidungen:

Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis für die beste Schauspielerin in den Kategorien „Fernsehfilme/Serien und Reihen“ geht an Julia Jentsch für ihre Rolle in dem Vierteiler Das Verschwinden (ARD/BR/SWR/NDR/Degeto).

Begründung der Jury:

In der Krimiserie „Das Verschwinden“, in der es zunächst scheinbar um drogenabhängige Jugendliche und die Drogenproblematik entlang der tschechischen Grenze geht, in der aber im Laufe der Handlung deutlich wird, dass nichts ist, wie es scheint, schon gar nicht zwischen Eltern und Kindern, spielt Julia Jentsch die Mutter der verschwundenen Janine in mitreißender und packender Weise. Der Zuschauer wird durch sie in diese Welt der Verzweiflung, des Scheins und der Verwerfungen hineingezogen. Mit ihr durchlebt er Verzweiflung, Angst, Getriebensein und Kampf um das Wissen, was mit der verschwundenen Tochter geschehen ist, die Hoffnung, sie möge noch am Leben sein und den unbeugsamen Willen, sich nicht aufhalten zu lassen. Julia Jentsch fesselt mit ihrem Spiel, das bis an die Schmerzgrenze geht, keinen Zuschauer kalt lassen kann und noch lange Zeit eindrücklich im Gedächtnis bleibt.

• Außerdem waren in dieser Kategorie nominiert: Paula Beer für ihre Rolle in der Serie Bad Banks (ZDF/Arte) und Claudia Michelsen für ihre Rolle in dem Fernsehfilm Götter in Weiß (ARD/NDR).

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Ein mit 10.000 Euro dotierter Bayerischer Fernsehpreis für den besten Schauspieler in den Kategorien „Fernsehfilme/Serien und Reihen“ geht an Maximilian Brückner für seine Rolle in der Serie Hindafing (BR Fernsehen).

Begründung der Jury:

Alfons Zischl ist ein bayerischer Bürgermeister am ständigen Rande des Nervenzusammenbruchs. Dabei will er nur das Beste für sein Dorf – das titelgebende Hindafing – und für sich selbst. Aber er kann es niemanden Recht machen, weder seinen Wählern noch seinen Parteifreunden, aber vor allem nicht sich selbst. So erlebt er eine alptraumhafte Odyssee durch die bayerische Provinz. Am Ende hat er einen Finger verloren und trotzdem nichts gelernt. He will make Hindafing great again!

Der von Maximilian Brückner verkörperte Alfons Zischl ist der liebenswerteste Antiheld des deutschen Fernsehens. Mit viel Liebe zu seiner Figur – mitsamt ihrer moralischen Fehlbarkeit und all ihren Tücken – spielt er den Provinzbürgermeister auf internationalem Niveau, welches seinesgleichen sucht. Dabei verfällt er nie auf ein Bauerntheater-Niveau, welche man hinter so einer Figur und deren Herkunft auf den ersten Blick vielleicht vermuten würde. Maximilian Brückner nimmt seine Figur Zischl trotz ihrer Fehler ernst und urteilt im Spiel nie über sie. In jeder Folge der Serie sieht man seine Lust, mit Alfons Zischl die Abgründe Hindafings und der Welt zu erkunden und dabei mit diesem skurrilen Zeitgenossen im brillanten Spiel zu verschmelzen. Maximilian Brückner brilliert in dieser Rolle und gibt der abgehängten Provinz mit Zischl ein Gesicht voller Facetten, ohne dabei über die Makel zu urteilen.

• Außerdem waren in dieser Kategorie nominiert: Herbert Knaup für seine Rollen in den beiden Fernsehfilmen Toter Winkel (ARD/WDR) und Die Puppenspieler (ARD/BR/NDR/Degeto) sowie Daniel Donskoy für seine Rolle in der Serie St. Maik (RTL).

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Die Jury des Bayerischen Fernsehpreises 2018

• Der Jury des diesjährigen Bayerischen Fernsehpreises gehörten diesmal die folgenden 10 Mitglieder an (im vorigen Jahr betrug die Anzahl der Jury-Mitglieder 13, in den Jahren davor waren es in der Regel 10 Mitglieder):

Klaus Schaefer (Vorsitz), Andreas Bartl, Ulrich Berls, Daniel Curio, Georg Feil, Matthias Fack, Jan Rasmus, Bettina Reitz, Yvonne Weber und Elke Walthelm.

10.08.2018 – MK