USA: Pakt zwischen Netflix und Dreamworks Animation

28.06.2013 •

Die Streaming-Angebote von Fernsehproduktionen werden in den USA immer zahlreicher und immer attraktiver. Besonders für die traditionellen Broadcast-Networks bedeuten sie eine wachsende Konkurrenz, aber auch die Kabelfernsehsender leiden zunehmend darunter. Vor allem der Streaming-Anbieter Netflix hat es darauf angelegt, sich auch mit Originalproduktionen, die nirgendwo anders zu finden sind, im Bewusstsein des amerikanischen Fernsehpublikums zu verfestigen (vgl. diese FK-Meldung). 

Nach Auskunft von Netflix gehören Kinderprogramme zu den meistgenutzten Angeboten des Unternehmens. Das wird in Zukunft wohl noch stärker der Fall sein, nachdem Netflix soeben einen mehrjährigen Lizenzvertrag mit Dreamworks Animation SKG, einem der führenden Hersteller von Trickfilmen, abgeschlossen hat. Dreamworks Animation ist aus der Trickfilmabteilung des 1994 von Steven Spielberg, Jeffrey Katzenberg und David Geffen gegründeten Produktionsstudios Dreamworks SKG hervorgegangen und arbeitet seit dem Jahr 2004 als unabhängiges börsennotiertes Unternehmen.

Unabhängigkeit vom Filmgeschäft

Der Lizenzvertrag umfasst über 300 Stunden von Animationsfilmen und -serien, die Dreamworks für das Streaming-Angebot von Netflix herstellen wird. Entscheidend ist dabei der hohe Wiedererkennungswert der anvisierten Programme, die zum überwiegenden Teil auf Figuren und Geschichten basieren werden, die durch frühere Dreamworks-Filme wie „Shrek“, „Madagascar“ und „Kung Fu Panda“ dem Publikum gut bekannt sind. Bestandteil sind auch die Charaktere der Classic Media Library, die Dreamworks Animation im vergangenen Jahr gekauft hat. Zu ihr gehören beliebte Figuren wie Lassie und Casper.

Als erstes wird Dreamworks Animation für Netflix eine Kinderserie produzieren, die auf dem Animationsfilm „Turbo“ beruht, der im Juli in die amerikanischen Kinos kommt (deutscher Start am 3. Oktober unter dem Titel „Turbo – Kleine Schnecke, großer Traum“). Die Serie soll in den USA dann schon im Dezember 2013 bei Netflix abrufbar sein. Vom Jahr 2014 an werden die neuen Animationsserien auch dem weltweiten Netflix-Angebot zur Verfügung stehen. Netflix hat derzeit insgesamt rund 36 Mio Abonnenten in 40 Ländern.

Jeffrey Katzenberg, der Chief Executive Officer (CEO) von Dreamworks Animation, hat verlauten lassen, dass der Vertrag mit Netflix ein entscheidender Schritt auf dem Weg sein soll, sein Unternehmen vom klassischen Filmgeschäft unabhängig zu machen, da dies immer unvorhersehbarer werde. Dem von Katzenberg genannten Ziel dienen auch Verträge, die Dreamworks Animation unlängst über einzelne Serien mit den US-Kabelsendern Nickelodeon und Cartoon Network abgeschlossen hat wie auch in einem dem Netflix-Vertrag ähnlichen Umfang mit dem privaten deutschen Fernsehsender Super RTL.

• Text aus Heft Nr. 26/2013 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

28.06.2013 – Ev/MK

Print-Ausgabe 23/2019

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