Machtgefälle in den Medien: Frauen weit entfernt von Chancengleichheit

17.09.2018 • «Trotz aller Gleichstellungsbemühungen besteht noch immer ein strukturelles Machtgefälle zwischen in der Regel männlichen Chefs und in der Regel weiblichen Untergebenen, das Raum für Grenzüberschreitungen lässt. Dieses Machtgefälle ist noch größer, wenn es sich um Studentinnen und Praktikantinnen, also junge Frauen handelt, die von männlichen Vorgesetzten abhängig sind. Die Fälle sexueller Belästigung im WDR werfen auch ein Schlaglicht darauf, dass wir im Berufsleben noch immer ziemlich weit von Chancengleichheit entfernt sind und dass es jenseits von offiziellen Erklärungen subtile und verdeckte Formen von Diskriminierung gibt, um männliche Dominanz zu demonstrieren oder zu festigen. Bei meiner Arbeit wurde mir sehr schnell klar, dass strukturelle Bedingungen, wie sie beim WDR bestehen, an vielen Stellen Machtmissbrauch und Diskriminierung ermöglichen oder erleichtern. Aus meiner Sicht ist das allerdings in anderen Medien und Kulturinstitutionen genauso. Aber gerade weil diese Problematik weit verbreitet ist, habe ich mir meine Aufgabe nicht leicht gemacht.»

Monika Wulf-Mathies am 12. September in Bonn, als sie ihren Abschlussbericht vorstellte zu ihren Untersuchungen, wie der WDR mit Hinweisen sexueller Belästigung umgegangen ist (Stichwort: „MeToo im WDR)

17.09.2018 – MK

Print-Ausgabe 24/2018

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