Das Ausschlachten krisengeschüttelter Zeitungen

28.04.2019 •

«In Nashville kämpften der „Tennesean“ und der „Nashville Banner“ 91 Jahre lang um Scoops und gute Geschichten. 1998 wurden die beiden Lokalblätter zusammengelegt. Inzwischen ist unter der Regie des Medienkonzerns Gannet, dem neben der überregionalen „USA Today“ rund 100 Lokalzeitungen gehören, die einstmals 180-köpfige Redaktion auf 70 Redakteure geschrumpft. Auch anderswo hat der auflagenstärkste Zeitungsverlag der USA die Umfänge seiner Blätter radikal geschrumpft und massiv Personal abgebaut.

Doch nun könnte es noch viel schlimmer kommen: Gannet ist ins Visier des Hedgefonds Alden Global Capital geraten, der sich unter anderem auf das Ausschlachten krisengeschüttelter Zeitungen verlegt hat. In einer großen Reportage zeichnete die „Washington Post“ nach, wie Alden die liquiden Mittel aus den Blättern abzieht, sie mit brutalen Kostensenkungsprogrammen ohne jegliches publizistisches Interesse profitabel zu machen versucht und vor allem die Grundstücke und Immobilien ausschlachtet und verkauft.»

Aus einem längeren Artikel von Karl Doemens im „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Ausgabe vom 26.4.2019) über den Überlebenskampf der Regionalzeitungen in den USA

28.04.2019 – MK