Hermann Eicher // SWR

11.08.2017 • Hermann Eicher, 62, ist als Justiziar des Südwestrundfunks (SWR) bestätigt worden. Der SWR-Verwaltungsrat stimmte am 23. Juni dem Personalvorschlag von SWR-Intendant Peter Boudgoust zu, den Vertrag von Eicher um weitere fünf Jahre zu verlängern. Eichers neuer Vertrag beginnt am 1. Mai 2018 und läuft bis zum 30. April 2023. Gemäß dem SWR-Staatsvertrag muss bei dem öffentlich-rechtlichen Sender der Verwaltungsrat der Berufung des Justiziars durch den Intendanten zustimmen. Hermann Eicher ist seit der Gründung des Südwestrundfunks dessen Justiziar. Die Rundfunkanstalt entstand vor rund 19 Jahren am 1. Mai 1998 durch die Zusammenlegung von Süddeutschem Rundfunk (SDR) und Südwestfunk (SWF). Der SWR ist die zweitgrößte Landesrundfunkanstalt der ARD.

SWR-Intendant Peter Boudgoust verwies darauf, dass Hermann Eicher „bereits in seinen bisherigen Amtszeiten eine der tragenden Säulen des SWR und der ARD“ gewesen sei: „Sein Wissen und seine Erfahrung werden im SWR und in der Juristischen Kommission der ARD bei allen medienpolitischen Entwicklungen auch künftig dringend benötigt. Das gilt für wesentliche Zukunftsfragen wie der Fortentwicklung des Telemedienauftrags oder der ARD-Strukturreform“, so der Intendant. Als für das Rundfunkbeitragsrecht federführend verantwortlicher Justiziar trage Eicher außerdem „an wesentlicher Stelle Verantwortung für den Fortbestand des öffentlich-rechtlichen Systems insgesamt“.

Hermann Eicher, geb. am 6.7.1955 in Koblenz, studierte Rechtswissenschaft in Freiburg und Mainz. Im Jahr 1986 wurde der Volljurist an der Universität Mainz promoviert. Anschließend arbeitete er zunächst als Sozialrichter in Koblenz und Mainz, bevor er 1989 beim SWF in Baden-Baden persönlicher Referent des damaligen Intendanten Willibald Hilf wurde. Im Jahr 1991 übernahm Eicher im SWF-Landesstudio Rheinland-Pfalz in Mainz die Leitung der Abteilung Zentrale Aufgaben. 1996 wurde er in dem Landesstudio Hauptabteilungsleiter Produktion (Hörfunk und Fernsehen). Mit der Fusion von SWF und SDR zum SWR wurde Hermann Eicher Anfang Mai 1998 dann Justiziar der neu gegründeten Rundfunkanstalt, die ihren zentralen Sitz in Stuttgart und zwei weitere Sender- und Verwaltungsstandorte in Mainz und Baden-Baden hat. In Mainz ist das Justiziariat angesiedelt.

Dass der SWR-Justiziar innerhalb der ARD mit den Rechtsfragen rund um den Rundfunkbeitrag betraut ist, über den die ARD-Anstalten (wie auch das ZDF und Deutschlandradio) finanziert werden, geht auch darauf zurück, dass Eicher für das frühere Rundfunkgebührenrecht ebenfalls schon zuständig war (Anfang 2013 war die gerätebezogene Rundfunkgebühr durch den allgemeinen Rundfunkbeitrag ersetzt worden). Hermann Eicher gehört auch dem Verwaltungsrat des in Köln ansässigen Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio an, der Nachfolgeeinrichtung der Gebühreneinzugszentrale (GEZ). Außerdem ist er Mitglied der Gesellschafterversammlung des TV-Vertriebsunternehmens Telepool, an dem direkt bzw. indirekt drei ARD-Landesrundfunkanstalten (SWR, MDR, BR) und die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) beteiligt sind. Eicher ist darüber hinaus als ehrenamtlicher Richter am Finanzgericht Rheinland-Pfalz tätig und gehört dem Vorstand des Mainzer Medieninstituts an.

11.08.2017 – MK