Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik geht an Journalistin Samira El Ouassil

14.01.2020 •

Der mit 5000 Euro dotierte Bert-Donnepp-Preis geht in diesem Jahr an die Medienjournalistin Samira El Ouassil für ihre Kolumne „Wochenschau“ beim Portal uebermedien.de. Die „Besondere Ehrung“ des Donnepp-Preises, die undotiert ist, erhält die Regisseurin und Autorin Julia von Heinz für ihre aufrüttelnde Rede zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Fernsehens beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden 2019. Das teilte der ‘Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises’, der die Auszeichnungen vergibt, am 14. Januar mit.

Samira El Ouassil, 34, ist studierte Kommunikationswissenschaftlerin. Sie schreibt bei uebermedien.de ihre „Wochenschau“-Kolumne seit September 2018. Mit ihren Texten schaffe sie etwas, so die Jury, „was selten gilt: Medienkritik, die sich nicht an sich selbst ergötzt“. Weiter heißt es zur Begründung: „Ihre pointierten Analysen, einordnenden Essays und wirklich lustigen Entlarvungen der Medienwelt und ihrer Auswüchse dröseln leichtfüßig die Aufreger der Woche bereits auf, während sich alle anderen noch in den sozialen Medien einen Überblick unter dem entsprechenden Hashtag verschaffen.“ El Ouassil, die im Nebenberuf auch Schauspielerin ist und sich selbst ironisch-distanziert als „Cheerleaderin der Medienwelt“ bezeichnet, gelinge es, dass ihre Texte „von alten (Medien-)Hasen und Digital Natives gleichermaßen gelesen“ werden.

„Besondere Ehrung“ für Filmregisseurin Julia von Heinz

Julia von Heinz, 43, ist Regisseurin, Autorin und Kamerafrau. Sie „liebt den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und macht für ihn richtig gute Filme“, was sie, so die Jury, nicht davon abhalte, „dem System unerschrocken den Spiegel vorzuhalten“ und die Programmverantwortlichen daran zu erinnern, die Gesellschaft in all ihrer Vielfalt und Diversität abzubilden. Von Heinz stelle sich „aus dem System heraus gegen den Quotengötzen der Senderhierarchien, die die Generation 50 plus bedient, junge Menschen ignoriert und so die eigene Zukunft verspielt“.

Beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden im November 2019 wurde die von Julia von Heinz inszenierte „Tatort“-Folge „Für immer und Dich“ (ARD/SWR) mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, sie selbst erhielt den Hans-Abich-Preis. In ihrer Dankesrede hob sie die Bedeutung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks hervor und forderte die Senderverantwortlichen dazu auf, mehr Diversität im Programm zuzulassen und auch Perspektiven zu zeigen, „die sich nicht sofort in eine Marktquote übersetzen lassen“ (vgl. diesen MK-Artikel).

Der Bert-Donnepp-Preis ist benannt nach dem Gründer des Grimme-Instituts in Marl und wurde 1991 vom Förderverein ‘Freunde des Adolf-Grimme-Preises’ als Deutscher Preis für Medienpublizistik gestiftet. Den beiden diesjährigen Preisträgerinnen werden die Auszeichnungen am 29. Januar (Mittwoch) beim Bergfest während der Jury-Woche des Grimme-Preises in Marl verliehen.

Der mit 5000 Euro dotierte Bert-Donnepp-Preis zeichnet herausragende Leistungen im Bereich des Medienjournalismus aus und darüber hinaus persönliches Engagement im Umgang mit der gesellschaftspolitischen Rolle von Medien und Medienkritik im Allgemeinen. Der vom Förderverein berufenen Jury für den Bert-Donnepp-Preis 2020 gehörten diesmal die folgenden fünf Personen an: Lucia Eskes (Grimme-Preis-Leiterin), Steffen Grimberg (Medienjournalist und Vertreter des Vereins der Grimme-Preis-Freunde), Ebru Tasdemir („Neue Deutsche Medienmacher*innen“), Fritz Wolf (Fernsehkritiker) und Vorjahrespreisträger Volker Nünning („Medienkorrespondenz“).

14.01.2020 – MK

Print-Ausgabe 6-7/2020

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren