„Peaky Blinders“: Erneut eine besondere Serie bei Arte

13.03.2015 •

13.03.2015 • Mit der Ausstrahlung der britischen Produktion „Peaky Blinders“ hat Arte – wo schon „Breaking Bad“, „Top of the Lake“ oder „Lilyhammer“ zu sehen waren – erneut einen guten Riecher für besondere serielle Produktionen bewiesen. Die Serie von Steven Knight, deren erste Staffel im Ursprungsland im Jahr 2013 im Programm BBC 2 lief, spielt unmittelbar nach Ende des Ersten Weltkriegs in Birmingham. Unter den zurückgekehrten englischen Soldaten, die auf den Schlachtfeldern Frankreichs traumatisiert wurden, befindet sich auch Tommy Shelby (Cillian Murphy). Er ist Mitglied einer Gang, die sich „Peaky Blinders“ nennt und von Schutzgelderpressung und Kleinkriminalität lebt. Damit will der junge Mann, der sich in der Gang eigentlich seinem Bruder oder seiner Tante unterordnen müsste, nicht mehr zufrieden geben. Als er zufällig an eine Waffenlieferung gerät, mit der die britische Regierung Außenpolitik betreiben will, lässt ihn der Kriegsminister – kein anderer als der spätere Premier Winston Churchill – durch den nach Birmingham delegierten Kriminalbeamten Chester Campbell (Sam Neill) verfolgen, der als harter Hund bekannt ist.

Spannend an dieser Geschichte, wie sie sich in den ersten beiden, von Arte am 12. März hintereinander ausgestrahlten Folgen entfaltete, ist ihre Mischung aus klassischem Krimiplot und innen-, außen- und sozialpolitischen Details. Für die Polizei ist die Gang beispielsweise erst dann wirklich bedeutsam, wenn sie sich in die Waffengeschäfte einmischt, sich auf die Seite der IRA schlägt, die für die Unabhängigkeit Irlands einen blutigen Untergrundkrieg kämpft, oder wenn sie gar mit den Kommunisten fraternisiert, die in den Zechen und Fabriken die Belegschaften agitieren. Die Polizei verfolgt die Interessen der Obrigkeit mit allen ihr zu Verfügung stehenden Mitteln, zu denen neben Unterwanderung und Intrigen auch brutale Gewalt wie Folter gehören. Die historischen Verhältnisse sind mit großem Aufwand an Bauten, Kleidung und Dekor sowie mittels elektronischer Tricks rekonstruiert, auch wenn das Elend und der Schmutz stets ordentlich drapiert wirken.

Wie meist bei britischen Serien ist auch hier noch die kleinste Rolle sehr gut und stimmig besetzt, was selbst Randepisoden wie die in der zweiten Folge um einen Ex-Soldaten, der psychisch durchdreht, einen hohen Reiz verleiht. Als stark erweist sich auch der Soundtrack, mit denen die Folgen unterlegt sind. Die Titelmusik stammt beispielsweise von Nick Cave, dessen düstere Songs zu dieser Geschichte aus der Nachkriegszeit voller Düsternis und Gewalt passen. Auch wenn manches an Verwicklung vorhersehbar scheint, versprechen die weiteren Folgen eine große Spannung. Eine kleine Lektion in britischer Geschichte stellen sie ohnehin dar.

13.03.2015 – Dietrich Leder/MK

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