MDR-Produktion „Manitu“ von Holger Böhme ist Hörspiel des Monats November

11.12.2017 • Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat das Stück „Manitu“ von Holger Böhme zum Hörspiel des Monats November gewählt. Es handelt sich bei dem rund 50‑minütigen Stück, das von einer ost-west-deutschen Begegnung erzählt, um eine Produktion des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Die Regie bei diesem Hörspiel führte Gabriele Bigott, die redaktionelle Verantwortung lag bei Thomas Fritz. (Orientierte man sich – nebenbei gesagt – am Namen des MDR, müsste man wohl eher von einer mitteldeutsch-westdeutschen Begegnung sprechen.) Die Erstsendung von „Manitu“ erfolgte am 19. November um 18.00 Uhr im Programm MDR Kultur (vgl. MK-Kritik). Zur Begründung ihrer Entscheidung schreibt die Jury der Akademie:

«In Holger Böhmes „Manitu“ treffen vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um eine Pegida-Demonstration zufällig zwei Männer mit dem Vornamen Lothar aufeinander, der eine ein hoher, ordnungsliebender Polizeibeamter aus dem Westen, der andere ein heimatliebender Sachse, beide Mitglieder in einem Indianerclub auf dem Weg nach Radebeul, um die Schlacht am Little Big Horn nachzuspielen. Da prallen in einer raffinierten Mischung aus komödiantischen Wortwechseln und lebensphilosophischen Erkenntnissen zwei Mentalitäten und mit dem gerechten Staat und der Welt der Indianer zwei erträumte Welten aufeinander, die sich in den retuschierten Biografien der Protagonisten spiegeln. Das intelligente Spiel wird von den Schauspielern Jörg Schüttauf und Gustav Peter Wöhler (Regie: Gabriele Bigott) überzeugend in ein Hörvergnügen übersetzt.»

11.12.2017 – MK

Print-Ausgabe 12/2018

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