USA: Streaming-Anbieter Netflix mit Rekordzahlen

28.04.2015 •

28.04.2015 • Mehr Abonnenten als vorausgesagt konnte das Unternehmen Netflix im ersten Quartal dieses Jahres gewinnen. Um 2,28 Mio neue Zuschauer legte das Streaming-Angebot von Netflix in diesem Zeitraum in den USA zu, 2,6 Mio kamen im Ausland dazu. Die Gesamtzahl der Streaming-Kunden des Unternehmens hat sich damit den Angaben zufolge auf die neue Rekordzahl von 62,3 Mio erhöht. Netflix-Geschäftsführer Reed Hastings bezeichnete das als Zeichen dafür, dass die Fernsehrevolution im Internet deutlich fortschreite. Er ging in seinem Enthusiasmus sogar so weit, vorauszusagen, dass Internet-TV im Lauf der nächsten 20 Jahre das lineare Fernsehen total vertreiben werde. Nach seiner Expansionswelle in Europa (vgl. FK-Hefte Nr. 5-6/14 und 38/14) kam Netflix während des ersten Quartals 2015 auch in Australien und Neuseeland auf den Markt.

Als Ursache für die hohen Zuschauergewinne sehen Analysten nicht nur die Expansion des Netflix-Angebots in immer mehr Länder der Welt an, sondern auch die aggressive Vermehrung und die Verbesserung eigenproduzierter Serien. Dazu gehörten in den vergangenen Monaten die dritte Staffel von „House of Cards“ und die neuen Serien „Unbreakable Kimmy Schmidt“ und „Bloodline“. Nach dem Quartalsende folgte noch die Serie „Marvel’s Daredevil“, die in guter Netflix-Tradition am 10. April mit allen 13 Episoden der ersten Staffel gleichzeitig herauskam und damit die zahlreichen Fans des im Kino erprobten Marvel-Universums zum Binge-Viewing einlud. Eine zweite Staffel ist bereits für 2016 vorgesehen. Die erfolgreiche Netflix-Serie „Orange Is the New Black“ soll im laufenden Quartal mit einer dritten und 2016 mit einer vierten Staffel wiederkommen. Außerdem ist für die nächste Zeit die Serie „Grace and Frankie“ mit Jane Fonda und Lily Tomlin in den Hauptrollen geplant. Und schließlich ist vorgesehen, dass die „Matrix“-Regisseure Andy und Lana Wachowski für Netflix eine Serie mit dem Titel „Sense8“ produzieren.

Die US-Fachzeitschrift „Variety“ befragte Reed Hastings und Netflix-Finanzchef David Wells jüngst unter anderen dazu, wie sie die Konkurrenzsituation zwischen Netflix und dem neugegründeten Video-on-Demand-Service des Pay-TV-Senders HBO („HBO Now“) beurteilten. „Wie wir schon in der Vergangenheit gesagt haben“, antworteten die beiden auf die Frage, „sind Netflix und HBO nicht austauschbar, weil sie verschiedenartige Inhalte anbieten. Wir sind überzeugt, dass beide erfolgreich auf dem Markt bestehen können, was ja schon durch die Tatsache illustriert wird, dass HBO weltweit und in den USA weiter wächst, so wie auch wir während der letzten fünf Jahre rapide gewachsen sind.“

28.04.2015 – Ev/MK