ZDF: Neu strukturierte Kulturredaktion in Berlin

19.10.2012 •

Das ZDF baut die Organisationsstrukturen bei seinen in Berlin angesiedelten Kulturredaktionen um. Ab Januar kommenden Jahres wird die neue ‘Redaktion Kultur Berlin’ ihre Arbeit aufnehmen. Ziel der neuen zentralen Redaktion sei es, so teilte es der öffentlich-rechtliche Sender am 8. Oktober mit, die verschiedenen in der Hauptstadt ansässigen Kulturredaktionen von ZDF, 3sat und ZDFkultur eng miteinander zu verzahnen. Leiter der Redaktion Kultur Berlin wird Daniel Fiedler. Der 45-Jährige ist beim ZDF bis Jahresende noch 3sat-Koordinator und Leiter des Digitalkanals ZDFkultur.

Zur Redaktion Kultur Berlin werden künftig die Mitarbeiter der ZDF-Sendereihen „Aspekte“ und „Das blaue Sofa“ und des 3sat-Magazins „Kulturzeit“ gehören. Die neu geschaffene Redaktion wird zugleich auch für die Produktion von „Aspekte“ und „Das blaue Sofa“ zuständig sein. Zusätzlich werden die Mitarbeiter der Gemeinschaftsredaktion Beiträge aus Berlin für die werktags gesendete „Kulturzeit“ zuliefern und das bei ZDFkultur ausgestrahlte Magazin „ZDF Kulturpalast“ betreuen. Die künftige Berliner Redaktion wird außerdem für Kulturberichte aus der Hauptstadt im ZDF-Hauptprogramm zuständig sein und hier auch koordinierende Aufgaben übernehmen, wenn es um die Berichterstattung über kulturelle Großereignisse geht (wie etwa die Berlinale). Durch die neue Redaktion werde die Kulturberichterstattung in und aus Berlin „effizienter organisiert und gestärkt“, so das ZDF.

Folge der Umstrukturierung ist auch, dass die bisherige „Aspekte“-Redaktion unter Leitung von Christhard Läpple und die erst im Juli 2011 geschaffene Literaturredaktion aufgelöst werden. Die Literaturredaktion mit Wolfgang Herles an der Spitze ist vor allem zuständig für die Produktion der halbstündigen Sendung „Das blaue Sofa“, die sechsmal im Jahr freitags um 23.00 Uhr ausgestrahlt und auch von Herles moderiert wird. An diesen Tagen entfällt dann das „Aspekte“-Magazin, das üblicherweise freitags von 23.00 bis 23.30 Uhr im ZDF zu sehen ist.

Wegfall von Redaktionsleiterposten

Durch die strukturellen Veränderungen fallen somit auch die zwei bisherigen Redaktionsleiterposten weg. Es sei noch nicht entschieden, ob es künftig „Format-Verantwortliche“ für „Aspekte“ und „Das blaue Sofa“ geben werde, sagte der künftige Leiter der neuen Gemeinschaftsredaktion, Daniel Fiedler, auf FK-Nachfrage. Christhard Läpple ist seit Juli 2011 Chef der „Aspekte“-Redaktion. Der 54-Jährige folgte damals auf Wolfgang Herles, der zum selben Zeitpunkt die Leitung der neu geschaffenen Literaturredaktion übernahm. Als Chef dieser Redaktion ist der 62-jährige Herles seither auch für die ZDF-Sondersendungen von den Buchmessen in Frankfurt am Main und in Leipzig verantwortlich.

Daniel Fiedler, der künftige Leiter der ZDF-Redaktion Kultur Berlin, wurde am 24. November 1966 geboren. Er studierte Theaterwissenschaften, Germanistik, Soziologie und Politikwissenschaft in Berlin und Freiburg. Ab 1994 arbeitete er in Berlin in den Bereichen Theater- und Bühnenverlagsdramaturgie. 2001 kam Fiedler dann zum ZDF. Er wurde zunächst persönlicher Referent von Gottfried Langenstein, Direktor Europäische Satellitenprogramme beim ZDF. Im Jahr 2006 rückte Fiedler zum Leiter der Zentralredaktion des Kultursenders 3sat auf, den das ZDF zusammen mit der ARD, dem ORF (Österreich) und der SRG (Schweiz) betreibt.

Am 1. Mai 2007 übernahm Daniel Fiedler dann die Position als 3sat-Koordinator. Zusätzlich ist er Chef des am 7. Mai 2011 auf Sendung gegangenen Digitalkanals ZDFkultur. Das Programm entstand aus dem ZDF-Theaterkanal. Wer künftig beim 3sat-Koordinator und Leiter von ZDFkultur wird, ist noch nicht bekannt. Bei der Nachbesetzung muss ZDF-Intendant Thomas Bellut noch den Verwaltungsrat des Senders einschalten. Dem Anstellungsvertrag mit Fiedlers Nachfolger muss das Aufsichtsgremium zustimmen. Geplant ist, dass sich der Verwaltungsrat auf seiner nächsten Sitzung am 23. November 2012 damit befassen wird.

• Text aus Ausgabe Nr. 42/2012 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

19.10.2012 – vn/FK

Print-Ausgabe 21/2020

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