MABB-Direktorenstelle: Noch acht Bewerber im Rennen

06.02.2015 •

06.02.2015 • Für das Direktorenamt bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (MABB) sind nach MK-Informationen noch acht Bewerber im Rennen. Mit diesen Personen wird der MABB-Medienrat, der für die Wahl des Direktors zuständig ist, nun Gespräche führen. Möglicherweise wird der Medienrat noch in diesem Monat einen neuen Direktor wählen. Das Gremium hat sich in seiner neuen Zusammensetzung im vorigen Monat unter dem Vorsitz von Hansjürgen Rosenbauer neu konstituiert.

Für den 23. Februar sei nach den derzeitigen Planungen eine Sitzung des Medienrats angesetzt worden, erklärte die MABB auf MK-Nachfrage. Zur Anzahl der Bewerber, die nun zu einem Gespräch eingeladen worden seien, wollte sich die MABB nicht äußern. Zum neuen Direktor der Aufsichtsbehörde ist derjenige gewählt, der in dem siebenköpfigen Medienrat mindestens fünf Stimmen erhält. Beworben haben sich auf die Leitungsposition, die eine volljuristische Qualifikation erfordert, zwölf Männer und zehn Frauen (vgl. FK-Heft Nr. 49/14).

Die Neuwahl des Direktors der MABB steht an, weil Amtsinhaber Hans Hege in den Ruhestand tritt. Hege leitet seit 1992 die damals gegründete Aufsichtsbehörde. Der promovierte Volljurist stand von 1985 bis 1992 bereits auch an der Spitze der Vorgängerbehörde der MABB, der Anstalt für Kabelkommunikation (AKK), die das Kabelpilotprojekt in Berlin organisierte und beaufsichtigte. Nach 30 Jahren an der Spitze der Medienaufsicht wird Hege demnächst sein Amt abgeben. Der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wann der vom Medienrat nun zu wählende neue Direktor die Position antreten kann (Amtszeit: fünf Jahre).

Monatelange Uneinigkeit

Hans Hege wollte eigentlich mit Ablauf seines Vertrags Ende April vorigen Jahres im Alter von 67 Jahren in den Ruhestand treten. Dazu kam es nicht, weil sich die Länder Berlin und Brandenburg über Monate nicht über die Neubesetzung des Medienrats und insbesondere nicht darüber, wer den Vorsitz übernehmen sollte, einigen konnten. Das hatte wiederum zur Folge, dass auch keine Direktorenwahl stattfinden konnte (vgl. FK-Hefte Nr. 27/14 und 28/14). Erst am 23. Januar dieses Jahres kam es zur Konstituierung des MABB-Medienrats für die neue fünfjährige Amtsperiode. Die Amtszeit des alten Medienrats, der von der ehemaligen Bundesverfassungsgerichtspräsidentin Jutta Limbach geleitet wurde, war bereits im März 2014 abgelaufen. Anschließend blieb der Medienrat dann kommissarisch bis zur Konstituierung des Nachfolgegremiums im Amt.

Im Dezember vorigen Jahres hatten dann schließlich die Parlamente in Berlin und Brandenburg alle Personen für den neuen Medienrat gewählt (vgl. FK-Heft Nr. 51-52/14). Der nun amtierende neue Vorsitzende Hansjürgen Rosenbauer ist seit November 2003 Mitglied des MABB-Gremiums und war ab März 2009 dessen stellvertretender Vorsitzender. Früher leitete Rosenbauer als Intendant den Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) seit dessen Gründung 1991, bis der ORB im Mai 2003 mit dem Sender Freies Berlin (SFB) zum neuen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zusammengelegt wurde. Zur neuen stellvertretenden Medienratsvorsitzenden wurde in der Gremiumssitzung am 23. Januar Karin Schubert gewählt. Die 70-Jährige, die als Rechtsanwältin arbeitet und der SPD angehört, war 1994 bis 2001 Justizministerin in Sachsen-Anhalt und anschließend bis 2006 Berliner Justizsenatorin.

06.02.2015 – Volker Nünning/MK

Print-Ausgabe 23/2019

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