EU-Freigabe: Vodafone darf Kabel Deutschland kaufen

27.09.2013 •

27.09.2013 • Die Europäische Kommission in Brüssel hat die Genehmigung erteilt, dass der britische Telekommunikationskonzern Vodafone den Netzbetreiber Kabel Deutschland kaufen darf. Die Übernahme werde „nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Wettbewerbs führen“, teilte die EU-Kommission am 20. September nach Abschluss ihrer Prüfung mit. Mitte August hatte Vodafone sein Übernahmevorhaben bei der EU-Kommission angemeldet.

Die Geschäftsaktivitäten der beiden Konzerne ergänzten sich im Wesentlichen, so die Kommission weiter. Während Kabel Deutschland in erster Linie Kabelfernseh-, Festnetztelefonie- und Internetzugangsdienste anbiete, seien Mobilfunkdienste das Kerngeschäft von Vodafone. In den Bereichen Festnetztelefonie, Internetzugang und IPTV sei Vodafone zwar „in beschränktem Umfang“ ebenfalls tätig; doch aus Sicht der Kommission würden beide Unternehmen nach einer Fusion in den Märkten, wo es Überschneidungen ihrer Geschäftsaktivitäten gebe, „nur unwesentliche Marktanteilgewinne“ erzielen. Die EU-Wettbewerbshüter sind alles in allem sogar der Auffassung, dass der fusionierte Konzern den Wettbewerb fördern könne, indem er „attraktivere Triple- oder Quadruple-Play-Pakete“ offeriere (Telefonie-, Fernseh-, Internet- und zusätzlich Mobilfunkangebote).

Börsenspekulation auf höheres Angebot

Vodafone hatte Ende Juni angekündigt, den größten deutschen Kabelnetzbetreiber erwerben zu wollen, und den Kabel-Deutschland-Aktionären dazu 87 Euro pro Anteilsschein geboten (einschließlich der vorgesehenen Dividende von 2,50 Euro pro Aktie). Diese Offerte summierte sich inklusive der Übernahme von 3 Mrd Euro Schulden auf insgesamt 10,7 Mrd Euro. Bis zum 11. September nahmen 76,5 Prozent der Kabel-Deutschland-Aktionäre das Angebot von Vodafone an und verkauften ihre Anteilsscheine. Damit erreichte der britische Konzern sein selbst gesetztes Ziel, bis zu diesem Tag mindestens 75 Prozent an Kabel Deutschland zu übernehmen (vgl. FK-Hefte Nr. 26/13 und 38/13).

Bis zum 30. September können nun noch die verbliebenden Aktionäre von Kabel Deutschland ihre Papiere an Vodafone verkaufen. Nach dieser Frist will Vodafone, so berichtete es zuletzt die Nachrichtenagentur Reuters, einen sogenannten Beherrschungsvertrag mit Kabel Deutschland schließen, wodurch den verbliebenden Aktionären unter Umständen eine Abfindung oder Garantiedividende zu zahlen wäre. Darauf, über diesen Wieg möglicherweise mehr Geld als die besagten 87 Euro pro Aktie zu erhalten, spekulieren offenbar einige Investoren. Der Kurs der Kabel-Deutschland-Aktie lag zuletzt bei rund 94 Euro. Eigenen Angaben zufolge erwartet Kabel Deutschland den Abschluss der Übernahme durch Vodafone am 14. Oktober.

Nach der nun wettbewerbsrechtlich genehmigten Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone hat das fusionierte Unternehmen entschieden, die Pläne zum Kauf des drittgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers Tele Columbus aufzugeben. Das Übernahmevorhaben war Ende Februar vom Bundeskartellamt untersagt worden (vgl. FK-Meldung) Einen Monat später hatte Kabel Deutschland beim Oberlandesgericht Düsseldorf gegen die Kartellamtsentscheidung Beschwerde eingereicht (vgl. FK-Heft Nr. 17-18/13). Diese Beschwerde wurde nun zurückgezogen.

• Text aus Heft Nr. 39-40/2013 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

27.09.2013 – FK

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