Claudia Nothelle leitet neue bimediale Programmdirektion des RBB

21.11.2008 •

Claudia Nothelle, Fernsehchefredakteurin und Fernsehdirektorin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), übernimmt am 1. Mai 2009 bei dem öffentlich-rechtlichen Sender die Leitung der Programmdirektion für Hörfunk und Fernsehen, die zu diesem Zeitpunkt neu geschaffen wird. Dem entsprechenden Personalvorschlag von RBB-Intendantin Dagmar Reim stimmte der Rundfunkrat in seiner Sitzung am 6. November zu. Die Berufung von Nothelle, 44, zur neuen RBB-Programmdirektorin gilt für fünf Jahre.

Die Zusammenlegung von Fernseh- und Hörfunkdirektion hatte Intendantin Dagmar Reim bereits im November 2007 vor dem Rundfunkrat angekündigt. Eine solche Maßnahme sei „über kurz oder lang unvermeidlich“, so Reim damals: „Durch die Digitalisierung wachsen Fernsehen, Radio und auch Online immer weiter zusammen. Die Konvergenz der Medien verlangt von uns neue Strukturen.“ Zusätzlich werden durch die Maßnahme beim insgesamt finanzschwachen RBB auch Personalkosten gespart.

Ob Claudia Nothelle auch über den April 2009 hinaus beim RBB zusätzlich Fernsehchefredakteurin bleibt, ist noch nicht entschieden. Möglicherweise wird diese Position neu besetzt. Die Berufung der Chefredakteure ist – anders als die Bestellung der Direktoren – eine Angelegenheit der RBB-Geschäftsführung, so dass hier eine Zustimmung des Rundfunkrats nicht erforderlich ist.

Stellvertreter Christoph Singelnstein

Stellvertreter von Hörfunk- und TV-Programmdirektorin Claudia Nothelle wird ab dem 1. Mai 2009 der derzeitige RBB-Hörfunkdirektor Christoph Singelnstein. Der 53-Jährige ist außerdem Chefredakteur des RBB-Hörfunkprogramms Antenne Brandenburg. Beide Positionen wird er noch bis Ende April 2009 ausüben. Zum 1. April kommenden Jahres übernimmt dann Petra Hansel, 53, die Funktion als Chefredakteurin von Antenne Brandenburg. Hansel, die seit 1992 für Antenne Brandenburg arbeitet, ist dort derzeit stellvertretende Chefredakteurin.

Claudia Nothelle, geb. am 13.2.1964 im westfälischen Unna, studierte katholische Theologie, Germanistik und Pädagogik in Bonn und Mainz und promovierte 1993 über das Weltbild von Jugendzeitschriften. Sie besuchte von 1984 bis 1986 das Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) und begann ihre journalistische Tätigkeit 1992 beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR). Dort arbeitete sie zunächst unter anderem für das ARD-Politmagazin „Fakt“, in der Zulieferredaktion für ARD-aktuell („Tagesschau“, „Tagesthemen“, „Nachtmagazin“) sowie als Reisekorrespondentin in Indien, Pakistan und Afghanistan. Zum 1. März 2003 wechselte sie als Fernsehkorrespondentin in das ARD-Hauptstadtstudio Berlin. Seit dem 1. November 2006 ist Claudia Nothelle Fernsehchefredakteurin des RBB (vgl. FK-Heft Nr. 22/06); am 1. Mai 2008 hatte sie dort zusätzlich das Amt der Fernsehdirektorin übernommen.

Christoph Singelnstein, geb. am 23.6.1955 in Greifswald (Vorpommern), ist seit Dezember 1996 Chefredakteur von Antenne Brandenburg. Zum 1. Mai dieses Jahres hatte er zu dieser Aufgabe außerdem die Leitung der Hörfunkdirektion übernommen. Bevor er 1996 beim damaligen Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB) – der 2003 mit dem Sender Freies Berlin (SFB) zum RBB fusioniert wurde – die Chefredaktion von Antenne Brandenburg übernahm, war er seit 1992 Chefredakteur der ORB-Kulturwelle Radio Brandenburg. Von 1982 bis 1990 arbeitete er als Kulturredakteur, Hörspieldramaturg und Produzent beim seinerzeitigen DDR-Rundfunk. Singelnstein war in der kirchlichen Friedensbewegung aktiv und wurde nach dem Mauerfall von der letzten DDR-Regierung zum geschäftsführenden Intendanten des Rundfunks der DDR bestellt. Nach dessen Abwicklung war er zum ORB gewechselt.

• Text aus Heft Nr. 47/2008 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

21.11.2008 – FK
RBB-Sendegebäude in Berlin Foto: MK