Robert Clemen // Hörfunkrat des Deutschlandradios

07.10.2015 •

Robert Clemen, 48, stellvertretender Vorsitzender des Deutschlandradio-Hörfunkrats, ist im vorigen Monat aus dem Aufsichtsgremium der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt ausgeschieden. Clemen hatte dem Hörfunkrat mitgeteilt, dass er inzwischen für eine andere öffentlich-rechtliche Sendeanstalt arbeite. Laut dem Deutschlandradio-Staatsvertrag darf ein Mitglied des Hörfunkrats nicht zugleich regelmäßig für einen anderen öffentlich-rechtlichen Sender „gegen Entgelt tätig sein“. Aufgrund dieser Vorschrift stellte der Deutschlandradio-Hörfunkrat in seiner Sitzung am 10. September in Berlin fest, dass Robert Clemen dem Gremium nicht mehr angehören dürfe.

Nach eigener Darstellung arbeitet Clemen, der studierter Musiker ist, inzwischen als Produzent für das vom Mitteldeutschen Rundfunk veranstaltete Radioprogramm MDR Klassik. Für den MDR war Clemen bereits ab dessen Gründung im Jahr 1991 tätig, und zwar als Musiker des MDR-Sinfonieorchesters. Von 1996 bis 2000 war Clemen auch Personalratsvorsitzender des MDR. Er verließ die Rundfunkanstalt, nachdem er im Jahr 1999 für die CDU in den sächsischen Landtag in Dresden gewählt worden war. Bei der Landtagswahl Ende August 2014 gelang es Clemen nicht, erneut als direkt gewählter Abgeordneter in das Parlament einzuziehen (den Wahlkreis Leipzig 2 gewann damals die Kandidatin der Linkspartei).

Mitglied des Deutschlandradio-Hörfunkrats wurde Robert Clemen im Jahr 2006. Entsandt wurde er in das Gremium von der sächsischen Landesregierung. Jedes der 16 Bundesländer benennt einen Vertreter für den insgesamt 40-köpfigen Hörfunkrat. Im März 2014 wurde Clemen zum stellvertretenden Hörfunkratsvorsitzenden gewählt. Vorsitzender des Gremiums war damals der SPD-Politiker Frank Schildt geworden, der zu diesem Zeitpunkt für seine Partei Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft war, der bei der Wahl im Mai dieses Jahres den Wiedereinzug ins Landesparlament dann aber verpasste. Wer nach den Ausscheiden von Robert Clemen aus dem Deutschlandradio-Hörfunkrat den stellvertretenden Vorsitz des Gremiums übernimmt, steht noch nicht fest. Die Wahl wurde auf die nächste Hörfunkratssitzung vertagt, die am 3. Dezember in Berlin stattfinden wird.

07.10.2015 – MK

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