Manfred Jenke // ehemaliger
Hörfunkdirektor des WDR

06.03.2018 • Manfred Jenke, ehemaliger Hörfunkdirektor des Westdeutschen Rundfunks (WDR), ist am 4. März im Alter von 86 Jahren in Berlin gestorben. WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte die Verdienste des Verstorbenen: „Manfred Jenkes Tod erfüllt uns mit tiefer Trauer. Der WDR hat diesem weitsichtigen Programm-Manager und leidenschaftlichen Kämpfer für das Qualitätsradio sehr viel zu verdanken. Mit großer Leidenschaft hat Manfred Jenke die WDR-Radioprogramme gründlich modernisiert. Er hatte damals richtig vorausgesehen, dass der WDR sein öffentlich-rechtliches Profil ausbauen und weiterentwickeln musste, um gegen den aufkommenden Privatfunk auf Dauer zu bestehen.“

WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber verwies darauf, dass die „gesellschaftliche Verankerung der Rundfunkanstalten, die Pluralität ihrer Angebote und die Sicherung der publizistischen und künstlerischen Freiheiten“ die Themen von Manfred Jenke gewesen seien: „Mit der Einführung der Regionalisierung, Gründung der Unterhaltungswelle WDR 4 und neuen Magazinformen bei WDR 2“ habe Jenke „Maßstäbe gesetzt“. Er habe damit etwas hinterlassen, auf das man beim WDR bis heute aufbauen könne.

Manfred Jenke, geboren am 4. April 1931 in Istanbul, wuchs zunächst in Berlin und ab 1945 in Hannover auf. Er absolvierte später eine journalistische Ausbildung bei der Tageszeitung „Hannoversche Presse“ und arbeitete dann von 1953 bis 1956 als Reporter und Redakteur in der Landesredaktion Niedersachsen und Bremen der vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) herausgegebenen Wochenzeitung „Welt der Arbeit“. Anschließend wechselte Jenke als Redakteur für Sozialpolitik ins Funkhaus Hannover des Norddeutschen Rundfunks (NDR). 1962 ging er in NDR-Zentrale nach Hamburg und wurde dort Leiter der Abteilung Auslandsdienst. Im Jahr 1963 übernahm Jenke beim NDR die Leitung der Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die ein Jahr später zur Hauptabteilung Information aufgewertet wurde und der unter anderem die Pressestelle, die Programmplanung und die Hörerforschung zugeordnet waren.

Im Jahr 1974 ging Manfred Jenke als Hörfunkdirektor zum WDR nach Köln. In dieser Position vertrat er ab 1976 die ARD in der Radioprogramm-Kommission der europäischen Rundfunkunion EBU. Das Amt als WDR-Hörfunkdirektor hatte Jenke bis zu seiner Pensionierung Ende 1993 inne (auf dieser Position folgte ihm Fritz Pleitgen nach). In Jenkes Zeit als Hörfunkdirektor fiel auch die umstrittene Entscheidung, die auf WDR 2 ab Dezember 1973 ausgestrahlte und beim jugendlichen Publikum beliebte Sendereihe „Radiothek“ einzustellen.

Nachdem Jenke beim WDR ausgeschieden war, war er von 1994 bis 1997 Mitglied des Deutschlandradio-Hörfunkrats und leitete dessen Programmausschuss. Außerdem war er Präsident des Kuratoriums der Akademie für Publizistik in Hamburg und Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Lübecker Brahms-Instituts. 1991 wurde Manfred Jenke mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen und 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Jenke hat zahlreiche Publikationen zur Medienpolitik und Rundfunkgeschichte veröffentlicht.

06.03.2018 – MK
Manfred Jenke (1931 bis 2018) Foto: WDR/Bockemühl