Dieter Kosslick // Filmstiftung NRW, Berlinale

28.07.2000 •

Dieter Kosslick, geb. am 30.5.1948 in Pforzheim, wird neuer Direktor der Berliner Filmfestspiele. Er wechselt Anfang 2001 als Nachfolger von Moritz de Hadeln zur Berlinale und wird erstmals die 52. Internationalen Filmfestspiele im Jahr 2002 verantworten. Seit bekannt geworden war, dass de Hadelns Vertrag nicht verlängert wird, war Kosslick als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für den Posten im Gespräch. Am 17. Juli gab die Filmstiftung Nordrhein-Westfalen, deren Leiter Dieter Kosslick ist, offiziell bekannt, dass der Staatsminister für Kultur und Medien, Michael Naumann (SPD), die Entscheidung getroffen habe, Kosslick zum künftigen Berlinale-Chef zu berufen.

Dieter Kosslick, der in München unter anderem Kommunikationswissenschaft studiert hat, war mit Wirkung zum 1. Januar 1992 von den Gründungsgesellschaftern (Land NRW und WDR) zum Geschäftsführer der gerade gegründeten Filmstiftung Nordrhein-Westfalen berufen worden. Zuvor hatte er im Bundesland Hamburg die kulturelle (1983 bis 1988) und später auch die wirtschaftliche Filmförderung (1988 bis 1991) geleitet. Von 1979 bis 1982 war er Bürochef und Redenschreiber des damaligen Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Hans-Ulrich Klose (SPD). Bevor Kosslick 1983 in die Hamburger Filmförderung wechselte, hatte er 1982/83 eine Zwischenstation als verantwortlicher Redakteur bei der in Hamburg erscheinenden Zeitschrift „Konkret“. Dort war er für die Ressorts Ökologie und Medien verantwortlich.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Filmstiftung NRW und Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Michael Schmid-Ospach (WDR), sagte anlässlich des Bekanntwerdens von Kosslicks Wechsel nach Berlin, der scheidende Geschäftsführer der Filmstiftung habe „einen exzellenten Job gemacht. Gleichwohl glaube ich“, so Schmid-Ospach in der Pressemitteilung der Filmstiftung weiter, „dass die Leitung eines der weltweit anerkannten Filmfestivals eine Herausforderung darstellt und man die Entscheidung von Herrn Kosslick respektieren muss.“ Möglichst schnell will die Filmstiftung NRW einen Nachfolger finden. Dazu erklärte Schmid-Ospach: „Wir werden nun darauf zu gucken haben, dass für das nationale und internationale Ansehen der Stiftung keine Hängepartie entsteht.“ Die Entscheidung soll dem Vernehmen nach spätestens bis Ende September 2000 fallen. Gesellschafter der Filmstiftung NRW sind das Land Nordrhein-Westfalen und der WDR mit je 45 Prozent und inzwischen auch das ZDF (10 Prozent). Die in Düsseldorf ansässige Fördereinrichtung verfügt über einen Jahresetat von 70 Mio DM, der die Filmstiftung zu einer der mächtigsten ihrer Art macht.

• Text aus Heft Nr. 30/2000 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

28.07.2000

Print-Ausgabe 10/2019

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