Radiosender Sport1.FM im Internet gestartet

26.07.2013 •

Der neue Radiosender Sport1.FM hat am 19. Juli seinen Programmbetrieb aufgenommen. Seitdem berichtet Sport1.FM über die Spiele der zweiten Fußball-Bundesliga, die an diesem Tag in die neue Saison 2013/14 gestartet ist. Wenn am 9. August die neue Spielzeit der ersten Bundesliga beginnt, werden auch die Partien der obersten deutschen Profiliga übertragen. Das neue Programm wird von der Sport 1 GmbH betrieben. Das Unternehmen mit Sitz in Ismaning bei München veranstaltet auch die beiden Fernsehkanäle Sport 1 (Free-TV) und Sport 1 plus (Pay-TV) und produziert die Inhalte auf sport1.de. Die Sport 1 GmbH, die zur Constantin Medien AG gehört, erhielt im März den Zuschlag für die Hörfunkübertragungsrechte an der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga ab der Saison 2013/14.

Die Deutsche Fußball-Liga vergab damals an Sport 1 die Live-Rechte an der Bundesliga für insgesamt vier Spielzeiten (2013/14 bis 2016/17). Damit konnte sich die Sport 1 GmbH gegen die Regiocast-Gruppe durchsetzen, die für ihr im August 2008 gestartetes Fußballradio 90elf die Rechte für eine weitere Lizenzperiode erwerben wollte, dann aber nicht zum Zuge kam. Nachdem Regiocast im Rechtepoker unterlegen war, hat das Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen 90elf als Fußballradio Anfang Juni eingestellt (vgl. FK-Hefte Nr. 12/13 und 21/13). Seit dem 2. Juni ist über die Verbreitungswege des Programms (Internet, DAB plus, mobile Endgeräte) ausschließlich Musik zu hören. Die Regiocast-Verantwortlichen arbeiten derzeit an einem neuen Sendekonzept.

DAB-plus-Kooperation mit Energy

Bei Sport1.FM sind nun alle Spiele der zweiten Liga einzeln in der Live-Reportage zu hören. Konferenzübertragungen gibt es zusätzlich freitags, samstags und sonntags. Hinzu kommt die Übertragung des Spiels am Montagabend. Auch die Erstliga-Partien können ab dem 9. August alle einzeln verfolgt werden. Zusätzlich werden die nachmittäglichen Samstagspartien in einer Konferenzschaltung übertragen. Insgesamt ist Sport1.FM pro Saison bei allen 612 Spielen der ersten und zweiten Liga dabei. Hinzu kommen noch Übertragungen der vier Relegationsspiele zur ersten und zweiten Liga und der Supercup-Begegnung. Auch über Partien des DFB-Pokals sowie über die WM-Qualifikations- und Freundschaftsspiele der deutschen Nationalmannschaft wird das neue Programm live berichten.

Sport1.FM ist, auch wenn es der Sendername nahelegt, nicht über UKW zu hören, sondern ausschließlich im Internet und über mobile Endgeräte etwa mittels einer App. Der Empfang über alle Ausspielwege ist kostenfrei. Der Sender finanziert sich durch Werbung und Sponsoring. Während 90elf zusätzlich auch digital-terrestrisch verbreitet wurde, kann Sport1.FM mangels freier Kapazitäten auf dem bundesweiten DAB-plus-Multiplex sein Programm nicht auch über eigene Digitalradio-Frequenzen ausstrahlen. Die Bundesliga-Berichterstattung von Sport1.FM ist aber dennoch über DAB plus zu hören, weil sich der Sender am 12. Juli, eine Woche vor dem Start der zweiten Liga, auf eine Zusammenarbeit mit der Radio NRJ GmbH und deren über DAB plus verbreitetem Programm Energy verständigt hat.

Die Kooperation sieht vor, dass Energy in seinem DAB-plus-Programm an vier Tagen in der Woche die Bundesliga-Übertragungen von Sport1.FM übernimmt (von freitags bis montags). In den englischen Wochen der ersten Liga hat Energy dann auch dienstags und mittwochs Fußball im Programm. Allerdings werden über Energy nicht alle Spiele auch in der Einzelübertragung zu hören sein, so wie es bei 90elf über DAB plus noch der Fall war. Das hängt damit zusammen, dass Energy nicht über solche umfangreichen Kapazitäten auf dem bundesweiten DAB-plus-Multiplex verfügt wie bisher 90elf. Daher strahlt Energy primär die Sport-1.FM-Konferenzübertragungen der Spiele aus. Die Partien der ersten und zweiten Liga, die ohne Parallelbegegnungen stattfinden, sind bei Energy außerdem in der Einzelreportage von Sport1.FM zu hören. Bislang ist nicht vorgesehen, dass Energy auch die weiteren Fußballübertragungen von Sport1.FM wie etwa über den DFB-Pokal ausstrahlt.

Mehr als ein Fußballradio

Die Redaktion- und Sendetechnik des neuen Programms hat der Produktionsdienstleister Plazamedia eingerichtet, der ebenfalls Teil der Constantin Medien AG ist. Die rund 20-köpfige Redaktion von Sport1.FM wird von Alexander Ibenhain geleitet. Dem Team gehören mehrere Mitarbeiter an, die vorher für 90elf tätig waren. Insgesamt wurden nach Senderangaben zehn Mitarbeiter von 90elf übernommen. Davon neun auf freiberuflicher Basis und Ibenhain in fest angestellter Position. Die Sport-1-FM-Kommentatoren werden über die Fußballspiele in der Regel aus der Sendezentrale in Ismaning auf Basis des TV-Signals berichten. Teilweise gibt es aber auch Reportagen direkt aus den Stadien. Ähnlich lief das in den vergangenen Spielzeiten auch bei 90elf ab.

Sport1.FM versteht sich aber nicht als Fußballradio, sondern als Sportradio (Slogan: „Das Spiel ist, wo Du bist“). In dem neuen 24‑stündigen Programm wird es auch um die Handball- und Basketball-Bundesliga gehen, über die das Schwesterprogramm Sport 1 live im Fernsehen berichtet. Moderiertes Programm gibt es bei Sport1.FM täglich zwischen 7.00 und 20.00 Uhr. In dieser Zeit werden, sofern keine Live-Übertragungen anstehen, halbstündlich Welt- und Sport-Nachrichten gesendet. Außerdem werden ab August über das neue Radioprogramm mehrere Sport-1-Fernsehsendungen wie etwa der sonntagsvormittags ausgestrahlte Fußballtalk „Doppelpass“ zeitgleich zu hören sein. Die Musik bei Sport1.FM ist auf eine männliche Zielgruppe ausgerichtet.

Von der hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) hat Sport1.FM eine rundfunkrechtliche Zulassung für die Dauer von zehn Jahren erhalten. Damit kann sich das neue Programm auch um eigene DAB-plus-Frequenzen bewerben, wenn solche frei werden. Wird ein Radioprogramm nur im Web verbreitet – wie es derzeit bei Sport1.FM der Fall ist –, benötigt dessen Betreiber keine Lizenz. Die Medienaufsicht muss dann lediglich über den Start des jeweiligen Internetradios informiert werden.

• Text aus Heft Nr. 30/2013 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

26.07.2013 – vn/FK