Hans-Abich-Preis 2014 für HR‑Redakteurin Liane Jessen

07.11.2014 •

Liane Jessen, die Leiterin der Abteilung ‘Fernsehspiel und Spielfilm’ beim Hessischen Rundfunk (HR) in Frankfurt, wird für „herausragende Verdienste um den Fernsehfilm“ mit dem Hans-Abich-Preis geehrt. Das gaben die Veranstalter des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden am 30. Oktober bekannt. Der Abich-Preis wird seit zehn Jahren im Rahmen des Festivals vergeben, das in diesem Jahr vom 17. bis 21. November stattfindet.

Liane Jessen leitet seit 1999 die Fernsehfilmabteilung des Hessischen Rundfunks. Mit ihrer Redaktion produziert sie Fernsehfilme, Debütfilme, Kinokoproduktionen und die HR-Krimis der „Tatort“-Reihe. So unterschiedlich Jessens Fernsehfilme auch sein mögen, „so sind sie doch alle auf ihre Art kleine Kunstwerke und als solche getragen von der Idee, dass im Fernsehen das Überschreiten von Grenzen fruchtbarer ist als das Einhalten von Formatregeln“, begründet die Jury ihre Entscheidung: „Der Hans-Abich-Preis 2014 würdigt diese Handschrift, mit der Liane Jessen – selbst im Zentrum des Systems agierend – das System vor allem dazu nutzt, es systematisch in Frage zu stellen.“

„Männertreu“ eröffnet TV-Festival

Liane Jessen wird der Hans-Abich-Preis am 21. November im Rahmen der Preisverleihungsgala am Abschlussabend des Baden-Badener Fernsehfilm-Festivals übergeben. Die Laudatio hält der Autor und Regisseur Hendrik Handloegten. Der Abich-Preis ist der Ehrenpreis des Festivals; er wird seit 2004 in Erinnerung an den Filmproduzenten, Publizisten und früheren ARD-Programmdirektor Hans Abich (1918 bis 2003) vergeben. Der Fernsehmacher war Mitbegründer der „Baden-Badener Tage des Fernsehspiels“ (des heutigen Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden) und von 1989 bis 1992 Vorsitzender der Jury. Zu den Hans-Abich-Preisträgern gehören unter anderem die Filmemacher Edgar Reitz, Dominik Graf, und Matti Geschonneck, die Schauspielerin Senta Berger, der Filmkomponist Klaus Doldinger und die Produzentin Gabriela Sperl.

Im Wettbewerb des Fernsehfilm-Festivals Baden-Baden bewerben sich jedes Jahr zwölf Produktionen um die TV-Preise der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, die das Festival zusammen mit dem Sender 3sat veranstaltet. In diesem Jahr sind im Übrigen gleich zwei aktuelle HR-Produktionen dabei, die von Liane Jessen betreut wurden: Mit „Männertreu“ eröffnet das Fernsehfilm-Festival den Wettbewerb, die HR-„Tatort“-Folge „Im Schmerz geboren“ läuft am letzten Tag des Wettbewerbsprogramms. Über die Preisvergabe entscheidet eine fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz des Autors und Fernsehkritikers Torsten Körner. Die Jury debattiert öffentlich über die zwölf nominierten Wettbewerbsfilme direkt im Anschluss an die Vorführungen im Kurhaus Baden-Baden. Zur Jury gehören in diesem Jahr neben Torsten Körner die Schauspielerin Ulrike Folkerts („Tatort“), die Drehbuchautorin Beate Langmaack („Zeit der Helden“, „Guten Morgen, Herr Grothe“), Christiane von Wahlert (Geschäftsführerin der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft und der Freiwilligen Selbstkontrolle Filmwirtschaft) und Dieter Anschlag (Chefredakteur der „Funkkorrespondenz“).

Die folgenden zwölf Fernsehfilme sind für den diesjährigen Baden-Badener Wettbewerb nominiert:

 1. Altersglühen (ARD/WDR/NDR)

 2. Bornholmer Straße (ARD/MDR/RBB/Degeto)

 3. Clara Immerwahr (ARD/SWR/MDR/Degeto/ORF)

 4. Die Spiegel Affäre (ARD/BR/WDR/Degeto/Arte)

 5. Männertreu (ARD/HR)

 6. Tatort: Im Schmerz geboren (ARD/HR)

 7. Spreewaldkrimi: Mörderische Hitze (ZDF)

 8. Jeder Tag zählt (ZDF/Arte)

 9. Zwei allein (ZDF/Arte)

10. Das Attentat – Sarajevo 1914 (ZDF/ORF)

11. Der Rücktritt (Sat 1)

12. Ziellos (SRF)

• Text aus Heft Nr. 45/2014 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

07.11.2014 – FK