Fernsehjahr 2020: ZDF wieder Marktführer vor ARD, RTL und Sat 1

22.01.2021 •

Das ZDF war auch 2020 das meistgesehene Fernsehprogramm in Deutschland. Der öffentlich-rechtliche Sender kam im vorigen Jahr auf einen durchschnittlichen Marktanteil von 13,6 Prozent – 0,6 Prozentpunkte mehr als 2019. Seit 2012 ist das ZDF ununterbrochen Marktführer und es erreichte mit 13,6 Prozent im abgelaufenen Jahr nun innerhalb dieses neunjährigen Zeitraums den zweithöchsten Marktanteil (2018 lag der Spitzenwert bei 13,9 Prozent). Platz 2 der jährlichen Quotenstatistik ging auch 2020 wieder an das Erste Programm der ARD, das wie im Vorjahr 11,3 Prozent erreichte.

RTL erzielte im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 8,1 Prozent und belegt in der Auswertung abermals den dritten Rang. Der Privatsender verlor 0,3 Prozentpunkte gegenüber 2019. Ein zweistelliger Marktanteil, den RTL zuletzt 2014 erzielte (10,4 Prozent), rückt in immer weitere Ferne. Sat 1 landete mit 5,7 Prozent auf dem vierten Rang (minus 0,3 gegenüber dem Vorjahr). Vox weist 4,6 Prozent auf (minus 0,2) und bleibt Fünfter vor dem Wettbewerber Pro Sieben, der mit 4,0 Prozent auf den sechsten Platz kam (minus 0,3). Rang 7 belegt Kabel 1 mit 3,5 Prozent (minus 0,1), gefolgt vom Sender ZDFneo, der als Achter 2,9 Prozent erzielte (minus 0,2).

RTL 2 hatte 2020 einen Marktanteil von 2,7 Prozent (minus 0,2). Die beiden zur RTL-Gruppe gehörenden Sender Nitro und RTL plus erreichten jeweils 1,8 Prozent wie auch Sat 1 Gold. ZDFinfo kam auf 1,5 Prozent, 3sat auf 1,4 und Super RTL auf 1,3 Prozent. Arte und ntv erzielten jeweils 1,2 Prozent, Phoenix, Welt und DMAX jeweils 1,1 Prozent. Tele 5 kam auf 1,0 Prozent.

Dritte Programme mit höchstem Marktanteil seit 2004

Die sieben Dritten Programme der ARD hatten im Jahr 2020 einen gemeinsamen Marktanteil von 13,7 Prozent – ein Plus von 0,4 Prozentpunkten gegenüber 2019 und zugleich der höchste Marktanteil seit 2004 (ebenfalls 13,7 Prozent). Das bundesweit erfolgreichste Dritte war auch 2020 das NDR Fernsehen mit 2,7 Prozent (plus 0,1), es gehörte damit zu den zehn meistgesehenen TV-Programmen. Platz 2 belegt erneut das WDR Fernsehen mit 2,5 Prozent (plus 0,2). Dritter wurden das MDR Fernsehen und das SWR Fernsehen mit jeweils 2,1 Prozent. Während beim MDR Fernsehen der Marktanteil stagnierte, konnte das SWR Fernsehen um 0,2 Prozentpunkte zulegen. Das BR Fernsehen hatte 2,0 Prozent (plus 0,1), das RBB Fernsehen kam auf 1,3 (plus 0,1) und das HR Fernsehen wieder auf 1,1 Prozent.

Meistgesehenes Drittes im eigenen Sendegebiet war auch 2020 das MDR Fernsehen mit 10,0 Prozent (plus 0,2). Rang 2 ging diesmal an das NDR Fernsehen mit 8,0 Prozent (plus 0,2), das damit wieder am BR Fernsehen vorbeiziehen konnte. Das BR Fernsehen kam als Dritter 2020 auf erneut 7,9 Prozent im eigenen Sendegebiet, gefolgt vom WDR Fernsehen (7,7 Prozent), SWR Fernsehen (6,9), RBB Fernsehen (6,4) und HR Fernsehen (6,3).

Bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern blieb RTL Marktführer, musste aber deutliche Einbußen hinnehmen: Der Marktanteil des Senders sank gegenüber 2019 um 0,7 Prozentpunkte auf 11,4 Prozent. Pro Sieben wurde mit 9,1 Prozent erneut Zweiter, verlor ebenfalls kräftig, und zwar 0,5 Prozentpunkte. Dritter wurde wieder Sat 1 mit 7,7 Prozent (minus 0,1) vor dem Ersten als viertplatziertem Programm, das 2020 bei den 14- bis 49-Jährigen auf 6,9 Prozent kam (plus 0,4). Fünfter wurde Vox mit 6,7 Prozent (minus 0,4) vor dem sechstplatzierten ZDF mit 6,4 Prozent (plus 0,8). Kabel 1 kam mit 5,0 Prozent wieder auf Rang 7 (minus 0,2) und blieb erneut vor dem Konkurrenten RTL 2, der als Achter 4,9 Prozent erzielte (minus 0,1). Den neunten Platz belegt Nitro mit 2,0 Prozent (minus 0,1). Rang 10 teilen sich Super RTL und ZDFneo mit jeweils 1,9 Prozent, gefolgt von ZDFinfo und DMAX (je 1,7), Pro Sieben Maxx (1,6), Sat 1 Gold (1,5), ntv (1,4) sowie Welt, RTL plus, Sixx und dem WDR Fernsehen (je 1,3). Die Dritten kamen zusammen auf 5,7 Prozent (plus 0,2).

Corona-Krise lässt TV-Nutzung ansteigen

Bei den 14- bis 29-Jährigen blieb Pro Sieben auch 2020 trotz Verlusten Spitzenreiter: Der Sender erreichte 12,9 Prozent (minus 1,6) und rangierte vor RTL mit 12,3 Prozent (minus 1,2) als Zweitem. Den dritten Platz belegt wieder Sat 1 mit 9,1 Prozent (plus 0,1), vor Vox (7,3), RTL 2 (6,8), dem Ersten (5,8), dem ZDF (5,1). Kabel 1 (4,2) und Pro Sieben Maxx (2,3). Die Dritten hatten zusammen 4,0 Prozent. Bei den Über-50-Jährigen lag erneut das ZDF mit diesmal 16,8 Prozent vorne (plus 0,1), vor dem Ersten (13,3), RTL (6,8), Sat 1 (4,9) und Vox (3,8). Die Dritten hatten in diesem Segment zusammen 17,2 Prozent.

Die meistgesehene Sendung war 2020 die „Tatort“-Folge „Es lebe der König!“ (ARD/WDR). Die Episode aus Münster mit Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers) sahen am 13. Dezember im Schnitt 13,80 Mio Zuschauer (Marktanteil: 36,5 Prozent). Die weitere 2020 ausgestrahlte „Tatort“-Folge aus Münster („Limbus“, 8. November) war die zweitmeistgesehene Sendung des Jahres (13,15 Mio). Bei den Über-50-Jährigen war 2020 ebenfalls die „Tatort“-Folge „Es lebe der König!“ am erfolgreichsten: 10,31 Mio ältere Bürger (40,5 Prozent) schalteten ein. Bei den 14- bis 49-Jährigen war die Live-Übertragung des Champions-League-Endspiels zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München (0:1) die meistgesehene Sendung. Den Sieg der Bayern, die damit zum dritten Mal den seit 1992 ausgetragenen Wettbewerb gewannen, sahen am 23. August im ZDF 4,35 Mio jüngere Menschen (42,2 Prozent).

Die Sehdauer des Fernsehpublikums betrug 2020 durchschnittlich 220 Minuten pro Tag und Kopf (3 Stunden und 40 Minuten) – neun Minuten mehr als 2019. Vor allem die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einschränkungen im Frühjahr und ab Herbst führten dazu, dass die Menschen mehr fernsahen, auch um sich in der Krise zu informieren. Damit setzte sich die Entwicklung, dass seit mehreren Jahren die lineare TV-Nutzung sinkt, zumindest 2020 nicht fort. Bei den Über-50-Jährigen betrug der tägliche TV-Konsum fünfeinhalb Stunden (335 Minuten; 2019: 318 Minuten). Bei den 14- bis 49-Jährigen blieb 2020 die Sehdauer gegenüber dem Vorjahr fast konstant; sie betrug pro Tag im Schnitt zwei Stunden und 17 Minuten (137 Minuten), eine Minute weniger als 2019. Bei den 14- bis 29-Jährigen waren es 75 Minuten (2019: 82 Minuten).

22.01.2021 – vn/MK

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