Fernsehjahr 2018: ZDF weiterhin an der Spitze vor ARD, RTL und Sat 1

02.02.2019 •

Das ZDF war auch im Jahr 2018 wieder das meistgesehene Fernsehprogramm in Deutschland. Der öffentlich-rechtliche Sender erzielte im vorigen Jahr einen durchschnittlichen Marktanteil von 13,9 Prozent – ein Plus von 0,9 Prozentpunkten gegenüber 2017. Seit 2012 ist das ZDF ununterbrochen Marktführer und es erreichte mit 13,9 Prozent im abgelaufenen Jahr jetzt innerhalb dieses siebenjährigen Zeitraums den höchsten Marktanteil. Im Jahr 1996, als es allerdings noch deutlich weniger Konkurrenzprogramme gab, kam das ZDF zuletzt auf einen höheren Jahresmarktanteil, nämlich 14,7 Prozent.

Den zweiten Platz in der Quotenstatistik 2018 erreichte das Erste Programm der ARD mit 11,5 Prozent. Das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, als das öffentlich-rechtliche Programm mit 11,3 Prozent den bisher niedrigsten Jahresmarktanteil seit Einführung der GfK-Quotenmessung aufgewiesen hatte. RTL belegt mit 8,3 Prozent im Jahr 2018 erneut den dritten Rang. Damit verlor der Privatsender in der Zuschauergunst immerhin 0,9 Prozentpunkte und war damit das Programm, das im Jahr 2018 den größten Marktanteilsverlust hinnehmen musste. Auch Sat 1 als Viertplatzierter büßte Marktanteile ein: Der Sender kam auf nur noch 6,2 Prozent (minus 0,5 Prozentpunkte). Vox verharrte mit 4,8 Prozent auf der fünften Position und verlor gegenüber dem Vorjahr 0,3 Prozentpunkte.

Auf den sechsten Platz kam erneut das Programm Pro Sieben, das 4,4 Prozent erreichte (minus 0,1). Rang 7 belegt wieder Kabel 1 mit 3,5 Prozent; damit konnte der Pro-Sieben-Schwestersender geringfügig zulegen (plus 0,1). Achter wurde in der Quotenstatistik 2018 das öffentlich-rechtliche Programm ZDFneo, das 3,2 Prozent erzielte (plus 0,3) und damit am Privatsender RTL 2 vorbeizog, der nur noch auf 3,0 Prozent kam (minus 0,2). Den zehnten Rang teilen sich die beiden zur RTL-Gruppe gehören Sender Nitro und Super RTL, die jeweils 1,7 Prozent erreichten. Während Nitro seinen Marktanteil um 0,1 Prozentpunkte steigern konnte, wies Super RTL den Wert des Vorjahres auf.

Von den bestplatzierten Sendern konnten im Jahr 2018 das ZDF und das Erste ihre Marktanteile auch deswegen steigern, weil sie zuschauerstarke Übertragungen von den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang und der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Programm hatten. Von den größeren Privatsendern verbuchte nur Kabel 1 Marktanteilsgewinne. Auch mehrere kleinere Sender konnten im abgelaufenen Jahr zulegen. Um jeweils 0,2 Prozentpunkte steigerten sich ZDFinfo (auf 1,4 Prozent) und RTL plus (1,3). Einen Zuwachs von 0,1 Prozentpunkten verzeichneten Sat 1 Gold (auf 1,6 Prozent), Tele 5 (0,9), Sixx und Pro Sieben Maxx (jeweils 0,8). Einbußen um jeweils 0,1 Prozentpunkte hatten Welt (auf 1,1 Prozent), Phoenix und ntv (jeweils 1,0) sowie Eurosport (0,5); Sport 1 verlor 0,2 Punkte und kam auf 0,7 Prozent. Konstant blieb der Markanteil bei 3sat (1,3) und DMAX (1,0).

Die sieben Dritten Programme der ARD erreichten 2018 einen Marktanteil von zusammen 12,7 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor. Das bundesweit erfolgreichste Dritte war erneut das NDR Fernsehen, das 2018 wie im Jahr zuvor 2,5 Prozent erzielte. Platz 2 belegt das WDR Fernsehen mit einem unveränderten Marktanteil von 2,3 Prozent. Dritter wurde abermals das MDR Fernsehen mit 1,9 Prozent (minus 0,1), vor dem SWR Fernsehen und BR Fernsehen (jeweils 1,8), dem RBB Fernsehen (1,3) und HR Fernsehen (1,1). Meistgesehenes Drittes im eigenen Sendegebiet war auch 2018 wieder das MDR Fernsehen mit 9,1 Prozent (minus 0,5), gefolgt vom NDR Fernsehen und BR Fernsehen, den beiden Zweitplatzierten mit jeweils 7,4 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen das WDR Fernsehen (6,4), das SWR Fernsehen (6,0), das RBB Fernsehen (5,9) und das HR Fernsehen (5,7). Größte Verlierer waren hier das MDR Fernsehen und das SWR Fernsehen, die gegenüber 2017 jeweils 0,6 Prozentpunkte einbüßten.

Tägliche Fernsehnutzung gesunken

Im Segment der 14- bis 49-Jährigen blieb RTL trotz weiterer Verluste auch 2018 Marktführer: Der Sender erzielte hier einen Marktanteil von durchschnittlich 11,4 Prozent (minus 0,8 gegenüber 2017). Pro Sieben erreichte als Zweitplatzierter erneut 9,5 Prozent. Die dritte Position belegt wieder Sat 1 mit 8,1 Prozent (minus 0,3). Vierter wurde das Erste mit 7,0 Prozent (plus 0,4), vor Vox (6,9), dem ZDF (6,8), RTL 2 (5,4), Kabel 1 (5,0), Super RTL (2,1), Nitro (1,9) und ZDFneo (1,8). DMAX hatte bei den 14- bis 49-Jährigen 1,7 Prozent, Pro Sieben Maxx und Sat 1 Gold kamen auf je 1,6 Prozent. ZDFinfo erzielte 1,4 Prozent, 3sat und Arte erreichten jeweils 0,8 und Phoenix 0,7 Prozent. Die Dritten Programme hatten hier zusammen 5,2 Prozent.

Bei den 14- bis 29-Jährigen erzielte Pro Sieben 14,9 Prozent und verteidigte damit trotz deutlicher Verluste die Marktführerschaft (minus 1,4 Prozentpunkte). Platz 2 ging wieder an RTL mit 13,5 Prozent (minus 0,6), vor Sat 1 (9,0), RTL 2 (7,5), Vox (6,3), dem Ersten (5,8), dem ZDF (5,4) und Kabel 1 (4,4). Die Dritten Programme erreichten hier 3,1 Prozent. Bei den Über-50-Jährigen belegt wieder das ZDF den ersten Platz, diesmal mit 17,7 Prozent (plus 0,6), gefolgt vom Ersten (13,9), RTL (6,9), Sat 1 (5,4), ZDFneo (4,0) und Vox (3,8). Die Dritten hatten hier zusammen 16,8 Prozent.

Die meistgesehene Sendung des Jahres 2018 war die Live-Übertragung des Vorrundenspiels bei der Fußball-WM zwischen Deutschland und Schweden: Den 2:1-Sieg des deutschen Teams am 23. Juni sahen im Ersten 27,53 Mio Zuschauer (Marktanteil: 76,3 Prozent). Auch bei den 14- bis 49-Jährigen und den Über-50-Jährigen war diese Spielübertragung die erfolgreichste Sendung: Bei den jüngeren Menschen schalteten 10,79 Mio ein (83,4 Prozent), bei den älteren waren es 14,77 Mio (70,7 Prozent). Die Sehdauer des hiesigen Fernsehpublikums betrug 2018 insgesamt 217 Minuten pro Tag und Kopf, also drei Stunden und 37 Minuten. Damit sank der TV-Konsum um vier Minuten gegenüber 2017. Die 14- bis 49-Jährigen sahen im Schnitt zwei Stunden und 33 Minuten pro Tag fern (153 Minuten) – sieben Minuten weniger als 2017. Bei den 14- bis 29-Jährigen fiel der Rückgang mit elf Minuten noch stärker aus: Hier sank die tägliche Sehdauer von 105 Minuten (2017) auf 94 Minuten (2018). Bei den Über-50-Jährigen blieb der tägliche TV-Nutzung mit weiterhin mehr als fünf Stunden nahezu konstant (315 Minuten; 2017: 316 Minuten).

02.02.2019 – vn/MK

Print-Ausgabe 17/2019

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren