USA: Nielsen ermittelt Quoten für Videostreaming

08.07.2016 •

8.7.16 • Weder Erfolg noch weltweite Verbreitung haben bisher die Anbieter von Videostreaming veranlassen können, Daten über tatsächliche Nutzung freizugeben. Wie jetzt bekannt wurde, will das Forschungsinstitut Nielsen Media Research zukünftig diese Lücke füllen. Ende Juni gab Nielsen zum ersten Mal Einschaltquoten für eine begrenzte Anzahl von Fernsehserien der Videodienste Netflix, Amazon Prime und Hulu bekannt, für die Öffentlichkeit allerdings quasi hinter vorgehaltener Hand.

Zugang zu den ermittelten Daten erhielten nur die jeweiligen Produktionsstudios, die dann selbst darüber entscheiden konnten, welche Ergebnisse sie öffentlich machen wollten. Das waren, wie kaum anders zu erwarten, natürlich nur die Erfolgszahlen. Womit interessierte Institutionen, Presse und Publikum weiterhin über die Mehrzahl der von Nielsen beobachteten Serien im Unklaren bleiben und Vergleiche nur sehr begrenzt möglich sind.

Immerhin ist nun ein Anfang gemacht, der zumindest Anhaltspunkte über die Nutzung von Videostreaming in den USA gibt (vgl. hierzu auch FK-Heft Nr. 50/14). Nielsen bedient sich bei seinen Untersuchungen derselben 41.000 Haushalte, die das Marktforschungsunternehmen auch für seine Auswertungen der regulären Fernsehsendungen nutzt. Die Gesamtzahl der Zuschauer und eine Konkretisierung der Zuschauerzahl nach Altersgruppen gehören zu den ermittelten Daten.

Zahlen zu „Orange Is the New Black“, der von Lions Gate produzierten Netflix-Serie, gehörten zu den ersten Resultaten, die öffentlich bekannt wurden. Die erste Episode der vierten Staffel von „Orange Is the New Black“ wurde zwischen dem 17. und 19. Juni 2016 in den USA bei Netflix von 6,7 Mio Zuschauern gesehen. Bei der zweiten Folge riefen dann immer noch 5,9 Mio das Programm bei Netflix ab. Für Wiederholungen der einst vom Network NBC ausgestrahlten Sitcom „Seinfeld“ beim Streaming-Anbieter Hulu gab es in den ersten fünf Tagen 706.000 Zuschauer. Das Alter der Streaming-Nutzer scheint jünger zu sein als beim Broadcast- und Kabelfernsehen. So waren zum Beispiel bei „Better Call Saul“, einem Spin-off der Erfolgsserie „Breaking Bad“, dessen Erstausstrahlung seit dem vorigen Jahr beim Kabelsender AMC erfolgt, 44 Prozent der Netflix-Zuschauer zwischen 18 und 34 Jahre alt. Dieselbe Altersschicht ist in den USA im traditionellen Fernsehen mit 24 Prozent repräsentiert.

08.07.2016 – Ev/MK

` `