Österreich: Gerhard Weis übernimmt am 14. September 1998 das Amt des ORF‑Generalintendanten

11.09.1998 •

Das Kuratorium des Österreichischen Rundfunks (ORF) hat erwartungsgemäß in seiner Sitzung am 7. September den bisherigen ORF-Generalintendanten Gerhard Zeiler, 42, vorzeitig aus dem Vertrag entlassen und den 59-jährigen Gerhard Weis, bisher Generalsekretär und Hörfunkintendanten des öffentlich-rechtlichen Senders,  zum 14. September mit der interimistischen Nachfolge betraut. Am 11. Oktober beginnt dann die ordentliche vierjährige Amtsperiode von Weis als ORF-Generalintendant. (vgl. auch diese FK-Meldung).

Gerhard Zeiler, der als Geschäftsführer zum privaten Fernsehveranstalter RTL nach Köln wechselt, verriet auf einer Abschiedspressekonferenz am 8. September in Wien, dass er das RTL-Angebot ausgeschlagen hätte, wenn die Politik die ihm zugesagte ORF-Reform, die dem Sender – nicht zuletzt durch Umwandlung in eine Aktiengesellschaft – mehr politische Unabhängigkeit und größeren wirtschaftlichen Spielraum hätte bringen sollen, in Angriff genommen hätte. Als unpassend empfand der scheidende Generalintendant, der das höchste Amt im ORF am 17. Oktober 1994 übernommen hatte und vorher Geschäftsführer bei den deutschen Privatsendern Tele 5 und RTL 2 war, die Frage eines Journalisten, ob er Schwachstellen bei seinem künftigen Arbeitgeber sehe: Er sei nicht vom wilden Affen gebissen und deshalb nicht bereit über mögliche Kritikpunkte zu sprechen, so etwas wäre unfair gegenüber dem jetzigen RTL-Management und sei nicht sein Stil.

• Text aus Heft Nr. Nr. 37/1998 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

11.09.1998 – FK