Kaum war der Buchdruck erfunden

18.02.2018 •

18.02.2018 • «Kaum war der Buchdruck erfunden, begann die Überwachung von Druckerzeugnissen. Zeitungen, die seit Beginn des 17. Jahrhunderts periodisch erschienen, wurden von den Herrschern als Gefahr betrachtet, denn sie behandelten politische Themen, fanden eine weite Verbreitung und schufen eine informierte Öffentlichkeit. Bereits in der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde die Forderung nach Pressefreiheit erhoben. Einige reformfreudige Regenten , so Kaiser Joseph II., lockerten die Zensur. Ganz aufgehoben wurde sie in den Herzogtümern Schleswig und Holstein 1770 durch Staatsminister Johann Friedrich Struensee. In Preußen dagegen hielt Friedrich II. an der Zensur fest. Als die Französische Revolution sich radikalisierte, befürchteten die deutschen Monarchen ein Übergreifen auf ihre Territorien und verschärften die Zensur wieder. Auch unter Napoleon wurde die Presse in den linksrheinischen Gebieten und den Rheinbundstaaten stark reglementiert. Nach einem kurzen Aufblühen der politischen Presse im Gefolge der Befreiungskriege sorgten die verbündeten konservativen Mächte Russland, Österreich und Preußen bald wieder dafür, dass Zeitungen und andere Druckerzeugnisse streng überwacht wurden.»

Aus dem Begleitbuch zur Dauerausstellung „Hinauf, hinauf zum Schloss! Das Hambacher Fest 1832“ (im Hambacher Schloss). Beim Hambacher Fest vom 27. Mai bis 1. Juni 1832 demonstrierten 20.000 bis 30.000 Menschen für die Freiheit und Einheit Deutschlands, für Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. 

18.02.2018 – MK

Hambacher Schloss in der Pfalz

Foto: da/MK