Der Weg des Stefan Aust

02.07.2016 •

«Aust war alles Mögliche, darunter 14 Jahre lang „Spiegel“-Chefredakteur. Jetzt ist er bei Springer Herausgeber der „Welt“, was nicht ehrenrührig ist, auch wenn Aust dies selbst vor längerer Zeit noch gedacht hätte. Aber die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen, und wenn man teure Pferde hat und außerdem eine Art Fernsehsender verkaufen möchte, dessen Hervorbringungen Springer wiederum als zappelndes Beiwerk zu seinen vielfältigen Netzaktivitäten begehrt, dann kann man, wenn man Stefan Aust ist und diesen Sender N24 hat, schon auch im Zuge des N24-Verkaufs an Springer Herausgeber der „Welt“ werden. Es lohnt sich jedenfalls. [...]

Es ist also schön, dass Stefan Aust, den ich persönlich nicht kenne, 70 wird. Er war mal links, er war mal beim Fernsehen, er war mal beliebt, er war mal beim „Spiegel“, er war mal unbeliebt und jetzt ist er bei Springer. Er sagt, wie alle bedeutenden Menschen mit so einer wechselvollen Biografie, dass er sich eigentlich nicht verändert habe, sondern immer seinen Prinzipien treu geblieben sei. Ich bin zwar noch nicht 70, aber wenn ich einen Fernsehsender an Mathias Döpfner zu verkaufen hätte, würde ich bestimmt mindestens vier Prinzipien identifizieren können, von denen ich zwar bisher nichts wusste, ihnen aber stets treu war.»

Kurt Kister, Chefredakteur der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ), am 1. Juli 2016 in seiner SZ-Lesermail" über Stefan Aust, der an diesem 1. Juli (Freitag) 70 Jahre alt wurde

02.07.2016 – MK

Stefan Aust

Foto: Screenshot


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