Grimme-Forschungskolleg erhält neuen wissenschaftlichen Direktor

Beim Grimme-Forschungskolleg mit Sitz in Köln wird voraussichtlich im Mai ein neuer wissenschaftlicher Direktor benannt. Vorgeschlagen für die Position bei dem Kolleg, an dem das Grimme-Institut (Marl) und die Universität Köln mit jeweils 50 Prozent beteiligt sind, ist nach MK-Informationen der Kölner Universitätsprofessor Torsten Meyer. Er arbeitet seit 2010 am Institut für Kunst & Kunsttheorie der Universität und ist dort seitdem Professor für den Bereich ‘Kunst und ihre Didaktik, Schwerpunkt aktuelle Medienkultur’. Seine Berufung zum wissenschaftlichen Direktor des Grimme-Forschungskollegs für die Dauer von drei Jahren muss offiziell noch durch den Aufsichtsrat der Einrichtung bestätigt werden, der im Mai das nächste Mal tagt. Vorsitzender des 16-köpfigen Aufsichtsrats ist Stefan Grohé, der seit 2004 an der Universität Köln Professor für Kunstgeschichte ist.

Die Position des wissenschaftlichen Direktors des Grimme-Forschungskollegs ist neu zu besetzen, weil die bisherige Amtsinhaberin Claudia Loebbecke von der Universität Köln diese Funktion im Dezember vorigen Jahres niedergelegt hatte. Die Stelle als wissenschaftliche Direktorin des Kollegs hatte Loebbecke erst ein halbes Jahr zuvor übernommen (vgl. MK-Meldung). Loebbecke ist seit dem Jahr 2000 Professorin an der Kölner Universität und seither an der Hochschule zugleich Direktorin des ‘Seminars für Allgemeine BWL, Medien- und Technologiemanagement’.

Rückzug nach einem halben Jahr

Zu den Gründen, warum sie die Funktion beim Grimme-Kolleg niederlegte, wollte sich Loebbecke auf MK-Nachfrage nicht äußern. Zu dem Vorgang waren auch von der Geschäftsführerin des Kollegs, Grimme-Direktorin Frauke Gerlach, keine näheren Informationen zu erhalten. Beim Grimme-Institut in Marl hatte ebenfalls im Dezember 2015 Steffen Grimberg seine Position als Grimme-Preis-Referent nach knapp einem Jahr Amtszeit vorzeitig aufgegeben (vgl. MK-Meldung). Er wechselte zum Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), um dort den Posten des ARD-Sprechers zu übernehmen. Der MDR hat Anfang dieses Jahres für zunächst zwei Jahre den ARD-Vorsitz übernommen. Neben Steffen Grimberg wurde zudem Sabine Krebs ARD-Sprecherin.

Das Grimme-Institut und die Universität Köln hatten Ende 2014 die Gründung des Grimme-Forschungskollegs bekannt gegeben (vgl. FK-Heft Nr. 50/14). Über das Kolleg wollten sich beide Partner „mit aktuellen Fragen digitaler Kommunikationskulturen und der Rolle der Medien in gesellschaftlichen Wandlungsprozessen auseinandersetzen“, so hieß es. Zu diesen Themen sollten Forschungsprojekte konzipiert bzw. eingeworben werden. Der wissenschaftliche Direktor des Forschungskollegs muss gemäß dem Gesellschaftsvertrag ein Hochschullehrer sein, der an einer der beteiligten Fakultäten der Universität Köln beschäftigt ist. Zur Geschäftsführerin des Kollegs war Ende 2014 von dessen Aufsichtsrat Grimme-Direktorin Frauke Gerlach für die Dauer von fünf Jahren berufen worden. Gerlach leitet seit Mai 2014 das Grimme-Institut.

Durch die Zusammenarbeit mit der Universität Köln beim Forschungskolleg solle das Grimme-Institut insgesamt gestärkt werden, hatte Frauke Gerlach Ende August 2015 gesagt (vgl. MK-Meldung). Sie hatte damals erklärt, beim Forschungskolleg gehe es um das Zukunftsthema „Medien im digitalen Zeitalter“. Dabei habe man vor allem zwei große Themenfelder im Blick: Big Data und Games. Ziel sei es, so Gerlach weiter, drei bis fünf Forschungsprojekte zu konzipieren, für deren Umsetzung dann Akquise bei Drittmittelgebern wie Stiftungen betrieben werden solle. Laut Gerlach kann das Forschungskolleg keine größeren Projekte ohne externe Partner realisieren; dies sei bei einem Etat von 200.000 Euro nicht möglich. Diesen Betrag erhält das in der Öffentlichkeit bisher nicht groß in Erscheinung getretene Forschungskolleg von Land Nordrhein-Westfalen aus dessen Medienetat. Die 200.000 Euro sind Teil des vom Land für das Grimme-Institut zur Verfügung gestellten Förderbetrags, der sich in diesem Jahr auf insgesamt 1,42 Mio Euro beläuft.

04.03.2016 – vn/MK

Print-Ausgabe 24/2016

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