WDR lässt sich weiter von PR‑Experten zur Krisenkommunikation beraten

22.12.2021 •

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) lässt sich auch über das Jahr 2021 hinaus von zwei externen Kommunikationsexperten beraten. Dabei handelt es sich um die PR-Berater Andreas Fünfgeld und Wolfram Winter, die bereits für den WDR tätig sind (vgl. MK-Meldung). Dass die Beratung fortgesetzt wird, erklärten die Rundfunkanstalt und Andreas Fünfgeld am 21. Dezember gegenüber der MK auf entsprechende Nachfragen.

Anfang November 2019 hatte der öffentlich-rechtliche Sender einen Beratervertrag mit der von Fünfgeld gegründeten und als Geschäftsführer geleiteten Firma Media 5 abgeschlossen, und zwar für die Dauer von zwei Jahren mit einer Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr. Fünfgeld, 56, holte damals als Partner den Kommunikationsberater Wolfram Winter mit ins Boot (als sogenannten Nachunternehmer). Winter, 58, hat 2017 die Firma Three Winters gegründet, die unter anderem Beratungs- und Kommunikationsdienstleistungen anbietet. Er war von 2011 bis 2017 Kommunikationschef des Pay-TV-Senders Sky Deutschland.

Andreas Fünfgeld und Wolfram Winter

Wie der WDR gegenüber der MK erklärte, laufe der der Beratervertrag mit der Firma Media 5 nun bis Herbst 2022. Die entsprechende Verlängerung bestätigte auch Andreas Fünfgeld, der darauf verwies, dass er die Beratertätigkeit für den WDR gemeinsam mit Wolfram Winter fortsetze. Der WDR wollte sich nicht dazu äußern, wie das Aufgabenprofil der Kommunikationsberater nun ausgestaltet wurde, und übermittelte dazu lediglich diesen Standardsatz: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu weiteren Vertragsdetails grundsätzlich keine Auskunft geben.“

Der WDR hatte den Beraterauftrag an Media 5 nach einer europaweiten öffentlichen Ausschreibung vergeben. In der Ausschreibung hieß es, der WDR suche externe Kommunikationsberater mit dem Schwerpunkt für Krisenkommunikation und „spezielle Themen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks“. Die Einschaltung der Berater erfolgte dabei zum einen mit Blick auf die Übernahme des ARD-Vorsitzes durch den WDR am 1. Januar 2020 für zwei Jahre (Anfang 2022 übernimmt der Rundfunk Berlin-Brandenburg den ARD-Vorsitz); zum anderen ging es um kommunikative Unterstützung bei WDR-Angelegenheiten. Als Aufgaben der Berater wurden in der Ausschreibung unter anderem die „strategische Beratung und operative Unterstützung“ für den ARD-Vorsitz in den Jahren 2020 und 2021 und die „Beratung des WDR, des Intendanten und der Geschäftsleitung in Krisenfällen“ genannt.

Das Honorar für die Beratungsdienstleistungen wurde in der Ausschreibung mit insgesamt 580.000 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angegeben. Auf die Frage, welche Kosten dem WDR durch die Verlängerung des Beratervertrags entstehen, gab der Sender keine konkrete Auskunft. Er teilte lediglich mit, der Beratervertrag laufe nun „bis Herbst 2022, ohne dass der seinerzeit veranschlagte finanzielle Rahmen dabei ausgeschöpft wird“.

22.12.2021 – Volker Nünning/MK

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