Statt Staumeldungen künftig mehr Nachrichten beim Deutschlandfunk

29.01.2020 •

Am 31. Januar ist es so weit: Dann beendet der Deutschlandfunk wie berichtet (vgl. MK-Meldung) die Ausstrahlung von Staumeldungen. Dafür baut der Sender zum 1. Februar 2020 das Nachrichtenangebot in seinem Programm aus. Die Verkehrsmeldungen waren stets im Anschluss an die Nachrichten zu hören. Die gewonnene Sendezeit nutzt der Deutschlandfunk (DLF), um die Nachrichtensendungen von nun an auf einem großen Teil der Sendeplätze in einer erweiterten Länge von zehn Minuten zur ganzen und von fünf Minuten zur halben Stunde auszustrahlen. Das teilte das Deutschlandradio am 28. Januar mit. Das Deutschlandradio veranstaltet die Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Nova (beide Köln) und Deutschlandfunk Kultur (Berlin). Verkehrsmeldungen gab es nur im DLF-Programm.

Deutschlandradio-Programmdirektor Andreas-Peter Weber sagte zu der Veränderung: „Wir wollen den Deutschlandfunk noch besser machen“, es gebe künftig jeden Tag insgesamt „rund 30 Minuten mehr Zeit für Nachrichten aus den Bundesländern, aus Deutschland und der Welt“. Der Nutzwert bundesweiter Verkehrsmeldungen im Radio habe in Zeiten von Navigationsgeräten mit Echtzeit-Informationen über das Verkehrsgeschehen deutlich abgenommen, viele Hörer des Deutschlandfunks würden sich an den Staumeldungen stören, so Weber: „Daraus ziehen wir die Konsequenz und bieten mit mehr Nachrichten einen echten Mehrwert.“

Im vergangenen Jahr hatte DLF-Angaben zufolge eine Hörer-Umfrage ergeben, dass der Verkehrsfunk mit Meldungen aus dem ganzen Bundesgebiet als nicht mehr zeitgemäß wahrgenommen werde. Mittlerweile lieferten Navigationssysteme und Apps genau die personalisierten und aktuellen Verkehrsinformationen, die einzelne Nutzer in ihrer konkreten Situation benötigten, erläuterte der Deutschlandfunk in seiner Mitteilung. Verkehrsmeldungen gab es im DLF-Programm erstmals im März 1964. 

29.01.2020 – MK

Über Deutschlandfunk-Mikrofone werden ab Februar 2020 keine Staumeldungen mehr durchgegeben

Foto: MK


Print-Ausgabe 10/2020

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