USA: Viacom CBS startet bei Paramount plus Spin-off der Neowestern-Serie „Yellowstone“

15.11.2021 •

Mitzuspielen auf dem Markt der Streaming-Anbieter ist heutzutage ein unerlässlicher Bestandteil des Fernsehgeschäfts der großen amerikanischen Medienkonzerne. Als das im August 2019 wieder vereinte Unternehmen Viacom CBS (vgl. MK-Meldung) seine Zukunft zu planen begann, war es deshalb nahezu selbstverständlich, auch eine eigene Streaming-Plattform ins Leben zu rufen: Aus CBS All Access machte man Paramount plus als Konkurrenz zu den vielen bereits existierenden Streaming-Angeboten. Im kommenden Jahr will Paramount plus auch auf den deutschen Markt und die Verantwortlichen von Viacom CBS hoffen darauf, auch hier mit ihren bekannten Markennamen Paramount, MTV und Nickelodeon Abonnenten anlocken zu können.

Viacom CBS lässt sich die Etablierung auf dem weltweiten Streaming-Markt etwas kosten. Fünf Milliarden Dollar sollen allein dafür aufgewendet werden, um die Zielvorstellung von 65 Mio bis 75 Mio Abonnenten zu erreichen. Trotzdem dürfte es nicht leicht sein, sich im Bewusstsein des Publikums neben Konkurrenten wie Netflix, Amazon und HBO Max zu verankern. Es geht deshalb vorrangig darum, sich mit signifikanten Projekten herauszustellen, die eine Art Identität für den Neuling begründen können.

Dazu scheinen die Verantwortlichen den Erfolg der Neowestern-Serie „Yellowstone“ – die in Deutschland beim Pay-Sender Sony AXN gezeigt wurde – ausnutzen zu wollen. In den USA erreichte die mit Kevin Costner in der Hauptrolle prominent besetzte Familiengeschichte bei ihrer Erstausstrahlung im amerikanischen Kabelfernsehen beim Paramount Network beständig steigende Zuschauerzahlen und konnte sich zu Beginn ihrer vierten (und bisher letzten) Staffel als Publikumsspitzenreiter im Bereich aller US-Kabelsender profilieren.

Exklusiv-Kooperation mit Taylor Sheridan

Das Vertrauen von Viacom CBS in „Yellowstone“ ist besonders aus dem Grund bemerkenswert, weil die Streaming-Rechte an den existierenden Episoden zu früherem Zeitpunkt schon an den Rivalen Peacock, die Streaming-Plattform von NBC Universal (vgl. MK-Meldung), verkauft worden waren. Doch statt sich deshalb von „Yellowstone“ zu trennen, hat Viacom CBS seine Kooperation mit dessen Schöpfer Taylor Sheridan noch stärker gefestigt und ihn nun exklusiv an Paramount plus gebunden.

Am 19. Dezember soll die weitere Zusammenarbeit mit der Premiere eines ersten „Yellowstone“-Spin-offs, der Serie „1883“, auch für das Publikum sichtbar zementiert werden. „1883“ wird ab dann bei Paramount plus zu sehen sein. Wie der Titel schon sagt, spielt die Handlung der neuen Serie vor der Zeit, in der „Yellowstone“ angesiedelt war. In den Hauptrollen ist sie besetzt mit Sam Elliott, Tim McGraw und Faith Hill. Ein weiteres Spin-off, unter dem Titel „6666“, soll zur gegenwärtigen Zeit in Texas spielen.

Ohne ökonomisches Risiko ist diese Programmpolitik für Paramount plus nicht. Die US-Fachzeitschrift „Variety“ nennt durchschnittliche Herstellungskosten von 6 Mio bis 8 Mio Dollar pro Episode für Sheridans Serien. Die ersten Folgen von „1883“ sollen sogar fast doppelt so teuer sein.

15.11.2021 – Ev/MK

Print-Ausgabe 23-24/2021

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