Britta Schewe bei Joiz neue Co-Geschäftsführerin

Beim in Berlin angesiedelten Jugendfernsehsender Joiz ist seit Anfang Mai Britta Schewe als Co-Geschäftsführerin tätig. Bei Joiz wurde nach der Insolvenz durch den Einstieg der Mediengruppe M. DuMont Schauberg nun ein Neustart eingeleitet (vgl. auch MK 9/15). Schewe, 36, hatte zuvor bei Joiz seit dessen Sendestart im August 2013 die Position als Head of Content Distribution & Sales inne. Sie arbeitete, bevor sie zu Joiz wechselte, ab April 2011 bei MTV Networks als Key Account Director Content Distribution & Sales.

Ihre berufliche Laufbahn begann Britta Schewe, geb. am 2.4.1979, im Jahr 1998 in Hamburg bei der Agentur Public Propaganda. 1999 wechselte sie zur Agentur A+O (Angelika Oplesch), bevor sie dann 2002 zur Deutschen Telekom kam. Dort war die ausgebildete Kauffrau für audiovisuelle Medien zuletzt Teamleiterin Content Sourcing Movies & TV. In den Jahren 2007 und 2008 war Schewe bei der Filmatic GmbH als Head of Acquisitions and Business Development tätig. Anschließend machte sie sich mit der Gretegrote Internetproduktion in Berlin selbständig. Ihre Firma besteht weiterhin, auch nachdem sie im April 2011 zu MTV Networks kam und später zu Joiz wechselte.

Bei Joiz ist außerdem Alexander Mazzara weiterer Geschäftsführer. Der 40-Jährige ist Vorstandsvorsitzender der in Zürich ansässigen Joiz AG, die seit März 2011 das Programm Joiz in der Schweiz veranstaltet. Größte Aktionärin der Joiz AG ist die IHAG Holding mit 30 Prozent. Die Firmengruppe mit Sitz in Zürich hält Beteiligungen in verschiedenen Branchen (etwa Hotels, Banken) und ist zudem im Immobiliengeschäft aktiv. An der Joiz AG ist auch Alexander Mazzara mit einem kleinen Anteil beteiligt.

Sanierung abgeschlossen

Anfang August 2013 ging der deutsche Joiz-Ableger mit Ausrichtung auf die Zielgruppe der 15- bis 34-Jährigen in Betrieb (vgl. FK 33-34/13). Hohe Kosten durch die Programmverbreitung via Satellit und Kabel sowie niedrige Werbeeinnahmen führten dann dazu, dass Joiz Ende 2014 in die Zahlungsunfähigkeit geriet. Beim zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragte das Unternehmen die Sanierung in Eigenverwaltung durchzuführen. Im Zuge der Neuaufstellung verließ der bis dahin amtierende Co-Geschäftsführer Carsten Kollmus, 44, den Sender. Die Sanierung von Joiz ist nun im Wesentlichen abgeschlossen. Von den Ende 2014 bestehenden 65 Arbeitsplätzen gibt es nur noch rund 30. Die Finanzierung und damit der Fortbestand des Unternehmens seien gesichert, teilte Joiz im vorigen Monat mit. Mit zunächst 20 Prozent ist die Mediengruppe M. DuMont Schauberg (Köln) jetzt an der Joiz GmbH beteiligt. Die übrigen 80 Prozent hält die Joiz AG aus der Schweiz, mit der DuMont Schauberg bereits seit Anfang 2015 in einem anderen Bereich kooperiert. Die Kölner Mediengruppe hat die Option, ihre Joiz-Anteile auf 35 Prozent aufzustocken. Die Beteiligung in dieser Höhe hatte die Medienaufsicht im April genehmigt. Am 11. Mai gab auch das Bundeskartellamt den Einstieg von M. DuMont Schauberg frei.

Das Programm von Joiz ist aktuell zu empfangen via Livestream im Netz, über die TV-Streamingdienste Zattoo und Magine, die IPTV-Pakete der Deutschen Telekom (Entertain) und von Vodafone (Vodafone TV) sowie im Kabelnetz von Unitymedia (Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg). Einzelne Sendestrecken von Joiz werden von den Programmen TV Berlin und Family TV übernommen.

26.06.2015 – MK