Wolf-Dieter Jacobi legt Amt als MDR‑Programmdirektor nieder

05.08.2020 •

Beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) muss die Leitung der Programmdirektion neu besetzt werden, die am Hauptsitz des MDR in Leipzig angesiedelt ist. Überraschend teilte der MDR Ende Juni mit, dass Wolf-Dieter Jacobi den Sender verlasse, und verwies zur Begründung auf „neue berufliche Aufgaben“, denen sich Jacobi widmen wolle. Jacobi, dessen zweite, fünfjährige Amtsperiode als Programmdirektor noch bis Ende September 2021 gelaufen wäre, hat sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt. MDR-Intendantin Karola Wille dankte Wolf-Dieter Jacobi für seine besonderen Verdienste um den MDR, für den er fast 28 Jahre arbeitete.

Die „Sächsische Zeitung“ (Ausgabe vom 2. Juli) berichtete, dass Jacobis Abschied vom MDR auf „familiäre Gründe“ zurückzuführen sei. Seit dem 1. Juli leitet nun Jacobis bisherige Stellvertreterin Angela Tomschke kommissarisch die Programmdirektion in Leipzig. In dieser Direktion leitet sie die Hauptredaktion ‘Zentrale Programmkoordination und Sendeleitung’. Wann Intendantin Wille dem Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders eine Person zur Wahl vorschlägt, die Jacobis Nachfolge antreten soll, ist offen.

Verwaltungsdirektor wiedergewählt

Wolf-Dieter Jacobi, geboren am 27. Oktober 1965 im sächsischen Borna, absolvierte ab 1984 in der Sportredaktion des DDR-Fernsehens (Deutscher Fernsehfunk/DFF) ein Volontariat. Anschließend studierte er bis 1990 an der Universität Leipzig Journalismus und Sport und arbeitete dann beim DFF, der Ende 1991 aufgelöst wurde. 1992 kam er zum MDR, der neuen Drei-Länder-Anstalt für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die in dem Jahr ihren Sendebetrieb aufnahm und Teil des ARD-Verbunds wurde. Jacobi wurde beim MDR Leiter der Sportredaktion im Landesfunkhaus Sachsen. Außerdem war er von 1992 bis 2001 Moderator der im MDR Fernsehen ausgestrahlten Sendereihe „Sachsenspiegel“. 2002 übernahm Jacobi die Leitung des Programmbereichs Fernsehen im Landesfunkhaus Sachsen, 2005 wurde er beim MDR Sportchef und am 1. Oktober 2011 dann Fernsehdirektor.

Anfang November 2016 löste der MDR seine Fernseh- und seine Hörfunkdirektion auf und richtete seine beiden Programmdirektionen nach Themenbereichen aus. Neben der in Leipzig angesiedelten Programmdirektion, deren Leitung Jacobi übernahm, gibt es noch eine in Halle, deren Chefin seit April 2019 Katja Wildermuth ist. Die Programmdirektion in Leipzig ist zuständig für das Dritte Programm MDR Fernsehen, in dem auch Sendungen zu sehen sind, die von der Programmdirektion Halle verantwortet werden (etwa aus der Redaktion ‘Wissen und Bildung’). Die Programmdirektion in Leipzig ist außerdem für die Online-Angebote von MDR-Fernsehsendungen, die Internet-Seite mdr.de und das Radioprogramm MDR aktuell verantwortlich. In die Zuständigkeit der Leipziger Direktion fallen noch Zulieferungen von Fernsehsendungen des MDR unter anderem für das Erste Programm der ARD und für die von ARD und ZDF gemeinsam betriebenen Programme Kinderkanal (Kika), Arte, Phoenix und 3sat. Für den in Erfurt ansässigen Kika ist der MDR federführend zuständig.

Neue Funkhauschefin in Magdeburg

Beim MDR gab es zuletzt außerdem noch personelle Entscheidungen, die die Verwaltungs­direktion und die Landesfunkhäuser in Erfurt und in Magdeburg betreffen. Ralf Ludwig wurde vom MDR-Rundfunkrat in dessen Sitzung am 6. Juli in Leipzig für eine zweite fünfjährige Amtsperiode als Verwaltungsdirektor bestätigt. Der 52-Jährige leitet seit Anfang Dezember 2015 die MDR-Verwaltungsdirektion, zuvor war er bei dem Sender Chef der Hauptabteilung Finanzen. Ludwigs neue Amtsperiode beginnt am 1. Dezember 2020 und endet dann am 30. November 2025.

Vom MDR-Rundfunkrat ebenfalls wiedergewählt wurde Boris Lochthofen als Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen. Seine zweite fünfjährige Amtsperiode beginnt am 1. Februar 2021 und läuft somit bis zum 31. Januar 2026. Der 44-Jährige – Sohn von Sergej Lochthofen, der von 1990 bis 2009 als Chefredakteur die Regionalzeitung „Thüringer Allgemeine“ leitete – ist seit Februar 2016 Chef des Landesfunkhauses in Erfurt. Davor war er ab 2006 für die Radiogruppe Regiocast tätig, zuletzt als Geschäftsführer der Sender Radio PSR (Privater Sächsischer Rundfunk) und Radio Sachsen (RSA).

Neue Direktorin des MDR-Landesfunkhauses Sachsen-Anhalt wird ab Januar 2021 die Journalistin Ines Hoge-Lorenz. Sie wurde vom MDR-Rundfunkrat auf Vorschlag von Intendantin Wille mit großer Mehrheit gewählt. Ihre fünfjährige Amtsperiode läuft bis Ende Dezember 2025. Ines Hoge-Lorenz folgt auf Elke Lüdecke, die Ende 2020 im Alter von dann 60 Jahren und nach 25 Jahren an der Spitze des Landesfunkhauses in den Ruhestand tritt. Lüdecke hat Anfang 1996 die Leitung des Magdeburger Landesfunkhauses übernommen. Ines Hoge-Lorenz, 1968 in Magdeburg geboren, arbeitet seit 1992 für den MDR, zunächst als Autorin und Reporterin. Seit Februar 2016 leitet sie im Landesfunkhaus Sachsen-Anhalt in der Hauptredaktion Fernsehen und Online die Redaktion ‘Aktuell’.

05.08.2020 – vn/MK

Print-Ausgabe 1/2021

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