Verfahren zur Intendantenwahl beim Hessischen Rundfunk läuft

25.08.2021 •

Beim Hessischen Rundfunk (HR) in Frankfurt läuft das Verfahren zur Neubesetzung des Intendantenamts. Der HR-Rundfunkrat, der die Intendantin bzw. den Intendanten der Sendeanstalt wählt, hat dazu eine Findungskommission eingesetzt. Zum 1. März 2022 muss die Leitungsposition neu besetzt werden. Eine öffentliche Ausschreibung wird es dazu nicht geben; sie ist im HR-Gesetz auch nicht vorgeschrieben.

Das Procedere, auf das sich der Rundfunkrat im Juni verständigt hat, sieht so aus: In die Führungsposition beim HR kann nur gewählt werden, wer durch die Findungskommission oder mindestens durch ein Mitglied des Rundfunkrats vorgeschlagen wird. Jedes Rundfunkratsmitglied kann der Findungskommission mögliche Kandidaten für die Intendanz nennen. Sollte der Rundfunkrat Initiativbewerbungen erhalten, werden diese allen Mitgliedern des Gremiums bekannt gemacht. Vorgesehen ist, dass die Rundfunkratsmitglieder bis zum 14. Oktober Personalvorschläge für die Intendantennachfolge machen sollen. Dieser Termin ist allerdings keine Ausschlussfrist, spätere Vorschläge werden ebenfalls berücksichtigt.

Findungskommission eingesetzt

Die Findungskommission, die auch selbst auf Kandidatensuche gehen will, wird schließlich dem Rundfunkrat einen Wahlvorschlag vorlegen, der eine Person oder mehrere Personen enthält. Es könnte anschließend dazu kommen, dass neben dem Vorschlag der Findungskommission noch weitere Personen für die Wahl nominiert werden, nämlich dann, wenn diese Personen jeweils noch von mindestens einem Rundfunkratsmitglied vorgeschlagen werden. Die Intendantenwahl ist für die Rundfunkratssitzung am 29. Oktober angesetzt. Das Gremium hat 32 Mitglieder. In das Intendantenamt ist die Person gewählt, die im Rundfunkrat die einfache Mehrheit erhält. Der Rundfunkrat legt die Dauer der Amtszeit fest, die laut HR-Gesetz zwischen fünf und neun Jahren betragen kann.

Die Intendantenposition beim Hessischen Rundfunk muss neu besetzt werden, weil Amtsinhaber Manfred Krupp Ende April erklärte, er trete wie geplant Ende Februar 2022 im Alter von dann 66 Jahren in den Ruhestand (vgl. hierzu diese MK-Meldung). Der HR-Rundfunkrat hatte Krupp 2016 – als Nachfolger von Helmut Reitze – für sechs Jahre bis Ende Februar 2022 zum Intendanten gewählt. Er war zuvor von der zwölfköpfigen Findungskommission unter der Leitung des damaligen HR-Rundfunkratsvorsitzenden Jörn Dulige einstimmig als einziger Kandidat für die Intendantenwahl nominiert worden (vgl. diese MK-Meldung). Krupp war beim HR zuvor ab 2001 Fernsehchefredakteur und ab 2005 Fernsehdirektor gewesen.

Die nun vom Rundfunkrat eingesetzte Findungskommission wird vom Rundfunkratsvorsitzenden Rolf Müller geleitet, der dem Gremium als Vertreter des Landesportbunds Hessen angehört, dessen Präsident der frühere CDU-Landtagsabgeordnete seit 1997 ist. Der Findungskommission gehören insgesamt zehn Mitglieder an. Dabei handelt es sich neben Müller noch um den stellvertretenden Rundfunkratsvorsitzenden Jörn Dulige und die Vorsitzenden der fünf Rundfunkratsausschüsse, und zwar Daniel Neumann (Programmausschuss Fernsehen), Ursula Jungherr (Programmausschuss Hörfunk), Michael Volz (Finanzausschuss), Simone Weinmann-Mang (Beschwerdeausschuss) und Harald Freiling (Telemedienausschuss). Außerdem ist der neunköpfige HR-Verwaltungsrat mit drei Mitgliedern in der Findungskommission vertreten, nämlich mit dem Verwaltungsratsvorsitzenden Armin Clauss und dessen Stellvertreterin Kristin Gesang sowie mit Clemens Reif, der den Finanzausschuss des Verwaltungsrats leitet.

Wer Kandidat sein könnte

Für das Intendantenamt beim Hessischen Rundfunk dürfte zuallererst die HR-Programmdirektorin Gabriele Holzner im Rennen sein. Holzner, 61, arbeitet seit dem Jahr 2000 beim HR. Sie ist dort seit August 2020 Programmdirektorin. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Hörfunk- und Fernsehdirektion und der Bereich Multimedia zu einer crossmedialen Direktion zusammengeführt. Zuvor war Holzner ab 2016 HR-Fernsehdirektorin (auf diesem Posten folgte sie Manfred Krupp nach, als er das Intendantenamt übernahm).

Als externe Kandidaten für die Leitungsposition beim HR könnten Jan Weyrauch und Eckhart Gaddum in Frage kommen. Der 53-Jährige Weyrauch ist seit 2011 Programmdirektor bei Radio Bremen und war, bevor er nach Bremen wechselte, zehn Jahre lang beim HR in Frankfurt tätig. Dort war Weyrauch von 2001 bis 2011 Chef der vom ihm ausgebauten Jugendwelle You FM, die bis Ende 2003 HR XXL hieß. Der 61-jährige Gaddum leitet beim ZDF seit 2008 die Hauptredaktion ‘Neue Medien’. 2017 zählte Gaddum zu den Kandidaten für das Intendantenamt beim Deutschlandradio, in das am Ende Stefan Raue, damals Chefredakteur des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), gewählt wurde (vgl. diese MK-Meldung).

25.08.2021 – vn/MK

` `