Tom Buhrow steht beim WDR vor Wiederwahl als Intendant

12.02.2018 • WDR-Intendant Tom Buhrow steht vor der Wiederwahl als Senderchef der größten ARD-Landesrundfunkanstalt. Am 26. Januar erklärte Buhrow in der Sitzung des WDR-Rundfunkrats – der den Intendanten des öffentlich-rechtlichen Senders für die Dauer von sechs Jahren wählt – seine Bereitschaft, sich für eine weitere Amtsperiode zur Wiederwahl zu stellen. Das gab der WDR-Rundfunkrat nach der Sitzung in einer Pressemitteilung bekannt. Über das Verfahren und den Zeitpunkt der Wahl werde der Rundfunkrat voraussichtlich in seiner nächsten Sitzung am 20. Februar in Köln beschließen, hieß es weiter.

Der 59-jährige Buhrow ist seit dem 1. Juli 2013 Intendant des Westdeutschen Rundfunks, zuvor war er Moderator der ARD-„Tagesthemen“. Seine aktuelle Amtsperiode als WDR-Chef läuft noch bis zum 30. Juni 2019. Es läuft nun darauf hinaus, dass Buhrow rund ein Jahr vor dem Ende seines aktuellen Vertrages wiedergewählt wird. Dem Vernehmen nach wird angestrebt, die Intendantenwahl bereits für die übernächste Sitzung des 60-köpfigen WDR-Rundfunkrats am 23. März anzusetzen. Eine öffentliche Ausschreibung für den Intendantenposten soll es offenbar nicht geben, da sich der Amtsinhaber zur Wiederwahl stellt. Ein zügiges und zugleich transparentes Wahlverfahren soll offensichtlich dazu führen, dass es beim WDR Planungssicherheit hinsichtlich der Führungsspitze gibt.

Tom Buhrow soll außerdem, so wurde es innerhalb der ARD bereits grundsätzlich vereinbart, ab Januar 2020 den ARD-Vorsitz für zwei Jahre übernehmen. Dann würde der WDR die geschäftsführende ARD-Landesrundfunkanstalt sein und hier dem Bayerischen Rundfunk (BR) nachfolgen, dessen Intendant Ulrich Wilhelm den ARD-Vorsitz am 1. Januar 2018 für zwei Jahre übernommen hat und somit bis zum 31. Dezember 2019 innehaben wird.

„Ich bring die Liebe mit“

Tom Buhrow, der am 29. September 1958 in Troisdorf geboren wurde, studierte an der Universität Bonn Geschichte, Politologie sowie Rheinische Landeskunde und arbeitete während dieser Zeit als freier Mitarbeiter unter anderem für den Rhein-Sieg-Lokalteil des Bonner „General-Anzeigers“. Nach seinem Studienabschluss volontierte Buhrow in den Jahren 1985 und 1986 beim WDR. Anschließend war er dort zunächst als Redakteur für das Dritte Fernsehprogramm des Senders tätig. Später arbeitete er im WDR-Funkhaus in Düsseldorf als Chef vom Dienst (CvD) und Reporter für das Fernsehregionalmagazin „Aktuelle Stunde“, bei dem er ab 1990 auch Moderator war. Im Oktober 1992 kam Buhrow als ARD-Reporter in die „Tagesschau“-Redaktion des WDR in Köln.

Im Jahr 1994 wechselte Buhrow als Fernsehkorrespondent in das vom WDR verantwortete ARD-Studio Washington. Ab Januar 2000 war er Korrespondent im ebenfalls vom WDR geführten ARD-Studio Paris. Anschließend kehrte er im Juli 2002 als Leiter des ARD-Studios Washington in die USA zurück. Im September 2006 übernahm Buhrow die Nachfolge von Ulrich Wickert als Moderator der in Hamburg beim NDR produzierten „Tagesthemen“. Er moderierte die Sendung dann im Wechsel zunächst mit Anne Will (bis Juni 2007) und später mit Caren Miosga (ab Juli 2007).

Im Mai 2013 wurde Buhrow vom WDR-Rundfunkrat zum neuen Intendanten des Senders gewählt. Das Amt musste neu besetzt werden, nachdem die damalige Intendantin Monika Piel das Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig abgab. Neben Buhrow traten seinerzeit noch Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger und der EBU-Manager Stefan Kürten als Kandidaten an; sie waren von einer Findungskommission des WDR-Rundfunkrats zur Wahl nominiert worden. Im Rundfunkrat wurde der Favorit Buhrow dann gleich im ersten Wahlgang gewählt, er erhielt 41 von 47 Stimmen (vgl. FK-Meldung).

Nach seiner Wahl sagte Buhrow auf der anschließenden Pressekonferenz in Köln, dass er seinen Heimatsender WDR liebe, und er zitierte dazu, offenbar auch noch etwas berauscht von der Wahl zum Senderchef, die Liedzeilen: „Ich düse im Sauseschritt und bring die Liebe mit.“ Und er wiederholte es direkt noch einmal, um zu bekräftigen, dass er das auch ernst meinte: „Ja, ich bring die Liebe mit.“ Sofern Buhrow demnächst als WDR-Intendant wiedergewählt wird, woran wohl nicht zu zweifeln ist, darf man gespannt sein, wie er dann seine Wiederwahl kommentieren wird.

12.02.2018 – vn/MK

Print-Ausgabe 3-4/2018

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